2. September 2025, 11:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Es war ein langes Hin und Her, das vor mittlerweile mehr als zwölf Jahren die weltweite Klatschpresse und deutsche Behörden gleichermaßen in Atem hielt. Damals, im Jahr 2013, beschlagnahmte der Zoll Justin Biebers Weißschulterkapuzineräffchen am Münchner Flughafen. Der Grund: Dem Popstar fehlten die notwendigen Papiere, um den Primaten nach Deutschland einführen zu dürfen.
Ein langes Hin und Her wegen Justin Biebers Affen
Kapuzineräffchen Mally hatte Popstar Justin Bieber zu seinem 19. Geburtstag geschenkt bekommen. Doch der Affe wurde dem „Baby“-Sänger am Münchner Flughafen vom Zoll abgenommen, als er im Rahmen seiner „Believe“-Tour dort keine Papiere für das Tier vorzeigen konnte.1 Was darauf folgte, war eine wochenlange Diskussion, was mit Mally passieren sollte und welche Konsequenzen dies für Bieber haben sollte.2
So landete das damals rund 14 Wochen alte Äffchen zunächst in der Auffangstation des Münchner Tierheims, das daraufhin von der internationalen Presse belagert wurde. „Heute war alles da, was Rang und Namen hat. Presse aus den Niederlanden und sogar die Londoner ‚Times‘ waren da“, berichtete der damalige Tierheimleiter Karl Heinz Joachim 2013 in einem Interview mit dem „Spiegel“.3
Zu jung von der Mutter getrennt
Dem Weißschulterkapuzineräffchen sei es den Umständen entsprechend zwar gut gegangen, doch eine entscheidende Sache sei dennoch alarmierend gewesen, erklärte Joachim. „Man muss sich sehr viel mit ihm beschäftigen. Er ist mit seinen 14 Wochen eigentlich zu jung, um ihn von seiner Mutter wegnehmen zu können.“ In der Regel blieben kleine Kapuzineraffen in etwa ein Jahr bei ihren Müttern. „Ich weiß nicht, wie in Amerika die Vorschriften sind. Hier hätte Bieber ihn nicht haben dürfen“, so sein Fazit.
Die zu frühe Trennung habe sich teilweise im Verhalten des jungen Äffchens gezeigt. So habe Mally auffällig viel Zeit mit einer Stoffkatze verbracht, die er von Justin Bieber geschenkt bekommen habe. „Das ist sozusagen die Ersatzmama. Da hält sich der Affe immer daran fest – so, wie er sich an seiner Mutter festhalten würde. Jetzt hat er eben dieses Stofftier und da seine Sicherheit“, berichtete Tierheimleiter Karl Heinz Joachim.
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„Auf keinen Fall in private Hände!“
Wochenlang wurde diskutiert, ob Justin Bieber sein Äffchen zurückerhält, für die entstandenen Kosten aufkommt und juristisch belangt werden sollte. Denn die Kosten für die Unterbringung des Tieres explodierten regelrecht. Nachdem Bieber die Frist verstreichen ließ, um sein exotisches Haustier wieder abzuholen, und auch seine Anwälte signalisiert hatten, dass Justin auf das Tier verzichten werde, wurde Mally an einen Zoo übergeben. Von denen hätten sich gleich mehrere aus ganz Europa gemeldet und angeboten, den prominenten Jungaffen bei sich aufzunehmen.
Dem damaligen Tierheimleiter Karl Heinz Joachim sei bei der Vermittlung für Mallys neues Zuhause vor allem eine Sache besonders wichtig gewesen, wie er damals gegenüber dem „Spiegel“ betonte: „Auf keinen Fall in private Hände!“ Die Zeit im Münchner Tierheim scheint dem jungen Affen gutgetan zu haben. „Er wächst und gedeiht“, freute sich damals die Tierheimsprecherin Judith Brettmeister in den Medien.4
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Mally wurde 2018 Vater
„Er nimmt schön zu und hüpft durch die Gegend. Jetzt wird es langsam Zeit, dass er in die Gemeinschaft von anderen Affen kommt.“ Denn von seinen Artgenossen könne er Kommunikation und Verhalten lernen. Sonst fange er an, „komisch zu werden“, betonte Brettmeister. Daher wurde Mally in eine Gruppe von Kapuzineraffen im Serengeti-Park in Hodenhagen integriert. Und das offenbar mit Erfolg.
Im Frühling 2018 folgte die frohe Nachricht, dass Mally Vater geworden ist und mit der 2007 im Park geborenen Weißschulterkapuzinerdame Vanessa ein Junges gezeugt hat. Das sei alles andere als selbstverständlich – gerade bei einem so fehlgeprägten Tier, freute sich Parkinhaber und Geschäftsführer Dr. Fabrizio Sepe damals. „Es ist ein Riesenerfolg, einen Affen, der als Haustier gehalten wurde, wieder zu resozialisieren und ihn so in eine Affengruppe zu integrieren, dass er sogar Nachkommen zeugt!“ 5
Wie lange wird Mally noch leben?
Mittlerweile ist Mally 12 Jahre alt und befindet sich damit im mittleren Alter. In der Wildnis werden Kapuzineräffchen 15 bis 25 Jahre. In Gefangenschaft können sie jedoch doppelt so alt werden: bis zu 50 Jahre. Mally hat also noch einige Jahrzehnte vor sich und könnte theoretisch weiter Nachwuchs zeugen. 6