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Festtagsdeko als Futter?

Weihnachtsbaum entsorgen – aber bitte nicht an Haustiere verfüttern

Weihnachtsbaum liegt draußen zur Abholung
Bevor der Weihnachtsbaum raus auf die Straße kommt, fragen sich einige Haustierbesitzer, ob man ihn nicht doch noch verfüttern könnte Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

6. Januar 2026, 6:20 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Feiertage sind vorbei, der Baum nadelt – und so mancher Haustierhalter kommt auf eine vermeintlich clevere Idee: Warum nicht einfach Zweige oder Nadeln des ausgedienten Weihnachtsbaums an Kaninchen, Pferde oder andere Haustiere verfüttern? Schließlich sieht man im Zoo doch auch Elefanten oder Ziegen, die Weihnachtsbäume bekommen. Doch genau davon raten Experten entschieden ab.

Weihnachtsbäume sind oft belastet

Man kennt die Bilder: Nach dem Fest landen Weihnachtsbäume in Gehegen bei Elefanten und Co., die freuen sich über die kulinarische Abwechslung – und spielen auch gern mal mit dem Essen. Ist es da nicht auch eine schöne Idee, zumindest ein paar Zweige an Kaninchen, Pferde und andere Tiere im oder vor dem Haus zu verfüttern, bevor der eigene Baum entsorgt wird?

Auch wenn der Gedanke charmant erscheint – für Haustiere kann das Futter aus dem Wohnzimmerbaum gefährlich werden. Die Organisation Aktion Tier warnt eindringlich davor, Weihnachtsbäume oder deren Bestandteile an Tiere zu verfüttern. Der Grund: Die meisten in Deutschland verkauften Tannen und Fichten stammen laut Aktion Tier aus Monokulturen, die regelmäßig mit Pestiziden und Düngemitteln behandelt werden.

Eingesetzt würden unter anderem chemische Pestizide zur Unkrautvernichtung – etwa Glyphosat – sowie Mittel zum Schutz vor Pilz- und Insektenbefall. Wenn Tiere an den Bäumen nagen oder Teile gar fressen, können die Schadstoffe in den Tierkörper gelangen und der Gesundheit schaden, erklärt die Biologin Ursula Bauer von der Aktion Tier. 

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Warum Weihnachtsbäume für Haustiere keine gute Idee sind

Dass die Idee, den ausgedienten Weihnachtsbaum ans Haustier zu verfüttern, überhaupt aufkommt, ist nachvollziehbar: Viele Pflanzenfresser knabbern instinktiv gern an Zweigen, nutzen Rinde zur Zahnabnutzung oder beschäftigen sich spielerisch mit frischem Grün. Gerade bei Kaninchen oder Ziegen wirkt das Interesse oft groß – doch Begeisterung ist kein verlässlicher Hinweis auf Bekömmlichkeit.

Besonders empfindlich reagieren Kaninchen, Meerschweinchen und Pferde, deren Verdauung auf rohfaserreiche, aber schadstofffreie Pflanzen ausgelegt ist. Gelangen Pestizid- oder Düngemittelrückstände aus Weihnachtsbaumzweigen in den Organismus, kann das zu Durchfall, Koliken oder Vergiftungserscheinungen führen.

Wer seinen Tieren nach den Feiertagen dennoch etwas Gutes tun möchte, greift besser zu ungespritzten Alternativen. Hier bieten sich Weiden-, Hasel- oder Obstbaumzweige aus sicherer Herkunft an. Sie sorgen für Beschäftigung und Knabberfreude, ohne die Gesundheit der Tiere zu gefährden. Ursula Bauer von Aktion Tier hat noch einen Tipp fürs nächste Jahr: Wer den Baum nach der Weihnachtszeit verfüttern will, sollte bereits beim Kauf darauf achten, dass es sich um einen zertifizierten Bio-Weihnachtsbaum handelt, der ohne Gifte herangewachsen ist. 

Und wohin nun mit dem ausgedienten Baum? 

Die meisten Städte und Kommunen bieten im Januar gesonderte Abholungen für Weihnachtsbäume an, heißt es vom Umweltbundesamt (UBA). Informationen dazu finden sich auf den jeweiligen Webseiten. Bevor die Bäume hinausgestellt werden, sollten sie komplett abgeschmückt und auch von allen Lamettarückständen befreit werden. Weitere Tipps finden Sie bei unseren Kollegen von myHOMEBOOK.

Übrigens: Den Weihnachtsbaum zu verbrennen, ist in der Regel auch keine gute Idee. Das UBA weist darauf hin, dass Holz, das im Ofen verbrannt werden soll, gut durchgetrocknet sein muss, was bis zu zwei Jahre dauern kann. Außerdem müsse es naturbelassen sein. 

Darauf zu achten ist nicht nur wichtig, weil sonst hohe Staubemissionen entstehen. Auch der eigene Ofen könne Schaden nehmen, wenn dieser überhitzt werde. Ofentürenscheiben können laut UBA milchig werden, die Ofentür dauerhaft undicht. Außerdem könnten sich Teerablagerungen bilden.

Mit Material der dpa

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