Wer es nicht selbst benutzt, hat die Redewendung „schwitzen wie ein Schwein“ schon einmal gehört. Aber was hat sie überhaupt mit Schweinen zu tun? Foto: Getty Images
„Ich schwitze wie ein Schwein!“ Diesen Satz haben wohl die meisten Menschen schon einmal an einem heißen Sommertag gesagt. Das Problem: Ausgerechnet das Tier, das in der Redewendung als Maßstab für starkes Schwitzen herhalten muss, kann kaum schwitzen. PETBOOK erklärt, warum sich der Spruch trotzdem bis heute hält und was Schweine stattdessen tun, wenn ihnen zu warm wird.
Schweine können gar nicht wirklich schwitzen
Anders als Menschen besitzen Schweine kaum Schweißdrüsen. Schweine besitzen kaum Schweißdrüsen und können sich deshalb nicht durch Schwitzen abkühlen. Wird es ihnen zu warm, müssen sie andere Wege finden, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Am liebsten suhlen sie sich dafür im Schlamm. Dieser kühlt die Haut und schützt zugleich vor Sonnenbrand und Insekten.
Tatsächlich beginnen viele Hausschweine bereits bei Temperaturen um 18 Grad damit, verstärkt nach Abkühlung zu suchen. Dann meiden sie oft den engen Kontakt zu Artgenossen und legen sich lieber mit etwas Abstand voneinander hin.1
Schweinen können nicht wirklich schwitzen. Wird es ihnen zu warm, kühlen sie sich bei einem Schlammbad ab Foto: Getty Images
Die Herkunft der Redensart ist nicht eindeutig geklärt. Sprachwissenschaftler vermuten jedoch, dass sie mit der früher allgegenwärtigen Hausschlachtung zusammenhängt. Im „Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“ erklärt Sprachforscher Lutz Röhrich, dass bereits die Wendung „bluten wie ein Schwein“ weit verbreitet war. Beim Schlachten der Tiere floss viel Blut, wodurch Schweine zum Sinnbild für besonders starke körperliche Vorgänge wurden.2
Hinzu kommt ein sprachgeschichtlicher Aspekt. Das Wort „Schweiß“ bedeutete in älteren Sprachstufen nicht nur Schweiß, sondern teilweise auch Blut. In der Jägersprache hat sich diese Bedeutung bis heute erhalten. Dort spricht man immer noch von „Schweiß“, wenn das Blut eines verletzten Wildtiers gemeint ist. Möglicherweise entwickelte sich auf diese Weise aus dem Vergleich „bluten wie ein Schwein“ irgendwann „schwitzen wie ein Schwein“.
Ein weiterer Grund, warum sich die Redewendung bis heute hält, könnte schlicht ihr Klang sein. Sprachwissenschaftler vermuten, dass der sogenannte Stabreim aus den beiden Wörtern „schwitzen“ und „Schwein“ die Formulierung besonders einprägsam gemacht hat.
Tatsächlich gibt es ähnliche Redensarten wie „schwitzen wie ein Tier“, „schwitzen wie ein Stier“ oder „schwitzen wie eine Sau“. Durchgesetzt hat sich im Alltag jedoch vor allem die Variante mit dem Schwein.3
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