1. Juli 2026, 6:15 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Kaum ein Vogel begeistert die Menschen so sehr wie der Weißstorch. Seine riesigen Nester ziehen jedes Frühjahr viele Blicke auf sich. Doch der beliebte Vogel überrascht nicht nur mit lautem Klappern, sondern auch mit einem Liebesleben, das viele nicht erwarten würden. PETBOOK stellt die spannendsten Fakten vor.
1. Störche könnten bis zu 20 Jahre alt werden
In freier Wildbahn können Störche ein stolzes Alter von bis zu 20 Jahren erreichen. Oftmals erreichen sie aber eher eine Lebensdauer von 7 bis 8 Jahren. Wie alt Störche tatsächlich werden, hängt von den Lebensbedingungen wie Nahrung und Schutz vor Fressfeinden ab.1
2. Darum klappert der Storch
Das Klappern dient einerseits der Verständigung untereinander. Die Vögel zeigen es etwa zur Begrüßung des Partners am Nest. Auch im Balzritual, dem Vorspiel für die Paarung, wird geklappert. Das Geräusch wird aber auch eingesetzt, um Eindringlinge zu vertreiben. Es handelt sich hier um ein angeborenes Verhalten, das also nicht erst erlernt werden muss. Bereits die Jungtiere fangen im Nest mit dem Klappern an.1
3. Storchenjunge verschlingen über 1 kg Nahrung am Tag
Ein ausgewachsenes Exemplar des Weißstorchs benötigt bis zu 700 Gramm Nahrung am Tag. Das sind umgerechnet ungefähr 700 Regenwürmer oder 16 Mäuse. Dafür stakst er mit seinen langen roten Beinen den ganzen Tag durch Feuchtgebiete.
Gibt es Jungtiere, die in einer bestimmten Wachstumsphase sogar 1600 Gramm pro Vogel am Tag benötigen, liegt der Nahrungsbedarf einer Storchenfamilie bei 4600 Gramm am Tag! Um in dieser anstrengenden Phase der Aufzucht keine langen Flugzeiten zu haben, ist es wichtig, dass sich die Elterntiere unmittelbar in der Nähe des Nestes auf Nahrungssuche begeben können und auch fündig werden.
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4. Ein Storchen-Horst kann bis zu zwei Tonnen wiegen
Die Nester von großen Greifvögeln wie dem Adler oder dem Uhu bezeichnet man als Horst. Aber auch das Nest von Störchen wird als Horst betitelt, in das sie für den Rest ihres Lebens immer wieder zurückkehren werden, da sie nesttreu sind. Ihr Bau ist aufwendig, denn die Horste weisen oft einen Durchmesser von zwei Metern auf und sind oft bis zu drei Meter hoch und können bis zu zwei Tonnen wiegen. Kein anderer europäischer Vogel betreibt einen solchen Aufwand.
5. Störche paaren sich mehrmals pro Stunde
Die bizarren Großvögel haben ein sehr aktives Sexleben. Pro Stunde paaren sie sich mehrmals oft hoch oben in ihrem Horst vor den Augen neugieriger Zuschauer. Vielleicht ist der Storch auch deshalb das Symbol für Fruchtbarkeit und Kinderkriegen schlechthin?
6. Störche brüten selten nah am Boden
Zum einen behält der Storch gerne den Überblick und das hat seine Gründe. Hoch oben sind die Jungstörche in Sicherheit vor Beutegreifern wie Mardern, Füchsen oder streunenden Katzen. Zum anderen kommt es seinem Flugstil entgegen, denn er bevorzugt es, mit seinen weit ausgebreiteten Flügeln zu segeln, nur selten unterbrochen von langsamen Flügelschlägen. Und von hoch oben kann er seine Futtergebiete besser überblicken. In den letzten 70 Jahren wurden nur sechs Fälle dokumentiert, in denen Störche ihre Nester am Boden gebaut haben.
Sehenswert: Die größte Dichte an Storchennestern habe ich in Straßburg gesehen. Neben dem Parc de l’Orangerie geht eine mit alten Bäumen bestückte Allee in Richtung des Europaparlaments und in jeder Krone ist ein Horst mit einem Storchenpaar. Insgesamt nisten im und um den Park ca. 100 – 200 Storchenpaare.
7. Störche sind sich nicht ein Lebenlang treu
Manchmal treffen sie nach ihrer langen Reise zurück aus Afrika in ihrem Horst in Straßburg die schicke rot bestrumpfte vom letzten Jahr an, dann kann es durchaus sein, dass sie sich erneut paaren. Meist finden sie aber einen neuen Partner. Während der Brutsaison bleiben sie sich allerdings treu, sie sind als eine Art Saison-Ehepaar.
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8. Störche sind für viele Kulturen Glücksbringer
Das Wort Storch ist laut Etymologen früheren Wörtern wie starr und sterke zuzuordnen. Der Name Storch hat mit seinem stelzenden Gang zu tun. Ein weiterer Ursprung ist, dass sich der Name vom Wort „stock“ ableitet, das im Mittelalter für „männliches Glied“ stand. Vermutlich besteht hier auch ein Zusammenhang mit der Sage im germanischen Sprachraum, dass der Storch als Kindesbringer gilt. Als Adebar wird er wohl bezeichnet, da er als Glücksbringer gilt, abgeleitet von „auda“ = Glück, „Heil“ und „bera“ = tragen, bringen, gebären.
Wo kann man Störche gut beobachten?
Besonders in der Brutzeit zwischen Anfang April und Anfang August kann man Störche in ihren Horsten bei der Brutpflege beobachten. In Deutschland geht das laut NABU in Rühstädt. Nirgendwo in Deutschland nisten so viele Störche auf so engem Raum wie im Europäischen Storchendorf Rühstädt nahe der Elbe. Aber auch im Elsass oder in Polen wird man fündig. Im Land der Störche zählte man zuletzt 52.500 Paare.