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Robust und sportlich

Warum das irische Connemara-Pony die ganze Welt begeistert

Connemara-Pony auf einer Wiese in Irland.
Kennen Sie schon die irische Rasse der Connemara-Ponys? Foto: Getty Images
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

8. April 2026, 16:50 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Kennen Sie die Connemara-Ponys? Unter Pferdemenschen gehören sie zu den beliebtesten Ponyrassen weltweit. Ihre Heimat liegt im rauen Westen Irlands, in der Region Connaught – eine Landschaft geprägt von Wind, Mooren und kargen Böden, die die Rasse bis heute formt. PETBOOK gibt einen Überblick über Herkunft, Charakter und Haltung.

Herkunft

Ihre genaue Entstehung ist nicht vollständig geklärt. Um die Herkunft der Ponys ranken sich verschiedene Mythen. So wird immer wieder erzählt, Wikinger hätten Pferde nach Irland gebracht – belegt ist das jedoch nicht. Sicher ist dagegen, dass irische Züchter über Jahrhunderte hinweg gezielt andere Rassen einkreuzten. Eine bekannte Episode stammt aus dem 16. Jahrhundert: Nach dem Untergang der spanischen Armada gelangten andalusische Pferde an die irische Küste. Später folgten unter anderem Araber und englische Vollblüter.

Ursprünglich war das Connemara-Pony ein Arbeitstier der Landbevölkerung. Mit rund 140 bis knapp 150 Zentimetern Stockmaß zog es Wagen, half beim Straßenbau und musste unter schwierigen Bedingungen bestehen. Die systematische Zucht begann Anfang des 20. Jahrhunderts: 1923 wurde die Connemara Pony Breeders Society gegründet, 1926 erschien das erste Stutbuch.

Aussehen

Groß, robust und dabei überraschend elegant: Das Connemara-Pony gehört zu den größten Ponyrassen der Welt. Viele Tiere bewegen sich an der oberen Grenze des Ponymaßes von 148 Zentimetern, manche wachsen sogar darüber hinaus. Trotzdem wirken sie nicht massig, sondern kompakt und sportlich – ein echtes Allround-Pony mit Ausstrahlung.

Besonders auffällig ist der edle Kopf mit großen, dunklen Augen, die dem Connemara seinen wachen und freundlichen Blick verleihen. Die leicht geschwungene Nasenlinie, die breite Stirn und die kleinen Ohren runden das typische Erscheinungsbild ab. Dazu kommen eine schräge Schulter, ein kräftiger Rücken und harte, widerstandsfähige Hufe – beste Voraussetzungen für ein Leben im rauen Klima Irlands.

Auch bei den Fellfarben zeigt sich die Rasse vielseitig: Am häufigsten sind Schimmel, aber auch Braune, Rappen, Falben oder Fuchsfarben sind keine Seltenheit.

Charakter & Gemüt

Wer einmal Zeit mit einem Connemara-Pony verbracht hat, merkt schnell: Diese Rasse punktet vor allem mit ihrer Persönlichkeit. Connemaras gelten als freundlich, neugierig und menschenbezogen. Sie suchen die Nähe zum Menschen und bauen oft eine enge, vertrauensvolle Beziehung zu ihren Bezugspersonen auf.

Gleichzeitig steckt in ihnen ein kluger Kopf. Die Ponys sind lernwillig, aufmerksam und erstaunlich anpassungsfähig. Neue Aufgaben verstehen sie meist schnell – und sie haben sichtbar Freude daran, mitzuarbeiten. Diese Kombination aus Intelligenz und Motivation macht sie zu echten Allroundern.

Besonders geschätzt wird außerdem ihre Nervenstärke: Selbst in ungewohnten oder hektischen Situationen behalten viele Connemaras die Ruhe. Das macht sie zu verlässlichen Partnern im Alltag – und zu idealen Lehrponys für Kinder und Anfänger.

Gang & Disziplin

Ob im Viereck, im Parcours oder im Gelände: Das Connemara-Pony zeigt sich als echtes Multitalent. In der Bewegung überzeugt die Rasse durch einen klaren Takt und einen guten Raumgriff. Der Trab ist schwungvoll, ohne dabei übertrieben zu wirken, und auch im Galopp zeigen die Ponys ein gutes Vermögen. Insgesamt wirken die Bewegungen harmonisch und effizient – ideale Voraussetzungen für unterschiedlichste Disziplinen.

Gerade beim Ausreiten spielen sie ihre Stärken aus: Trittsicherheit, Ausdauer und Nervenstärke machen sie zu zuverlässigen Partnern. Viele Connemaras zeigen große Freude an Bodenarbeit, Freiarbeit oder Working Equitation – Hauptsache, sie dürfen mitdenken und aktiv sein.

Richtige Haltung & Pflege

Das Connemara-Pony ist unkompliziert und anpassungsfähig. Entscheidend sind vor allem ausreichend Bewegung und Sozialkontakt mit anderen Pferden. Besonders gut eignet sich eine Haltung mit viel Auslauf, etwa im Offenstall mit täglichem Weidegang.

In der Pflege zeigt sich die Rasse insgesamt pflegeleicht. Die Hufe sind robust, sollten aber dennoch regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden, wie bei allen anderen Pferden auch. Mähne und Schweif sollten ebenfalls regelmäßig entwirrt und von Schmutz befreit werden, damit das Haar gesund bleibt und nicht verfilzt.

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Ernährung

Das Connemara-Pony gilt als genügsam – braucht aber trotzdem eine ausgewogene Fütterung. Die Basis sollte immer hochwertiges Raufutter wie Heu sein. Je nach Arbeitslevel kann die Futterration durch Kraftfutter ergänzt werden, allerdings meist in eher kleinen Mengen.

Da Connemaras gute Futterverwerter sind, neigen sie bei zu reichhaltiger Ernährung schnell zu Übergewicht. Eine angepasste Fütterung und ausreichend Bewegung sind daher besonders wichtig. Frisches Wasser und Mineralstoffe sollten jederzeit zur Verfügung stehen.

Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten

Das Connemara-Pony gilt als robuste Rasse. Eine bekannte, erblich bedingte Erkrankung ist jedoch die Hoof Wall Separation Disease (HWSD), bei der sich die Hufwand ablösen kann. Betroffen sind nur Tiere, die das Gen von beiden Elternteilen erben – Träger zeigen in der Regel keine Symptome.

Beim Kauf lohnt sich daher ein Blick auf die Hufe und im Zweifel ein Gentest. Grundsätzlich sind gesunde, widerstandsfähige Hufe beim Connemara aber die Regel.

Das Connemara-Pony im Überblick

  • Charakter: freundlich, neugierig und lernwillig
  • Stockmaß:  138 bis 153 Zentimeter
  • Fellfarbe: alle, am meisten Schimmel
  • Gang: raumgreifend und schwungvoll
  • Disziplin: Dressur, Springen, Working Equitation
  • Besonderheiten: Anfälligkeiten für HWSD

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