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Panische Angst

Kennen Sie schon diese kuriosen Tierphobien?

Frau hat Angst vor Spinnen
Die Angst vor Spinnen ist eine der häufigsten Phobien von Menschen gegenüber Tieren. PETBOOK klärt auf, welche Phobien es noch gibt. Foto: Getty Images / PeopleImages
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Sonja Jordans

3. Januar 2026, 8:21 Uhr | Lesezeit: 9 Minuten

Die Spinne an der Zimmerdecke, der bellende Hund des Nachbarn oder eine kriechende Schlange – Tiere können bei manchen Menschen nicht nur einen Schrecken, sondern regelrechte Panik auslösen. Denn auch, wenn sich zahlreiche Menschen das kaum vorstellen können: Tierphobien gibt es wirklich, und wie aus der Literatur hervorgeht, sind sie gar nicht so selten. PETBOOK stellt einige der bekanntesten Phobien vor. 

Was ist eigentlich eine Phobie?

Phobie ist von dem griechischen Wort „phobos“ abgeleitet, welches so etwas wie Furcht oder Angst heißt. Oft leiden Betroffene entsprechend unter panischer Angst. Die wohl bekannteste Phobie rund um das Tierreich ist die Arachnophobie – die Angst vor Spinnen. Doch daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Phobien, die einige Menschen belasten. So löst für einige zum Beispiel eine Katze, eine Biene oder ein Hund panische Angst aus. Zusammengefasst werden solche Ängste unter dem Begriff Zoophobie, der Angst vor Tieren. 1, 2, 3

Arachnophobie – Angst vor Spinnen

Sie gilt als weit verbreitet – und wird oft geradezu „erlernt“. Kleinkinder haben ihre Eltern als Vorbild und übernehmen deren Verhalten. Erleben sie panische Reaktionen bei Vater oder Mutter, sobald eine Spinne gesichtet wird, werden sie vermutlich ähnlich reagieren. Eltern, so heißt es in zahlreichen Publikationen, geben diese Angst also an ihre Kinder weiter.

Zudem sind Spinnen flinke Krabbler und huschen schnell hinter ein Möbelstück, von wo aus sie ebenso rasch wieder hervorkriechen. Ihre Optik – acht Beine sind eher ungewöhnlich – trägt ebenfalls dazu bei, dass zahlreiche Menschen sie argwöhnisch betrachten. Dass es in zahlreichen Ländern giftige Exemplare gibt, deren Biss auch Menschen gefährlich werden kann, trägt auch zur Panik bei. 

Ophidiophobie – Angst vor Schlangen

Auch Schlangen lösen offenbar bei zahlreichen Menschen Ängste aus. Lautlos, schnell und giftig – das wird häufig mit Schlangen assoziiert. Zudem tauchen Schlangen ähnlich wie Spinnen oft überraschend auf, wenn auch in Mitteleuropa eher nicht in Häusern oder Wohnungen. Und auch in der freien Natur sind Schlangenbegegnungen für die meisten Menschen hierzulande selten. Allerdings werden Schlangen in Märchen und Mythologie oft als böse, gefährlich und geheimnisvoll beschrieben, weshalb die Angst vor den Tieren auch kulturelle Ursachen haben kann.

Wer unter Ophidiophobie leidet, hat dennoch entweder Angst, von einer Schlange erwürgt zu werden, wie es in der Literatur heißt, oder fürchtet sich, an einem giftigen Schlangenbiss zu sterben.   

Herpetophobie – Angst vor Echsen und anderen Reptilien 

Nicht nur Schlangen, auch Echsen und andere Reptilien wie Schildkröten und Krokodile sind mitunter Angstauslöser. Die Ursache ist unklar, aber auch hierbei können erlernte Faktoren und schlimme Erlebnisse angstverstärkend wirken. Auch kulturelle Faktoren können eine Rolle spielen, wie es in der Literatur heißt. Echsen erinnern an Drachen, die im Märchen oft feuerspeiend und unheilbringend daherkommen.

Zudem haben Menschen schon früh in ihrer Entwicklungsgeschichte gelernt, dass Reptilien ebenso wie Schlangen gefährlich sein können, weshalb sie die Fähigkeit entwickelt haben, diese Tiere früh zu entdecken und ihnen so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen.4 

Kynophobie – Angst vor Hunden

Ähnlich der Angst vor Spinnen wird auch die Angst vor Hunden oft von Eltern an ihre Kinder weitergegeben, wie aus zahlreichen Untersuchungen hervorgeht. Viele Halter vor allem größerer Hunde haben es vermutlich schon erlebt: Kaum kommt man mit seinem Tier an einem Kleinkind mit Elternteil vorbei, wird das Kind zur Seite gezogen und auf den „gefährlichen Hund“ hingewiesen. Dabei stellt sich das Elternteil noch schützend vor seinen Nachwuchs und lässt Hund und Halter nicht aus den Augen. Dass der Hund an der kurzen Leine geht und sich weder um das Kind noch um das panische Elternteil kümmert, beruhigt nicht. So lernt schon das Kind, dass ein Hund unheilvoll und gefährlich ist. Diese Gedanken können sich später zu einer Phobie entwickeln.

