28. September 2026, 13:11 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Viele Tierhalter lassen ihren Hund oder ihre Katze chippen, vergessen danach aber einen entscheidenden Schritt. PETBOOK erklärt, wann der Mikrochip vorgeschrieben ist, was er tatsächlich speichert und wie er dabei hilft, entlaufene Tiere wiederzufinden.
Welche Haustiere müssen gechippt sein?
In Deutschland gibt es bislang keine einheitliche Regelung zur Mikrochip-Pflicht für Haustiere. Daher unterscheiden sich die Vorschriften je nach Bundesland, Kommune, Hunderasse und Einstufung des Tieres. So gilt in einigen Bundesländern eine Chip-Pflicht für Hunde, wohingegen die Vorgaben für Katzen meist in kommunalen Katzenschutzverordnungen festgelegt sind.
Wer mit seinem Tier außerhalb Deutschlands reisen möchte, benötigt dafür einen EU‑Heimtierausweis. Damit dieser ausgestellt werden kann, müssen Hunde, Katzen und Frettchen seit 2012 mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein.
Allgemeine Mikrochip-Pflicht für Hunde:
- Berlin
- Brandenburg
- Thüringen
- Hamburg
- Niedersachen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
Für Listenhunde und als gefährlich eingestufte Hunde:
- Bayern
- Hessen
- Bremen
- Rheinland-Pfalz
- Nordrhein-Westfalen (gilt auch für Hunde mit einer Widerristhöhe von 40 cm oder einem Gewicht von 20 kg)1
Wie läuft das Chippen des Haustiers ab?
Auf dem kleinen Transponder, der im Nacken oder an der Schulter des Tieres implantiert wird, ist eine 15-stellige Nummer gespeichert. Dafür implantiert der Tierarzt den Chip mit einer speziellen Spritze. Anschließend bleibt er dort, während die entsprechende Stelle im Haustierausweis notiert wird. Ein Chip kostet etwa 20 bis 45 Euro, wobei für das Einsetzen zusätzlich etwa 10 bis 25 Euro anfallen.
Da das Chippen für Tiere auch mit Stress verbunden sein kann, empfehlen Tierärzte, das Chippen genau zu planen. Wenn eine Katze beispielsweise kastriert wird, kann der Chip auch in Narkose gesetzt werden.
Sobald das Haustier den Chip trägt, kann jeder Tierarzt oder jedes Tierheim die Nummer des Tieres mit einem speziellen Lesegerät auslesen.
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Haustiere sollten nach dem Chippen registriert werden
Die Nummer ist vor allem hilfreich, wenn ein Tier verloren geht. Dafür sollten Identifikationsnummer, Informationen zum Tier und Kontaktdaten des Besitzers jedoch in einer Datenbank wie Tasso, Findefix oder der Internationalen Zentralen Tierregistrierung (IFTA) online hinterlegt werden. Hinterlegt man seine Telefonnummer in einem der Register, ist die Rückführung des entlaufenen Tieres um einiges einfacher und schneller.2
Wichtig: Der Mikrochip speichert keine Adresse und keine medizinische Akte. Auf dem Transponder befindet sich lediglich eine eindeutige Identifikationsnummer. Erst die Verknüpfung dieser Nummer mit den Halterdaten in einem Tierregister ermöglicht die Rückvermittlung eines Fundtiers.
Ein weiterer Vorteil: Elektronische Hunde- und Katzenklappen oder Futterautomaten mit eingebautem Sensor erkennen die zum Haushalt zugehörigen Tiere und lassen nur diese rein oder an ihr Futter.
Kann man ein entlaufenes Tier über den Chip orten?
Leider können Halter allein durch den Mikrochip ihr entlaufenes Tier nicht orten. Denn ein Mikrochip besitzt weder GPS noch eine eigene Stromversorgung. Damit sendet er auch nicht dauerhaft den Standort des Tieres. Die Nummer kann nur aus kurzer Entfernung mit einem passenden Lesegerät ausgelesen werden. Wer sein Tier aktiv orten möchte, benötigt einen separaten GPS-Tracker am Halsband oder Geschirr.
Mit Material der dpa