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Übergewicht bei Kleintieren

Ist Ihr Kaninchen zu dick? So erkennen Sie es

Wie erkenne ich eigentlich, ob mein Kaninchen zu dick ist?
Woran können Halter eigentlich erkennen, ob ihr Kaninchen zu dick, oder vielleicht sogar zu dünn ist? Foto: Getty Images
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PETBOOK-Redaktion

19. März 2026, 6:22 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Kaninchen gehören zu den beliebtesten Kleintieren in Deutschland. Viele Halter möchten ihren Tieren ein möglichst artgerechtes Zuhause bieten – mit viel Platz, Rückzugsorten und der richtigen Ernährung. Doch zu einem gesunden Kaninchenleben gehört noch mehr: das richtige Körpergewicht. PETBOOK erklärt, woran Sie erkennen, ob Ihr Kaninchen zu dick oder zu dünn ist.

Ist mein Kaninchen zu dick?

Wir Menschen stellen uns oft auf eine Waage, um herauszufinden, ob wir eventuell zu- oder abgenommen haben. Geht das bei Kaninchen nicht auch? Die Antwort findet sich schnell: nur bedingt. Das Gewicht eines Lebewesens ist von vielen Faktoren abhängig, wie Größe oder Muskelmasse. Deswegen ist eine einmalige Messung eines Tieres einerseits nicht aussagekräftig und andererseits auch nicht vergleichbar mit anderen Kaninchen.

Es gibt allerdings einen sehr verlässlichen Weg, herauszufinden, ob das Kaninchen über- oder untergewichtig ist – und der ist einfacher als gedacht. Nach dem sogenannten Body-Condition-Score müssen Halter ihre Tiere an bestimmten Körperteilen abtasten. Dabei wird gezielt auf die Fettpolster geachtet.1

Wie taste ich mein Kaninchen ab?

Bevor Sie das Kaninchen abtasten, sollten Sie eine ruhige Atmosphäre schaffen, um Stress bei dem Tier zu vermeiden. Danach schauen Sie sich die Bereiche der Rippen, Wamme, Becken und Wirbelsäule an. Tasten Sie diese vorsichtig ohne Druck ab. Wie sich diese Bereiche anfühlen sollten, beschreibt die „Association for Pet Obesity Prevention“ (APOP). Idealerweise sollten die Rippen einfach zu ertasten sein, die Wamme der Proportion des Tieres entsprechend und die Wirbelsäule sollte zu spüren sein, aber nicht scharfkantig.2

Bei übergewichtigen Tieren sind die Rippen eher schwierig zu ertasten, ebenso wie die Wirbelsäule. Die Wamme ist deutlich mehr ausgeprägt und der Bauch hängt eher durch. Über den Rücken bis zum Hinterteil entsteht eine runde Wölbung.

Hingegen spürt man bei untergewichtigen Kaninchen schnell eher deutlich die Rippen. Die Wirbel der Wirbelsäule lassen sich schnell ertasten und sind durch das fehlende Fett und Muskelmasse vorstehend und spitz. Auch das Becken ist nicht gepolstert und man kann die Knochen deutlich spüren. Dabei fällt der Rücken eher ein, als dass er gewölbt ist.3

Warum ist mein Kaninchen übergewichtig?

Warum ein Kaninchen tatsächlich zu dünn oder zu dick ist, kann viele Ursachen haben. Gerade in der Kleintierhaltung kann es zu weitverbreiteten Fütterungsfehlern kommen. Ein Beispiel dafür kann eine zu zuckerhaltige Ernährung sein. Das kann passieren, wenn man Kaninchen zuckerhaltige Leckerlis wie Joghurtdrops gibt.

Außerdem kann es sein, dass das Kaninchen kein artgerechtes Futter bekommt. Die Hauptnahrungsquelle der Tiere besteht aus Heu und frischem Gras. Wenn Halter eher wenig davon und mehr Obst wie Äpfel zur Verfügung stellen, dann kann das wie ein langer Zuckerschock wirken.

Ein anderer Grund kann fehlende Bewegung sein. Kaninchen haben einen großen Bewegungsdrang. Dementsprechend brauchen sie viel Platz, um sich austoben zu können.4

Was sind die Folgen von Übergewicht?

