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Ablauf, Kosten und Heilung

Das passiert bei der Kastration der Katze

Katze Kastration
Wie wichtig eine Kastration ist, ist keine Frage mehr. Aber wie laufen Kastrationsoperationen ab, wie verläuft die Heilung und wie viel kosten sie? Foto: Getty Images/GoodLifeStudio
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Werkstudentin

20. Oktober 2025, 10:53 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Viele Katzenhalter stehen früher oder später vor der Frage: Soll ich meine Katze kastrieren lassen? Doch was passiert dabei genau, wann ist der richtige Zeitpunkt – und welche Mythen halten sich hartnäckig rund um das Thema?

Was ist eine Kastration?

Das Wort Kastration kommt aus dem lateinischen Verb „castrare“ und bedeutet „verschneiden“. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Wort in die deutsche Sprache übernommen. Kastration im zeitgenössischen Sinne meint die Entfernung der Fortpflanzungsorgane von Tieren, wie bei Katzen die Eierstöcke und bei Katern die Hoden. Dabei geht es hauptsächlich um Keimdrüsen, die Sexualhormone produzieren. Werden diese von Tierärzten entfernt, werden diese Hormone nicht mehr produziert. Infolgedessen verlieren die Katzen ihren Sexualtrieb und es kann zu Verhaltensänderungen kommen. Zudem kastrieren viele Halter ihre Katzen, um unerwünschte Fortpflanzung zu verhindern.1

Was ist der Unterschied zur Sterilisation?

Sterilisieren und kastrieren werden oft als Synonyme füreinander verwendet. Ebenfalls ein Mythos ist die Annahme, Katzen würden sterilisiert und Kater kastriert. Bei der Sterilisation bleibt die Hormonproduktion erhalten, da nur die Eileiter oder Samenleiter abgebunden oder durchtrennt werden. Hingegen entfernen Tierärzte bei der Kastration die Eierstöcke oder Hoden ganzheitlich. 2

Auch interessant: Wann die Kastration bei Katzen sinnvoll ist

Wann sollte ich meine Katze kastrieren lassen?

Wichtig ist in erster Linie, die Katze nicht zu früh zu kastrieren. Sobald die Katzen geschlechtsreif sind, kann man die Operation mit seinem Tierarzt anfangen zu planen. Wann eine Katze die Geschlechtsreife erreicht, ist allerdings unterschiedlich und hängt einerseits von der Rasse und andererseits von dem Geschlecht der Katze ab. Kater erreichen diese je nach Quelle zwischen sechs und zehn Monaten. Bei Kätzinnen sieht es etwas anders aus: Sie werden zwischen sechs und sieben Monaten geschlechtsreif.

Halter von Freiläufern sollten sich zusätzlich informieren, ob ihre Region besondere Vorschriften bei Kastrationen hat. Manchmal ist diese bei Freigängern verpflichtend, um die unkontrollierte Fortpflanzung von Katzen einzudämmen. 3,4

Was muss ich vor dem Eingriff beachten?

Wenn die Katze alt genug ist, stellen Sie sie Ihrem Tierarzt vor und vereinbaren Sie einen Operationstermin. Kater haben keinen Jahreszyklus, weswegen sie ganzjährig operiert werden können. Wobei Halter bei Kätzinnen auf den Zyklus ihrer Rolligkeit achten sollten. Ist die Kätzin rollig, sollte sie nicht kastriert werden – zu dem Zeitpunkt sind die Eierstöcke mehr durchblutet. Während einer Operation kann es deswegen zu Komplikationen kommen.

Außerdem sollten sie vor der Operation auf weitere Punkte achten:

  • Beratungsgespräch beim Tierarzt: Aufklärung über Risiken und über mögliche Vorerkrankungen oder Allergien der Katze
  • Gesundheit: Katze sollte fit sein und narkosefähig
  • Nahrung: mindestens 12 Stunden vor der Operation kein Futter mehr
  • Trinken: Katze darf bis kurz vor der Operation trinken, für genaue Angaben den Tierarzt fragen

Wie läuft eine Kastration bei Katzen ab?

Vor jeder Operation wird die Katze von dem Tierarzt noch einmal voruntersucht. Wenn der Veterinär dabei keine Auffälligkeiten feststellt, kann es losgehen. Außerdem sind die Tierärzte darauf bedacht, dass das Tier nach der Operation so wenig Schmerzen wie möglich hat. Dementsprechend versuchen sie, die Kastrationen minimalinvasiv zu gestalten. Jede Kastration wird unter Vollnarkose durchgeführt: Die Katze bekommt also eine Injektion und schlummert langsam unter der Aufsicht des Praxisteams ein – während der Operation wird die Atmung der Katze stets kontrolliert. Anschließend wird die Stelle der Operation am Bauch der Katze geschoren und desinfiziert.

Beim Kater ist die Operation einfach erklärt: Die Hoden des Katers werden mit einem kleinen Schnitt am Hodensack entfernt. Die Wunde muss meistens nicht zugenäht werden. Ein Vorteil dabei ist: Die Wundflüssigkeit kann selbst ablaufen.