Auch negative Erlebnisse mit einem Hund, etwa, wenn ein Mensch gebissen oder angeknurrt wurde, können Ängste auslösen. Berichte über Hundeangriffe in den Medien verstärken solche Tierphobien oder können ebenfalls zu Auslösern werden. 

Ailurophobie, Felinophobie oder Gatophobie – Angst vor Katzen

Die Angst vor Katzen ist nicht so selten, wie vor allem Katzenhalter glauben dürften, die mit ihren pelzigen Hausgenossen Sofa und sogar Bett teilen. Etwa 15 Millionen Menschen weltweit sollen demnach unter dieser Panikstörung leiden, die Dunkelziffer ist vermutlich höher.

Bei dieser Angst kommt es häufig nicht zur Angst vor allen Katzen, sondern nur vor Tieren mit bestimmten Merkmalen, etwa getigertem oder schwarzem Fell. Angeblich sind von dieser Angst mehr Männer als Frauen betroffen. Auslöser können negative Erlebnisse sein oder auch von anderen übernommenes Verhalten. Auch Aberglaube und die negative Rolle von Katzen in Märchen – als Begleiter von Hexen und Zauberern – und Mythologie können Ursachen sein. 5

Apiophobie – Angst vor Bienen und bienenartigen Tieren

Zugegeben, gestochen werden möchte wohl niemand. Ein Bienen- oder gar Wespenstich ist nicht nur unangenehm, sondern kann starke Schmerzen oder sogar heftige, mitunter lebensbedrohliche allergische Reaktionen hervorrufen. Die Phobie vor Bienen und ihren Verwandten lässt Menschen, die darunter leiden, allerdings schon in Panik geraten und flüchten, wenn es in ihrer Nähe auch nur summt. Betroffene fürchten sich nicht nur vor dem Tier selbst, sondern auch davor, gestochen zu werden.

Unter dieser Angst leiden nicht allein Allergiker, die auf das Gift von Biene oder Wespe reagieren, wenn sie gestochen werden. Auch Menschen, die nicht allergisch sind oder noch nie gestochen wurden, können diese Tierphobie entwickelt haben. Allgemein wird die Angst vor kriechenden Insekten und allem anderen, was draußen und gelegentlich auch drinnen krabbelt, unter dem Begriff Entomophobie zusammengefasst. Die Angst vor Insektenstichen und stechenden Insekten wird als Akarophobie bezeichnet. 6, 7

Elasmophobie – Angst vor Haien

Die Angst vor Haien nennt sich Elasmophobie, die übermäßige Angst hingegen wird auch Selachophobie genannt. Auch diese Angst ist weltweit bekannt, nicht nur bei Küstenbewohnern, vor deren Stränden sich Haie tummeln. Einen großen Anteil daran, dass sich auch Menschen vor Haien fürchten, die fernab von Meeren und Küsten leben, soll der 1975 erschienene Film „Der weiße Hai“ von Steven Spielberg haben. Er zeigte Haie als brutale, gnadenlose und eiskalte Killer, die gezielt Jagd auf Menschen machen. Obgleich dieses Bild durch Forschungen widerlegt wurde, ist die Hai-Angst immer noch weit verbreitet.

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Equinophobie – Angst vor Pferden

Pferde haben große Köpfe und Zähne. Welcher Pferdefreund mag diese Aussage nicht schon als Erklärung dafür gehört haben, wenn sich jemand nicht zu nahe an das Tier heranwagen wollte? Wer jedoch extreme Angst vor Pferden, dem Reiten und/oder dem Herunterfallen von einem Pferderücken hat, leidet vermutlich unter Equinophobie, auch Hippophobie genannt.

Auch die schiere Größe des Pferdes kann ein Angstauslöser bei Betroffenen sein, ebenso wie der Anblick von Pferdezubehör wie Zaumzeug oder sogar Ställen. Nicht nur die Begegnung mit den Tieren selbst löst bei Betroffenen Panik aus. Das bloße Betrachten von Fotos oder Statuen reicht bereits aus. Betroffene meiden zudem Situationen, in denen sie auf Pferde treffen könnten.