Übergewicht bei Kaninchen kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben und sollte daher nicht unterschätzt werden. Zu viel Körperfett belastet vor allem die Gelenke, sodass sich die Tiere weniger bewegen und schneller Probleme mit der Beweglichkeit entwickeln. Gleichzeitig steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verdauungsstörungen.

Übergewichtige Kaninchen können sich zudem oft nicht mehr richtig putzen, was zu verfilztem Fell, Hautentzündungen oder Parasitenbefall führen kann. Auch die Pfoten werden stärker belastet: Durch das zusätzliche Gewicht lastet mehr Druck auf den Ballen, was schmerzhafte Hautprobleme begünstigen kann. Insgesamt leidet die Lebensqualität der Tiere, und die Lebenserwartung kann sich verkürzen.

Was können Halter gegen Übergewicht tun?

Die gute Nachricht ist: Gegen Übergewicht kann man einiges tun. Wichtig ist dabei, die Ursache zu kennen. Liegt sie in der Ernährung, können Halter mit einer langsamen Umstellung gegensteuern. Dabei werden stark zuckerreiche Futtermittel schrittweise reduziert und durch eine ausgewogene, artgerechte Ernährung ersetzt. Wichtig ist, die Umstellung behutsam vorzunehmen, statt einfach die Futtermenge zu verringern oder sogar eine Nulldiät zu machen. Stattdessen sollten stets ausreichend Heu, frisches Grünfutter und Wasser zur Verfügung stehen, damit sich der empfindliche Verdauungstrakt anpassen kann und das Gewicht langfristig gesund reguliert wird.

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Regelmäßige Gewichtskontrolle ist wichtig

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, das Kaninchen regelmäßig zu wiegen, um Gewichtsschwankungen frühzeitig zu erkennen und besser einschätzen zu können. Leichte Veränderungen im Gewicht sind dabei normal, da es – etwa durch Fellwechsel oder Jahreszeiten – zu natürlichen Schwankungen kommen kann. Auffällige oder anhaltende Zu- oder Abnahmen sollten jedoch genauer beobachtet und gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt werden.

Gegen einen Bewegungsmangel durch zu wenig Platz können Halter auch leicht reagieren. Dabei sind die Tiere von Natur aus sehr aktiv und haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Für Halter ist das ein klares Zeichen, mehr Bewegungsraum zu schaffen und auch auf die Neugier der Tiere einzugehen. In der Innenhaltung bieten sich beispielsweise verschiedene Ebenen oder abwechslungsreiche Gehegestrukturen an. Snacks lassen sich zudem gut mit kleinen Bewegungs- oder Intelligenzspielen verbinden.

Wenn es mehr als nur Übergewicht ist

Allerdings ist es wichtig, dass Auffälligkeiten beim Gewicht immer tierärztlich abgeklärt werden. Über- oder Untergewicht muss nicht zwangsläufig etwas mit Ernährung und Bewegung zu tun haben – manchmal können auch Krankheiten dahinterstecken.

Ein gesundes Körpergewicht ist ein wichtiger Bestandteil für ein langes und artgerechtes Kaninchenleben. Wer sein Tier regelmäßig beobachtet und abtastet, kann Veränderungen frühzeitig erkennen und rechtzeitig handeln. Mit der richtigen Ernährung, ausreichend Bewegung und tierärztlicher Begleitung lässt sich Übergewicht in vielen Fällen gut vermeiden oder reduzieren.

Quellen

  1. kaninchenwiese.de, „Untergewicht, Übergewicht“ (aufgerufen am 19.03.2026) ↩︎
  2. petobesityprevention.org, „Rabbit Body Condition Score (BCS) Chart & Assessment Guide“ (aufgerufen am 19.03.2026) ↩︎
  3. kaninchen-haltung.com, „Ist mein Kaninchen zu dick? Was kann ich dagegen unternehmen?“ (aufgerufen am 19.03.2026) ↩︎
  4. kaninchen-ratgeber.com, „Hat mein Kaninchen Übergewicht?“ (aufgerufen am 19.03.2026) ↩︎

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