6. Mai 2026, 11:10 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
PETBOOK-Autorin Manuela Lieflaender ist mit Lebensgefährte Volker und Australian Shepherd Elvis an die Mosel gefahren – eigentlich für einen Hundefreizeitpark. Am Ende wurde daraus eine Genuss-Reise für anspruchsvolle Hundehalter.
Wie Kurzurlaub im Ausland
Ich dachte, niemand in meinem Alter macht Urlaub an der Mosel. Entweder fährt man ans Meer oder in die Berge. Dazwischen gibt es nichts. Bis ich entdeckte, dass genau dort der einzige Hundefreizeitpark in Deutschland liegt, als ich zufällig Schild auf dem Weg zu einer Hunde-Fortbildung in der Moselregion sah. Und so war die Idee für diese Reportage war geboren.
Doch schon bei meiner Recherche bin ich unweigerlich abgedriftet. Die Mosel ist keine Region wie jede andere. Sie fühlt sich anders an – leichter, genussvoller, fast ein bisschen wie ein Kurzurlaub im Ausland. Vielleicht liegt es am französischen Einfluss, der überall mitschwingt. An den Weinbergen, die sich in engen Schleifen an die Hänge schmiegen. An kleinen Orten, die mehr Lebensgefühl als Sehenswürdigkeit sind. So wurde aus meinem ursprünglich geplanten Trip in den Hundefreizeitpark eine wahre Genussreise mit Hund.
Cochem: Wellness vor historischer Kulisse
Der Startschuss dafür fiel in Cochem. Schon die Einfahrt in die Stadt ist spektakulär. Denn schon von weitem sieht man das Wahrzeichen: Die majestätische Reichsburg Cochem thront auf einem markanten Felskegel über der Stadt und den Weinbergen, was dem Ort eine märchenhafte Silhouette verleiht.
In Cochem sind mir sofort die urigen Cafés aufgefallen, die historischen Fachwerkhäuser und verwinkelten Gassen. Für unsere erste Übernachtung wollten wir etwas Besonderes und haben das Hotel Kessler Meyer ausgewählt. Wellness-Hotels, die explizit damit werben, dass Hunde willkommen sind, gibt es nicht so häufig in Deutschland.
Hotel mit Grünfläche und Kotbeutelautomat
Am Empfang wird jeder Gast auf ein Willkommens-Getränk in der Lounge eingeladen. Man chillt auf gemütlichen Sofas, bekommt einen leckeren Pfirsich-Likör und Elvis machte es sich auf dem flauschigen Teppich mit einem Napf Wasser bequem. Das durchdachte Konzept zog sich dann so durch: Auf dem Zimmer stand ein hochwertiger Wanderrucksack bereit, der links und rechts mit Trinkflaschen für Hund und Mensch ausgestattet war.
Kaffee und Kuchen war ebenfalls vorhanden. Wir hätten den ganzen Tag schlemmen oder in den Spa-Bereich können, aber zwischendurch muss man ja auch mal Gassi gehen. Da trifft es sich gut, dass vor dem Hotel sofort eine Grünfläche mit Kotbeutelautomat ist und es zur Moselpromenade nur 500 Meter sind.
Insider-Tipp für Cochem: Bei gutem Wetter ist die Promenade ein Slalomlauf um Radfahrer und Touristen. Wechselt auf die andere Moselseite! Dort gibt es mehr Grünstreifen und Eure Hunde können deutlich entspannter schnüffeln.
4 Highlights für Urlaub mit Hund an der Mosel
Am nächsten Morgen ging es weiter ins Moseltal, genauer gesagt in die Region Trier. Hier erwarteten uns vier Highlights:
- der einzige Hunde-Freizeitpark Deutschlands
- eine Weinwanderung mit Hund inklusive Picknick über der Mosel
- ein rustikales, hundefreundliches Restaurant mitten im Wald an einem Premium-Wanderweg
- Sightseeing in Deutschland ältester und vielleicht hundefreundlichster Stadt: Trier
Welcher Ferienpark mit Hund ist der beste?