Da Pferde als sehr feinfühlig gelten, spüren sie meist, wenn sich jemand vor ihnen fürchtet. Das gilt übrigens auch für Hunde und Katzen. Pferdephobie hat ihre Ursache oftmals – wie die meisten anderen Tierphobien – in einer traumatischen Erfahrung, etwa einem Sturz vom Pferd oder einem Tritt. 8

Ornithophobie – Angst vor Vögeln

Spätestens Hollywood-Regisseur Alfred Hitchcock dürfte sie bekannt gemacht haben und hat diese Phobie mit seinem Film „Die Vögel“ auch eindrucksvoll bebildert. Ornithophobie nennt sich die starke, übersteigerte Angst vor Vögeln. Schon der bloße Gedanke an diese Tiere oder der Anblick von Vögeln kann bei Betroffenen Symptome auslösen.

Übrigens: Eine spezielle, kurios anmutende Ausprägung dieser Angst soll die Anatidaephobie sein – die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden. Dabei löst demnach nicht die Tiergattung an sich Panik aus, sondern ausschließlich das Gefühl, die Ente könnte die betroffene Person anstarren. Diese Phobie soll es tatsächlich geben, auch wenn sie erst durch einen Comic bekannt wurde. Ob es wirklich Menschen gibt, die darunter leiden, ist allerdings unklar. 9, 10

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Murophobie und Musophobie – Angst vor Mäusen und Ratten

Was huscht denn da!? Auch die Angst vor Mäusen und Ratten ist weit verbreitet, ähnlich wie die Angst vor Spinnen. Schon der Gedanke daran, dass sie einer Maus oder Ratte begegnen könnten, löst bei Betroffenen schwere Angstsymptome aus. Daher meiden sie Situationen, in denen die Tiere auftauchen könnten, und vermeiden etwa Keller und Abstellplätze von Mülltonnen. 

Die Ursache dieser Angst kann einerseits in der Entwicklung des Menschen begründet liegen. So galten Ratten und Mäuse als Überträger schwerwiegender Krankheiten. Die Pest etwa wurde durch Flöhe weitergetragen, die von Ratten auf Menschen übersprangen. Zudem gelten die Nager als Schädlinge, die Getreide und andere Vorräte nicht nur fressen, sondern auch durch Kot und andere Spuren kontaminieren und für Menschen unbrauchbar machen. Der Ekel vor diesen Tieren ist seit Generationen weit verbreitet. Zudem werden Ratten und Mäuse in der Literatur oft negativ dargestellt. 11

Warum Sie Tierphobien ernstnehmen sollten

Wichtig zu wissen: Etwas Grusel vor der großen Spinne an der Zimmerdecke oder dem bellenden Hund in Nachbars Garten ist noch keine Tierphobie. Herzrasen, Schweißausbrüche, Panik, Flucht – wer wirklich unter einer Tierphobie leidet, zeigt in der Regel massive Reaktionen und möchte im Moment der Begegnung mit dem Angstauslöser nur eins: schnell weg. Oft reicht schon ein Foto des Tiers, um solche Reaktionen auszulösen.

Wer sich vor einer bestimmten Tierart fürchtet, muss sich dafür jedoch nicht schämen. Niemand ist mit seiner Angst allein, und Tierphobien sind verbreiteter als viele Menschen glauben. Zudem gibt es Hoffnung, denn gerade Ängste vor Tieren lassen sich gut behandeln, wie es in Medizin und Literatur heißt – mithilfe professioneller Begleitung, etwa durch Konfrontationstherapien. Welche Behandlung die passende ist und andere Informationen dazu erteilen unter anderem Krankenkassen, Selbsthilfegruppen und Arztpraxen. 

Quellen

  1. apotheken-umschau.de, „Tierphobien: Ursachen und Behandlung“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  2. nordbayern.de, „Diese 11 Phobien gibt es wirklich“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  3. apotheken-wissen.de, „Alle erdenklichen Phobien von A-Z: Was steckt hinter den Fachbegriffen?“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  4. deutschetimes.com, „Herpetophobie, die Angst vor Eidechsen und Schlangen“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  5. mdr.de“, „Stimmt: Angst vor Katzen ist eine der häufigsten Tierphobien“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  6. phobieambulanz.at, „Insektenphobie“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  7. flexikon.doccheck.com, „Akarophobie“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  8. hypnoseberlin.de, „Hypnose bei der Angst vor Pferden – Hippophobie“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  9. medde.org, „Was ist Angst vor Vögeln (Ornithophobie)“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  10. chip.de“, „Angst vor Enten (Anatidaephobie): Das steckt dahinter“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎
  11. de.thpanorama.com, „Rattenphobie (Musophobie) Symptome, Ursachen und Behandlungen“ (aufgerufen am 03.01.2026) ↩︎

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