14. November 2025, 6:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn die Temperaturen sinken und der Winter naht, stellt sich nicht nur für uns Menschen einiges um – auch Hunde, Katzen und Kleinsäuger haben in der kalten Jahreszeit besondere Bedürfnisse. Während wir uns in Decken kuscheln und die Heizung aufdrehen, brauchen unsere tierischen Mitbewohner oft mehr Energie, Schutz vor Kälte und spezielle Pflege. Welche Haustiere im Winter mehr Futter benötigen, weiß eine Expertin des Zentralverbands der Heimtierbranche (ZZF).
„Im Herbst und Winter verändern sich auch die Ansprüche von Heimtieren, was ihren Energiehaushalt, das Aktivitätslevel und das Immunsystem betrifft“, erläutert Selina Schlierenkamp, ZZF-Fachreferentin für Heimtiere. „Neben der richtigen Ernährung und Haltung ist es wichtig, ihre individuellen Bedürfnisse zu erkennen und frühzeitig darauf zu reagieren.“
Energiebedarf steigt bei Hunden im Winter
Für Hunde, die auch bei niedrigen Temperaturen draußen unterwegs sind, steigt der Energieverbrauch deutlich – allein, um ihre Körpertemperatur zu halten. Entsprechend muss auch das Futter angepasst werden. Es sollte hochwertige Fette und gut verdauliche Proteine enthalten. Allerdings gilt: keine überstürzte Futterumstellung. Die Menge sollte bedarfsgerecht und schrittweise erhöht werden.
„Um Übergewicht zu vermeiden, sollten Halterinnen und Halter das Gewicht ihrer Hunde beobachten, die Futtermenge sollte an die Aktivität angepasst oder wieder reduziert werden, wenn die Hunde lieber in der warmen Stube bleiben“, betont Schlierenkamp. Ebenso wichtig: eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Stoffwechsel und Kreislauf stabil zu halten.
Gerade kleine Rassen mit dünnem Fell, Welpen sowie ältere oder kranke Hunde sind besonders empfindlich gegenüber Kälte. Für sie empfehlen sich kürzere Spaziergänge und der Einsatz von schützenden Hundemänteln, besonders wenn wenig oder keine Unterwolle vorhanden ist.
Dürfen Kaninchen auch im Winter draußen sein?
Dürfen Katzen auch im Winter Freigang haben? Das sollten Sie wissen
Katzen brauchen Rückzugsorte und Bewegung
Auch Katzen zeigen im Winter sehr unterschiedliche Verhaltensweisen – einige lieben den Schnee, andere bleiben lieber auf der warmen Fensterbank. Katzen mit regelmäßigem Freigang entwickeln ein dichtes Winterfell, das sie vor Kälte schützt. Wohnungskatzen hingegen zeigen diesen Fellwechsel oft weniger ausgeprägt. „Ein vitaler, gesunder Freigänger kann ohne Bedenken selbst bei klirrender Kälte im Freien streunen“, sagt Schlierenkamp. „Ist keine Katzenklappe vorhanden, sollte das Tier jederzeit Zugang zu einem trockenen, zugluftfreien Unterschlupf haben.“
Der Energiebedarf richtet sich dabei stark nach dem Aktivitätslevel. Während Freigänger im Winter mehr Kalorien verbrauchen, müssen Halter bei Wohnungskatzen auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achten, um Übergewicht zu vermeiden. Denn einige Katzen schlafen in der kalten Jahreszeit oft bis zu 20 Stunden täglich.
Für junge Kätzchen unter sechs Monaten, ältere Tiere oder Katzen ohne Unterwolle ist der Winter draußen weniger geeignet – sie sollten lieber im Warmen bleiben.
Kaninchen im Freigehege: Frischfutter und Wasser im Blick
Kaninchen, die im Außengehege leben, benötigen auch im Winter eine ausgewogene Ernährung. Diese sollte vorwiegend aus Heu, aber auch frischem Gemüse wie Karotten oder Sellerie und Kräutern bestehen. Wichtig ist ein hoher Energie- und Nährstoffgehalt, um die Körperwärme zu regulieren und das Immunsystem zu stärken.
„Frisches Gemüse, in geringeren Mengen auch Obst, bitte nur in kleinen Portionen, aber dafür häufiger anbieten, damit alles sofort gefressen wird“, rät Schlierenkamp. Zu kaltes oder gar gefrorenes Futter könne den empfindlichen Magen-Darm-Trakt der Tiere belasten.
Besonders wichtig: Das Trinkwasser sollte bei Minusgraden mehrmals täglich überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Offene Wassernäpfe sind besser geeignet als Metall-Nippeltränken, denn: Daran kann die Zunge der Tiere festfrieren.
Bei Unsicherheiten, welches Haustier im Winter mehr Futter braucht, sollte man seinen Tierarzt zurate ziehen oder im Fachhandel nach vollwertigem Winterfutter fragen.