In der Moselregion fällt die Auswahl schwer, denn es gibt etliche Ferienparks. Unendlich viele Bewertungen habe ich gelesen, bis ich mich auf ein 4-Personen-Luxus-Ferienhaus im Landal Park Sonnenberg festgelegt habe. Für unsere Reisereportage zwischen Thalfang und Trier war er optimal gelegen. Hinzu kommt, dass auf dem Berg der Ausblick über das Moseltal einfach gigantisch ist.
Das Ferienhaus war tiptopp sauber, neue Küche, neues Bett, neues Bad. Hier wäre ich sofort eingezogen. Zumal ich diese grünen Ferienanlagen mit Hund einfach mag, in denen man zu jeder Tages- und Nachtzeit entspannt spazieren gehen kann. Hier kommt hinzu, dass gleich mehrere Wanderwege für Abwechslung sorgen und man das Auto stehen lassen könnte. Theoretisch. Aber wir hatten natürlich andere Pläne.
Denn wir trafen uns mit meiner Bekannten Nina, die aus der Region kommt und für die nächsten Tage unser Guide war. Mit von der Partie: Ihre Bullterrier-Hündinnen Elsa und Batida.
Action in Thalfang: Der einzige Hundefreizeitpark Deutschlands
Nina bucht den einzigen Hundefreizeitpark Deutschlands im Sommer regelmäßig. Von den sieben Außenflächen, die man im Caniplace mieten kann, entscheidet sie sich regelmäßig für die Fläche mit dem Hundeschwimmbad.
Vor Ort probierten wir natürlich alle sieben Flächen einzeln aus: Freilauffläche, Schwimmbad, Agility-Parcours, Parcours für Welpen und Kleinhunde und weitere Parcours für Hundesport und Sinneswahrnehmung. Elvis würde antworten, dass ihm die Freilauffläche mit dem Bachlauf am besten gefallen hat. Dort konnte er mit Elsa ausgelassen toben und zwischendurch in den Bach springen.
So wie er sehen das die meisten Hundebesitzer: 80 Prozent der Besucher besuchen den Caniplace wegen dieser Fläche.
Mein persönliches Fazit: Auch für ängstlichen oder junge Hunde geeignet
Vor allem für die Körperwahrnehmung von ängstlichen oder jungen Hunden fand ich den Parcours für Welpen sowie den Auslauf für die Sinneswahrnehmung toll. Für Hunde mit Jagdtrieb, die sonst nicht frei laufen können, ist jeder Parcours geeignet, weil die Zäune entsprechend hoch sind. Natürlich ist die Naturfläche hier die Nummer eins, weil sie am meisten Platz bietet.
Schön ist auch, dass verschiedene Hundesportarten wie Agility, Treibball oder Hoopers ausprobiert werden können. Allerdings empfiehlt es sich hier, entweder selbst Ahnung von der jeweiligen Sportart zu haben oder eine fachkundige Person mitzunehmen. Ich persönlich bin ich kein Hundesportler. Insofern würde ich, genau wie Nina, im Sommer das Hundeschwimmbad buchen, weil Elvis gerne planscht.
Rustikaler Genuss am Premium-Wanderweg
Nach dem Besuch des Caniplace waren wir hungrig. Zum Glück wusste Nina, wo sich in der Nähe von Thalfang ein hundefreundliches Restaurant mit regionalen Spezialitäten in ländlicher Idylle befindet.
Sie führte uns nach Schillingen. Die Spießbratenhalle liegt direkt am Schillinger Panoramaweg. Das ist ein 14,8 Kilometer langer Wanderweg in Waldrandlage. Wir sparten uns die Wanderung allerdings und kehren direkt in das urige Restaurant mit dem riesigen Außenbereich ein.
Insider-Tipp: Der über offenem Buchenholzfeuer geschwenkte Spießbraten ist legendär und ein Muss für Genuss-Reisende.
