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Schnabeltier und Flughörnchen

Warum leuchten manche Tiere unter UV-Licht?

Exponante von Tieren unter UV-Licht
Die unterschiedlichsten Tierarten zeigten unter UV-Licht Farben, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Travouillon, K. J. et. al. https://doi.org/10.1098/rsos.230325 Foto: Travouillon, K. J. et. al. / CC BY 4.0 DEED
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

19. Juli 2026, 12:17 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ein Flughörnchen leuchtet pink, ein Schnabeltier grünlich und selbst viele Säugetiere sehen unter UV-Licht völlig anders aus als mit bloßem Auge. Forschende haben inzwischen bei zahlreichen Tierarten sogenannte Biofluoreszenz nachgewiesen. Doch warum kommt dieses Phänomen so häufig vor – und welchen Zweck erfüllt es?

Was ist Biofluoreszenz?

Unter UV-Licht zeigen viele Tiere die sogenannte Biofluoreszenz. Dabei absorbieren bestimmte Stoffe im Fell, in der Haut oder den Federn ultraviolettes Licht und geben es als sichtbares Licht wieder ab. Dadurch können Tiere je nach Art rosa, grün oder bläulich schimmern – obwohl sie bei normalem Tageslicht ganz gewöhnlich aussehen. Lange blieb dieses Phänomen im Tierreich unentdeckt.

Ein verstärktes Interesse an der Biofluoreszenz entstand ab dem Jahr 2019, als Forschende erstmals nachwiesen, dass amerikanische Flughörnchen unter UV-Licht rosa leuchten. Kurz darauf wurde das Phänomen auch bei Schnabeltieren beobachtet, die grünlich schimmern. Inzwischen konnte Biofluoreszenz unter anderem bei Einhufern, Beuteltieren und zahlreichen weiteren Säugetieren nachgewiesen werden.

Dass das Phänomen deutlich weiter verbreitet ist als lange angenommen, zeigte auch eine Untersuchung des Western Australian Museum aus dem Jahr 2023. Das Forschungsteam um Dr. Kenny Travouillon untersuchte 125 Tierarten und veröffentlichte die Ergebnisse im Fachmagazin Royal Society Open Science.1

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Phänomen ist eher die Regel als die Ausnahme

Um festzustellen, wie verbreitet das Phänomen der Biolumineszenz wirklich ist, untersuchten die Forscher verschiedene Spezies mit einer UV-Lampe. Dabei ließ sich belegen, dass es viel weiter verbreitet zu sein scheint, als bislang angenommen. Im „Western Australian Museum“ konnten Kurator Dr. Kenny Travouillon und sein Team bei 125 Arten, die dort ausgestellt sind, verschiedene Level an Biofluoreszenz feststellen.

„Wir waren sehr neugierig auf die Fluoreszenz von Säugetieren“, teilt Dr. Travouillon in einer Pressemitteilung des Museums mit. „Mit dem Spektralfotometer […] konnten wir das Licht messen, das von jedem Exemplar ausgestrahlt wurde, wenn es UV-Licht ausgesetzt wurde.“ Außerdem fanden die Forscher bei der Untersuchung heraus, dass:

  • helles Fell mehr fluoresziert als dunkles
  • Tiere auf dem Boden, in Bäumen und in Höhlen leuchten häufiger
  • aquaristische Tiere leuchten weniger
  • besonders starke Fluoreszenz zeigt sich bei Beuteltieren

Welchen Zweck hat es, dass Tiere unter UV-Licht leuchten?

Trotz der zahlreichen Nachweise ist bislang nicht abschließend geklärt, welchen Zweck die Biofluoreszenz im Tierreich erfüll. „Es könnte helfen, einige Teile des Tieres zu beleuchten, damit sie die Angehörigen ihrer Spezies aus der Ferne sehen.“ Zudem ist noch immer unklar, ob die Tiere wirklich unter UV-Licht leuchten und welchen Zweck die Fluoreszenz hat. Denn Tiere entwickeln meist durch evolutionäre Prozesse Eigenschaften, die ihnen zum Vorteil gereichen.

Jedoch warnt Travouillon auch davor, nachtaktive Säugetiere mit einem UV-Licht anzustrahlen, denn es kann ihr Augenlicht schädigen. Stattdessen solle man eher ein rotes Licht verwenden, wenn man sich selbst von der Leuchtkraft von Tieren überzeugen wolle.

Quellen

  1. Travouillon, K. J., Cooper, C., Bouzin, J. T., Umbrello, L. S., & Lewis, S. W. (2023). All-a-glow: spectral characteristics confirm widespread fluorescence for mammals. Royal Society Open Science, 10(10), 230325. ↩︎

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