4. Februar 2026, 16:54 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Majestätisch, kraftvoll und bemerkenswert gelassen: Das Drum Horse zieht sofort alle Blicke auf sich. Einst trug es Pauken durch das Getöse militärischer Paraden, heute fasziniert es Reiter und Zuschauer gleichermaßen. PETBOOK klärt auf, was diese Rasse so besonders macht.
Herkunft
Das Drum Horse ist als Rasse eher unbekannt, obwohl die Geschichte der Pferde im englischen Königshaus verwurzelt ist. Bereits vor Jahrhunderten wurden die Tiere in der königlichen Leibgarde eingesetzt, wo sie einen voll ausgerüsteten Reiter sowie zwei schwere Kesselpauken trugen. Daraus leitet sich der Name Drum Horse (Deutsch: Trommel- oder Paukenpferd) ab.
Diese Aufgabe verlangte außergewöhnliche Kraft, absolute Nervenstärke und große Gelassenheit. Gezüchtet wurden die Pferde zunächst aus Shire Horses, später ergänzt durch Clydesdales und Irish Cobs (Tinker), die Ausdauer und ein ruhiges Wesen einbrachten.
Einen wichtigen Impuls für die moderne Rasseentwicklung gab der Hengst Galway Warrior, ursprünglich im Besitz von Königin Elisabeth II. Er kam über seinen zweiten Käufer Jeff Bartko in den 1990er-Jahren in die USA und wurde 2003 als erstes „Drum Horse“ beim Breyer-Fest vorgestellt.
2012 gründete sich die International Drum Horse Association (IDHA) für das Drum Horse und legte einen verbindlichen Zuchtstandard fest. Dieser definiert eine Kombination aus Shire Horse, Clydesdale und Irish Cob, wobei keine Rasse mehr als 75 Prozent ausmachen darf und der Tinker-Anteil mindestens 12,5 Prozent betragen muss. Die wichtigsten Zuchtgebiete liegen heute in Großbritannien, Nordamerika und Europa. Außerdem gibt es eine Mindesthöhe von 163 Zentimetern, um als Zuchtpferd infrage zu kommen.
Aussehen
Das Drum Horse ist ein großrahmiges, schweres Pferd mit einer eindrucksvollen, zugleich eleganten Erscheinung. Das Stockmaß liegt zwischen 154 und 180 Zentimetern, wobei kleinere Tiere eher untypisch sind. Trotz seines massiven Körperbaus wirkt das Drum Horse nicht plump, sondern athletisch und ausgewogen proportioniert.
Charakteristisch sind eine breite Brust, starke Knochen, stabile Gelenke sowie ein ausgeprägter Behang an Mähne, Schweif und Fesseln. In der Farbgebung zeigt sich die Rasse vielseitig: Alle Grundfarben und Scheckungen sind zugelassen.
Charakter & Gemüt
Kraft wie ein Kaltblut, Nerven wie aus Stahl: Das Drum Horse beeindruckt nicht nur durch seine imposante Erscheinung, sondern vor allem durch seine Ausgeglichenheit – selbst in schwierigen Situationen. Die Rasse gilt als äußerst nervenstark und begegnet auch ungewohnten oder stressigen Momenten mit Gelassenheit und Souveränität.
Gleichzeitig zeigt sich das Drum Horse als freundlicher, menschenbezogener und lernwilliger Partner, der eine enge Bindung zu seinen Bezugspersonen aufbaut und als zuverlässig sowie vertrauenswürdig gilt.
Gang & Disziplin
Trotz seines schweren Körperbaus hat das Drum Horse raumgreifende, taktsichere und erstaunlich elastische Grundgangarten. Besonders der Schritt ist ruhig und kraftvoll, der Trab schwungvoll und ausbalanciert, während der Galopp eher Schaukelpferd-Charakter hat.
Ursprünglich für den Einsatz als Pauken- und Kavalleriepferd gezüchtet, zeigt es sich heute vielseitig einsetzbar: Es eignet sich sowohl für Freizeitreiten und Dressurarbeit im Basis- bis mittleren Bereich als auch für das Fahren.
Richtige Haltung & Pflege
Aufgrund ihrer Größe und ihres Körpergewichts benötigen Drum Horses ausreichend Platz in Stall und Auslauf. Großzügige Boxen, regelmäßiger Weidegang und ein sicherer Untergrund sind grundlegende Voraussetzungen für eine artgerechte Haltung.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert der üppige Behang, insbesondere an den Fesseln. Regelmäßige Pflege und Kontrolle sind wichtig, um Hautirritationen vorzubeugen. Trotz ihres ruhigen Temperaments sind Drum Horses bewegungsfreudig und profitieren von abwechslungsreicher Arbeit – sei es unter dem Sattel oder vor dem Wagen.
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Ernährung
Das Drum Horse gilt als robust und vergleichsweise genügsam, dennoch sollte die Fütterung sorgfältig an Größe, Gewicht und Arbeitsbelastung angepasst werden. Eine rohfaserreiche Ernährung mit hochwertigem Heu bildet die Basis.
Kraftfutter ist nur bei entsprechender Beanspruchung erforderlich, da die Rasse ansonsten zu Übergewicht neigen kann. Eine ausgewogene Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen unterstützt vornehmlich die Gesundheit von Knochen, Gelenken und Hufen.
Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten
Rassespezifische Erbkrankheiten sind beim Drum Horse nicht bekannt. Insgesamt gilt die Rasse als widerstandsfähig und langlebig. Wie bei allen schweren Pferden sollte jedoch auf die Belastbarkeit der Gelenke sowie auf die Huf- und Hautgesundheit geachtet werden. Mit artgerechter Haltung, regelmäßiger Pflege und ausgewogener Ernährung bleibt das Drum Horse in der Regel lange gesund und leistungsfähig.
Das Drum Horse im Überblick
- Charakter: nervenstark, ruhig, freundlich
- Stockmaß: 153–180 Zentimeter
- Fellfarbe: alle
- Gang: schwungvoll, taktsicher
- Disziplin: Reit- und Fahrpferd
- Besonderheiten: Größe und Schwere