Die Kastration der Katze läuft anders ab. Durch einen Bauchschnitt werden diese entnommen. Normalerweise wird die Gebärmutter dabei nicht zusätzlich entfernt. Die Wunde wird im Anschluss vernäht. Einige Tierärzte bieten sogar minimalinvasive Nähte an – bei der sogenannten laparoskopischen Nahttechnik fällt die Wunde kleiner aus. Zusätzlich gibt es für Kater und Kätzinnen entzündungshemmende Medikamente.

Postoperative Nachsorge der Kastration

Nach dem Eingriff wacht Ihre Katze unter tierärztlicher Aufsicht langsam aus der Narkose auf. Sobald sie wieder stabil ist, dürfen Sie sie mit nach Hause nehmen. Ihr Tierarzt wird Ihnen genaue Anweisungen zur Pflege in den nächsten Tagen geben – dazu gehören Hinweise zur Wundpflege, zur Fütterung und zum Verhalten nach der Operation. Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihre Katze in Ihrem Zuhause einen warmen Platz hat – aufgrund der Narkose sind die Vierbeiner nämlich kälteempfindlicher. Stellen Sie Ihrer Katze ausreichend Wasser zur Verfügung und füttern Sie sie erst am Folgetag langsam an.

Kätzinnen bekommen in der Regel eine Halskrause oder eine Art Schutzanzug, damit sie sich ihre Wunden nicht auflecken. Die Vierbeiner sind meistens ziemlich hart im Nehmen und sind schon einige Tage nach der Operation unauffällig. Trotzdem sollten Sie Ihre Katze aufmerksam beobachten, damit Sie im Falle möglicher Komplikationen wie Nachblutungen entsprechend reagieren und schnell zum Tierarzt gehen können.

Ungefähr zehn Tage nach dem Eingriff gibt es eine Nachuntersuchung – dabei werden bei der Kätzin die Fäden gezogen und die Narben kontrolliert. 5

Wie teuer sind Kastrationen?

Die Kosten für eine OP sind je nach Geschlecht und Tierarzt unterschiedlich. So lagen die Kosten für eine Kastration bei Katzen im Jahr 2024 je nach Umfang des Eingriffs zwischen etwa 60 und 170 EUR. Wird zusätzlich die Gebärmutter entfernt, kann der Preis auf rund 90 bis 270 EUR steigen. Die Kastration eines Katers ist in der Regel günstiger, da der Eingriff weniger aufwendig ist – meist fallen hier zwischen 50 und 100 EUR an. Da die Operation beim Kater kürzer dauert und die Nachsorge einfacher ist, entstehen oft geringere Gesamtkosten. Zusätzlich sollten Halter mögliche Nebenkosten wie Medikamente, Schmerzmittel, Antibiotika, Kontrolluntersuchungen oder eine Halskrause einplanen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, vorab einen detaillierten Kostenvoranschlag in der Tierarztpraxis einzuholen.6

Mehr zum Thema

Nimmt meine Katze nach der Kastration zu?

Ein Mythos rund um das Thema Kastration ist die Annahme, dass Katzen nach der Entfernung der Geschlechtsorgane deutlich zunehmen und sogar fauler werden. Die Beobachtungen per se sind meistens gar nicht falsch, sondern die Herleitung. Nicht die Kastration ist daran schuld, sondern der reduzierte Energieverbrauch der Katze. An der Stelle sollten Halter das Futter der Katze optimieren und entsprechend der neuen Lebenslage und verringerten Aktivität anpassen. 7

Darf ich bei der Kastration meiner Katze dabei sein?

Das kommt ganz auf die Praxis an – die Entscheidung liegt in den Händen des Tierarztes. Manche Praxen erlauben es den Haltern, andere nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits ist ein operativer Eingriff an der Katze für viele Halter hoch emotional – viele wollen ihre Katze verständlicherweise nicht alleine lassen. Allerdings ist es auch eine hohe Belastung, das geliebte Tier auf dem OP-Tisch zu sehen – vor allem, wenn es um offene Wunden geht. Einige Menschen unterschätzen den Anblick und bekommen Schwindel oder kippen im OP-Saal um. Dann müssen Tierärzte den Eingriff abbrechen und sich um den Halter anstatt um die Katze kümmern.

Es wird daher eher empfohlen, die Katze vor und nach der Operation zu begleiten und für sie da zu sein – und nicht während der Operation.

Quellen

  1. dwds.de, „Kastration, die“ (aufgerufen am 20.10.2025) ↩︎
  2. tierklinikrostock.de, „Kastration Katze – Alle wichtigen Informationen“ (aufgerufen am 20.10.2025) ↩︎
  3. kleintierpraxis-breitibach.ch, „Katze kastrieren“ (aufgerufen am 20.10.2025) ↩︎
  4. drsam.de, „Kastration Kater – Ist es überhaupt nötig?“ (aufgerufen am 20.10.2025) ↩︎
  5. katzenklinik-frankfurt.de, „Die Kastration, ein Überblick“ (aufgerufen am 20.10.2025) ↩︎
  6. santevet.de, „Sterilisation bei Katzen: Was Sie über Preise und Ablauf wissen sollten“ aufgerufen am 20.10.2025) ↩︎
  7. tierarzt-karlsruhe-durlach.de, „Kastration Katze & Kater: Kastrieren oder sterilisieren?“ (aufgerufen am 20.10.2025) ↩︎

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