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Zuckergefahr auf Weiden

Auch Pferde können Diabetes bekommen – so erkennen Sie es

Symbolbild von einem Pferd auf einer Butterblumenwiese
Leichtfuttrige Pferde sind besonders anfällig für Diabetes. (Symbolbild) Foto: Getty Images
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Werkstudentin

16. September 2025, 16:53 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Das Pferd steht ständig am Wasser, wirkt müde und verliert Gewicht – Anzeichen, die viele Besitzer zunächst nicht mit Diabetes in Verbindung bringen. Doch gerade beim Pferd kann ein gestörter Zuckerstoffwechsel schwerwiegende Folgen haben: PETBOOK klärt über die Ursachen, Symptome und Behandlungsoptionen auf.

Bei einem gesunden Pferd sorgt das Hormon Insulin dafür, dass die Glukose aus dem Blut in die Körperzellen gelangt und dort als Energiequelle genutzt wird. Hat das Pferd jedoch Diabetes, funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr richtig. Die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf das Hormon. Obwohl Insulin vorhanden ist, können die Zellen die Glukose nur unzureichend aufnehmen. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel bleibt dauerhaft erhöht, während den Zellen zu wenig Energie zur Verfügung steht.

Ursachen für Diabetes beim Pferd

Im Gegensatz zum Menschen liegt beim Pferd fast immer eine Insulinresistenz vor – ein Mangel an Insulin ist selten. Diabetes mellitus entsteht beim Pferd meist als Folgeerkrankung, etwa durch das Cushing-Syndrom, kann jedoch auch unabhängig davon auftreten. Häufig tritt die Erkrankung in Kombination mit dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) auf. Typische Anzeichen von EMS sind Störungen im Zuckerstoffwechsel, Hufrehe sowie Fetteinlagerungen am Mähnenkamm, an Hüfte, Schweifansatz oder Bauch.

Risikofaktoren für die Entwicklung von Diabetes sind vor allem Überfütterung, Bewegungsmangel und eine genetische Veranlagung. Besonders anfällig sind leichtfuttrige Rassen wie Shetlandponys, Haflinger oder Araber, während Vollblüter nur selten betroffen sind. Auch eine energie- und eiweißreiche Fütterung kann Übergewicht fördern und dadurch das Risiko erhöhen.1

Unbehandelte Diabetes beim Pferd führt zu einem chronischen Entzündungszustand, der langfristig die Gesundheit des Pferdes massiv beeinträchtigt.

Symptome im Alltag erkennen

Es beginnt oft schleichend: Das Pferd trinkt ungewöhnlich viel, wirkt matt und verliert trotz normaler Futteraufnahme an Gewicht. Das Fell zeigt sich stumpf und spröd, der Fellwechsel zieht sich ungewöhnlich lange hin. Während die anderen Pferde bereits im frischen Sommerglanz stehen, trägt das betroffene Tier sein Winterfell noch immer.

Auch das Immunsystem scheint geschwächt: Die Tiere erkranken schneller, wirken lustlos und verlieren an Bewegungsfreude. Trotz normaler oder sogar erhöhter Nahrungsaufnahme magern manche Pferde sichtbar ab. Hinzu kommen oft Anzeichen von Hufrehe, die mit Equinem Metabolischen Syndrom (EMS) in Zusammenhang stehen kann. Lahmheit und ein schwerfälliger, taktunreiner Gang sind häufig die Folge.

So stellt der Tierarzt die Diagnose

Wenn Sie die Symptome an Ihrem Pferd beobachten können, ist Handeln angesagt. In der Regel nimmt der Tierarzt eine Urin- und Blutprobe. In einer Laboranalyse werden die Proben auf Glukosewerte kontrolliert. Wichtig: Die Proben sollten nicht direkt nach der Nahrungsaufnahme genommen werden, sondern eher davor. Ansonsten kann es zu verfälschten Ergebnissen kommen.

Außerdem können Kliniken die Fettverteilung und den Ernährungszustand analysieren und beurteilen. Zudem sollten sicherheitshalber auch die Hufe geröntgt werden, um eine Erkrankung an Hufrehe auszuschließen. Zeitgleich sollten andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, wie das Cushing-Syndrom.2

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Behandlung von Diabetes beim Pferd

Die Behandlung von Diabetes beim Pferd erfordert in der Regel eine Dauertherapie. Zentrale Rolle spielt dabei eine angepasste, individuelle Ernährung. Hierfür ist eine bedarfsorientierte Fütterungsberatung sinnvoll. Ein optimiertes Bewegungsprogramm hilft unterstützend zur Regulation.

Bei Begleitkrankheiten sollten diese unbedingt mitbehandelt werden. In Einzelfällen können auch Medikamente mit unterstützen. Während bei Hunden oder Katzen eine direkte Insulintherapie Standard ist, kommt diese beim Pferd nur kaum zum Einsatz.3

Vorbeugen kann hilfreich sein

Eine zentrale Rolle in der Vorbeugung und Behandlung von Stoffwechselstörungen beim Pferd spielt die Ernährung – insbesondere die Unterstützung einer gesunden Darmflora. Entscheidend ist dabei, die Aufnahme von stärke- und zuckerhaltigem Futter zu begrenzen. Achten Sie darauf, geeignetes Futter für Diabetiker-Pferde zu füttern und den permanenten Zugang zu stark zuckerhaltigen Weiden zu vermeiden.

Als Basis der Fütterung dient hochwertiges Raufutter, in erster Linie Heu. Hier lohnt sich eine sorgfältige Auswahl geeigneter Sorten. Neben der Qualität des Futters ist auch das Fütterungsmanagement entscheidend: Eine verlangsamte Futteraufnahme hilft, die Aufnahme zu regulieren, besonders hilfreich kann dabei ein Heunetz sein. Regelmäßige Fütterungszeiten sind essenziell, wobei lange Futterpausen unbedingt vermieden werden sollten.

Quellen

  1. vetmed.uni-leipzig.de, „Grundlagen der Energiestoffwechsel-Störungen beim Pferd“ PDF-Dokument ↩︎
  2. tierspital.uzh.ch, „Equines Metabolisches Syndrom (EMS)“ (16.09.2025) ↩︎
  3. tiermedizinportal.de, „Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beim Pferd“ (aufgerufen am 16.09.2025) ↩︎

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