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Marienkäfer, Hufeisen und Schwein

Tierische Glücksbringer zu Silvester – und was sie bedeuten

tierischer Glücksbringer
Schwein, Hufeisen und Marienkäfer gehören zu den bekanntesten Glücksbringern – ihre Bedeutung reicht von alten Bräuchen bis in unsere Zeit. Foto: Getty Images/diephosi
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Werkstudentin

30. Dezember 2025, 12:32 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Glück kann man nicht kaufen – tierische Glücksbringer aber schon. Ob Schwein, Hufeisen oder Marienkäfer: Seit Jahrhunderten begleiten tierische Symbole den Glauben an ein gutes neues Jahr. Doch warum gelten ausgerechnet sie als Glücksboten? Ein Blick in Geschichte und Volksglauben zeigt, wie Nutztiere, Insekten und Alltagsgegenstände zu festen Glückssymbolen wurden.

Das Schwein – vom Schimpfwort zum Symbol des Glücks

Zum Jahreswechsel verwandelt sich das Schwein vom eher unvorteilhaften Schimpfwort in einen der beliebtesten Glücksbringer. In Schaufenstern, auf Grußkarten oder als Marzipanfigur steht es sinnbildlich für ein gutes neues Jahr. Diese besondere Rolle ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langen Kulturgeschichte. Schon in frühen Hochkulturen galt das Schwein als Zeichen von Kraft, Fruchtbarkeit und Wohlstand: Es spielte eine Rolle in religiösen Ritualen der Antike, war heiliges Tier in der germanischen Mythologie und steht in Teilen Asiens bis heute für Zufriedenheit und Stärke.

In Mitteleuropa erhielt das Schwein seine konkrete Bedeutung als Glückssymbol vermutlich im Mittelalter. Damals bekamen bei volkstümlichen Wettkämpfen ausgerechnet die schlechtesten Teilnehmer ein Ferkel als Trostpreis – begleitet von Spott, aber wirtschaftlich betrachtet ein echter Gewinn. Anspruchslos in der Haltung, schnell schlachtreif und äußerst fruchtbar, konnte ein einziges Tier den Grundstein für Nahrungssicherheit legen. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich die Redewendung „Schwein haben“ als Sinnbild für unerwartetes Glück.

Bis heute lebt diese Vorstellung in Neujahrsbräuchen weiter. In Deutschland werden Schweine aus Marzipan verschenkt, oft ergänzt durch weitere Glückssymbole wie Kleeblätter oder Münzen. In anderen Regionen soll bereits die Berührung eines Ferkels Glück bringen, während es in mehreren europäischen Ländern traditionell als Festessen zum Jahreswechsel gehört. So bleibt das Schwein – trotz seines ambivalenten Rufs – eines der langlebigsten und vielseitigsten tierischen Glückssymbole.1, 2

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Hufeisen als tierischer Glücksbringer

Zu Silvester gibt es nicht nur Massen an Feuerwerk zu verkaufen, sondern auch eine Menge an Dekorationen oder kleine Mitbringsel, die Glück bringen sollen. Das neue Jahr soll ja schließlich angenehm starten und nicht über die nächsten zwölf Monate böse Überraschungen offenbaren. Aus diesem Anlass werden gerne kleine Hufeisen verschenkt, oder Schweinchen mit einem silberglänzenden Hufeisen im Gepäck. Aber warum eigentlich? Welche Bedeutung hat das Hufeisen?

Die Antwort auf die Frage findet man in der Vergangenheit. Früher, als Pferde noch einen großen Teil der Arbeit in der Landwirtschaft ausgemacht haben oder als Kutschpferde der Adligen dienten, waren sie nicht nur ein besonders wichtiger Teil des Alltags, sondern auch Statussymbol. Wer ein gesundes Pferd hatte, war wohlhabend. Und wer ein Pferd besitzt, gibt sich natürlich auch Mühe, dass es sich bester Gesundheit erfreuen kann. Ein großes Gesundheitsrisiko für Pferde ist ein gebrochenes oder verletztes Bein. Um den Tieren bei ihrer Arbeit mehr Trittsicherheit zu geben, beschlug man die Hufe mit Hufeisen – das soll ebenfalls nicht gerade günstig gewesen sein. Auch heutzutage wissen wohl viele Halter, dass Pferde gut und gerne mal eines ihrer Eisen verlieren. In früheren Jahrhunderten war das zwar auch ärgerlich. Derjenige, der das Eisen dann aber am Wegesrand gefunden hat, dem wurde nachgesagt, dass er Glück hatte.

Aber Hufeisen zieren nicht nur Silvester-Dekorationen, sondern hängen manchmal noch als echte Eisen über Garagen oder Haustüren. Und sie bringen gleich zwei glückbringende Funktionen mit. Einerseits sagt man einem Hufeisen am Haus nach, dass es den Teufel fernhält. Wenn der nämlich an die Tür klopfen würde, fiele das Eisen einfach auf seinen Kopf. Und wenn das Eisen mit der Öffnung nach oben angebracht ist, dann hält es das Glück fest. Also immer gut darauf achten, dass die Öffnung nicht nach unten zeigt.3

Marienkäfer – himmlischer Helfer mit Glücksfaktor

Der Marienkäfer steht wie kaum ein anderes Insekt für Glück – und das aus gutem Grund. Seit Jahrhunderten ist er ein wichtiger Helfer in der Landwirtschaft, denn er frisst große Mengen an Blattläusen und schützt so Pflanzen und Ernten. Schon bevor es chemische Schädlingsbekämpfung gab, galt sein Auftauchen als gutes Zeichen. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich der Volksglaube, der Käfer sei ein von der Jungfrau Maria gesandter Helfer, was sich bis heute in seinem Namen sowie in Bezeichnungen wie „Herrgottskäfer“ oder „lady bug“ widerspiegelt. Auch heute noch gilt der Marienkäfer als tierischer Glücksbringer für Glück, Schutz und eine intakte Natur.4

Quellen

  1. stuttgarter-nachrichten.de, „Warum Schweine Glück bringen“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎
  2. swr.de, „Glücksbringer-Wissen, mit dem Sie auf der Silvesterparty punkten können“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎
  3. sueddeutsche.de, „Die Symbolkraft des Hufeisens“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎
  4. antenne.com, „Deshalb bringen Marienkäfer Glück!“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎

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