28. September 2025, 16:09 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Pfotenabdrücke auf dem Boden, Haare auf dem Sofa und Futterreste unter dem Napf – wer mit Tieren zusammenlebt, kennt diese kleinen Herausforderungen im Haushalt. Doch was viele nicht wissen: Manche Reinigungsmittel können für Haustiere gefährlich werden. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) gibt hilfreiche Tipps, wie man tierfreundlich, hygienisch und zugleich sicher putzen kann – und worauf dabei unbedingt zu achten ist.
Reinigungsmittel: Diese Inhaltsstoffe können Haustieren schaden
Viele herkömmliche Haushaltsreiniger enthalten Stoffe, die für Tiere problematisch sind. Besonders bedenklich sind laut ZZF Produkte mit Bleichmitteln oder starken Duftstoffen. Schnüffeln oder lecken Hund, Katze oder Kleintier daran, kann das zu Vergiftungserscheinungen führen.
Auch bestimmte Inhaltsstoffe wie Salmiaklösung sind riskant – insbesondere in Haushalten mit Aquarien oder Terrarien. Gelangt Ammoniak aus der Luft ins Wasser, kann das für Fische oder Amphibien gefährlich werden. Raumsprays oder Duftöle wiederum reizen häufig die empfindlichen Atemwege von Heimtieren, insbesondere von Ziervögeln.
Tierfreundlich putzen beginnt beim Lagern der Putzmittel
„Reinigungsmittel sollten immer außerhalb der Reichweite von Heimtieren aufbewahrt werden“, so ZZF-Fachreferentin Selina Schlierenkamp. Sie rät dazu, lieber auf natürliche Alternativen zurückzugreifen – etwa Essig, Natron oder Zitronensaft. Auch spezielle, haustierfreundliche Reiniger aus dem Zoofachhandel sind eine sichere Wahl.
Falls doch auf chemische Reiniger zurückgegriffen werden muss, sollten Tiere während der Reinigung aus dem Raum gebracht werden. Nach dem Putzen ist es wichtig, die behandelten Flächen gründlich mit Wasser nachzuwischen. Andernfalls könnten Hund oder Katze Rückstände über die Pfoten aufnehmen und beim Ablecken in den Körper gelangen.
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Näpfe, Decken, Spielzeug: So reinigt man Tierzubehör richtig
Tierhaare lassen sich am besten mit einer Fusselbürste oder dem Staubsauger entfernen. Für stärkere Verschmutzungen wie Urin- oder Kotflecken empfiehlt der ZZF spezielle Reiniger aus dem Fachhandel, die gleichzeitig auch unangenehme Gerüche neutralisieren. Das sind zum Beispiel Hygiene- oder Enzymreiniger, die die aromatischen Moleküle aufbrechen und neutralisieren.
Fressnäpfe sollten täglich mit heißem Wasser gereinigt werden. Spielzeug und andere Gegenstände aus dem Alltag der Tiere lassen sich mit milder Seifenlösung säubern – aber danach unbedingt gründlich abspülen. Textilien wie Kissen, Decken oder Körbchen können meist in der Waschmaschine gewaschen werden. Dabei gilt: möglichst milde, parfümfreie Waschmittel verwenden, „weil viele Heimtiere einen ausgeprägten Geruchssinn haben“, so Schlierenkamp.
Wie häufig man diese reinigen sollte, erfahren Sie in diesem Artikel: So oft sollten Sie die Wasser- und Futternäpfe Ihrer Haustiere reinigen.
Rückzugsort für Haustiere während des Putzens
Geräusche wie das Brummen eines Staubsaugers oder das Klappern von Eimern und Möbeln können für Tiere belastend sein. Gerade geräuschempfindliche Tiere geraten dabei leicht in Stress. Der ZZF empfiehlt deshalb, Haustieren während des Putzens eine ruhige Rückzugsmöglichkeit in einem anderen Raum zu bieten.
Mein Kater hasst den Staubsauger – besonders, wenn ich ihn nutze
„Mein Kater Remo hat einige ganz eigene Angewohnheiten. Meistens sind sie eher niedlich, aber eine besondere ‚Macke‘ macht es im Alltag für mich schwer: Er hasst es, wenn ich den Staubsauger in der Hand habe.
Saugt mein Mann, greift der Kater zwar die Bürste vom Staubsauger ein paar Mal mit lautem Fauchen an und setzt sich dann demonstrativ zwischen mich und den Sauger – mit erhobener Pfote, wann immer der Sauger mir zu nahe komme.
Wenn er jedoch mich mit dem Gerät in der Hand sieht, kennt Remo kein Halten mehr. Er faucht, er schlägt die Bürste – ja, er regt sich sogar so auf, dass er sich übergeben muss. Ich weiß nicht, ob er glaubt, dass die lauten Geräusche und Bewegungen des Geräts mich verletzen könnten und er deshalb so in Stress gerät.
Wenn ich also saugen muss, locke ich ihn ins Wohnzimmer, verschließe es und sauge den Rest der Wohnung. Anschließend geht es für Remo ins Schlafzimmer, während ich das Wohnzimmer sauge und das Gerät direkt wieder im Schrank verschwinden lasse. So ist es für ihn in Ordnung und er schaut mich nur so an, als wolle er sagen: ‚War irgendwas?‘“
Mit Material der dpa