Mein persönliches Highlight: Weinwanderung mit Hund
Mosel ohne Wein ist wie Elvis ohne Plüsch: undenkbar. Kommen wir also zu meinem persönlichen Highlight: Die Weinwanderung mit Hund. Klingt spießig, ist aber ein ganz besonderes Erlebnis.
Meine Wahl für diese Tour war auf ein Weingut gefallen, das von zwei jungen Winzerinnen geleitet wird. Julia hat Modedesign studiert und Daniela BWL. Man kann sich vorstellen, dass die Entscheidung nicht leichtgefallen ist, das elterliche Traditionsweingut zu übernehmen. Aber weil man ein Lebenswerk wie das Weingut Alten nicht einfach aufgibt, haben sie sich in das Thema Weinanbau hinein gefuchst, es lieben gelernt und ein eigenes, kreatives Konzept entwickelt.
Wir buchten das „Weinpicknick“, das die Beiden in Kooperation mit dem Leani´s Café in Trier durchführen. Die Weinwanderung startete am Weingut Altem in Detzem direkt an der Mosel und führte hoch in die Weinberge.
Weinprobe, Spezialitäten und Panoramablick – unvergesslich!
Mitten in den Reben stand ein liebevoll gedeckter Tisch mit Blumen, regionalen Köstlichkeiten wie Quiches, hausgemachten Aufstrichen, frischen Wraps, Pancakes und drei Weinen, die die Schwestern teilweise selbst kreiert haben. An die Hunde war selbstverständlich auch gedacht worden. Sie bekamen sofort Näpfe mit frischem Wasser.
Die Weinprobe, die leckeren Spezialitäten und dazu der Blick über das Mosel-Panorama bei strahlendem Sonnenschein – unvergesslich!
Wir waren so begeistert von dem Gesamtkonzept, dass wir nicht nur Wein kauften, sondern direkt die Wein-Patenschaft abgeschlossen. Man bekommt eine eigene Rebe, eine Urkunde und hat immer einen Grund, zurückzukehren.
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Trier – die hundefreundlichste Stadt Deutschlands?
Mir fiel bei der Reise immer wieder auf, wie entspannt das Leben in der Moselregion ist und wie hundefreundlich. Deshalb vertraute ich Nina, als sie uns einlud zu einem Stadttrip durch Trier.
Normalerweise meide ich überfüllte Innenstädte mit Hund, aber Trier ist weder überfüllt noch eine typische Großstadt. Die alte Römerstadt bietet eine faszinierende Mischung aus monumentaler Antike und lebendigem Stadtleben. Wichtig für die Hunde: Auch in der Stadt ging es immer wieder durch schattige Grünflächen mit vielen Gelegenheiten zum ausgiebigen Schnüffeln. Am Café und Restaurant gab es für jeden Hund einen eigenen Napf mit Wasser.
Alle Adressen und Highlights für den Urlaub an der Mosel mit Hund im Überblick:
- Wellness & Hotel: Hotel Kessler-Meyer, Cochem. 4-Sterne-Superior, absolut hundefreundlich, toller Spa-Bereich.
- Wohnen & Ausblick: Landal Park Sonnenberg, Leiwen. Moderne Ferienhäuser (freistehend) auf dem Bergplateau.
- Action & Training: Caniplace, Thalfang. Deutschlands einziger Hundefreizeitpark.
- Genuss & Wein Weingut Alten, Detzem. Weinwanderungen, Rebstock-Patenschaften und das exklusive „Weinpicknick“ (ca. 150 € für 2 Personen, komplett eingedeckt inkl. Verpflegung von Leani’s Café). Weingut-alten.com
- Einkehr-Tipp: Spießbratenhalle am Schillinger Panoramaweg. Urig, regional und perfekt für eine Pause nach der Wanderung.
Mein Fazit: Die Mosel-Region rund um Trier hat mich überrascht. Hier ist „Hundefreundlichkeit“ kein hohles Versprechen, sondern gelebter Alltag. Ob Wellness-Hotel, Weinpicknick, Luxus-Haus oder Freizeitpark für Hunde –wWir kommen definitiv wieder!