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Sind Zierkürbisse giftig für Haustiere?

Katze liegt mit Zierkürbissen auf dem Fensterbrett
Zierkürbisse sind eine beliebte Herbst-Deko – doch in Haushalten mit Haustieren ist Vorsicht geboten Foto: Getty Images / Ekaterina79
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

29. Oktober 2025, 17:47 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Kürbisse gehören zum Herbst wie Kastanien und bunte Blätter. Sie sehen hübsch aus, duften nach Gemütlichkeit – und landen in vielen Küchen im Suppentopf. Doch nicht jeder Kürbis ist auch zum Essen geeignet. Gerade die kleinen, bunt gemusterten Zierkürbisse, die überall als Deko auftauchen, können gefährlich werden – nicht nur für Menschen, sondern auch für Haustiere. PETBOOK-Redakteurin Louisa Stoeffler hat das realisiert, als ihr Kater Remo sich einmal zu begeistert für einen geschnitzten Kürbis interessierte …

Mein Kater Remo liebt Kürbis genauso sehr wie ich. Sobald ich in der Küche einen Hokkaido, Butternut oder Spaghetti-Kürbis aufschneide, steht er neben mir, neugierig wie immer, und versucht, eine Pfote oder gleich den ganzen Kopf in den Kürbishaufen zu stecken.

Er ist so begeistert von dem Herbstgemüse, dass er auf die Arbeitsplatte springt (obwohl er weiß, dass es verboten ist) und versucht, sogar Innenleben oder Schale vom Hokkaido zu klauen. Einmal hat er so viel gemopst, dass er sich übergeben musste.

Normalerweise darf er später dann ein kleines Stück gekochten Kürbis probieren – schließlich ist das für Katzen gesund und völlig unbedenklich. Doch wenn überall herbstliche Dekorationen auftauchten, fragte ich mich, was passiert, wenn Remo mal an einem der hübschen kleinen Zierkürbisse knabbert. Denn die sehen zwar essbar aus – sind es aber ganz und gar nicht.

Kater Remo klaut sich Kürbis
Wenn es Kürbis gibt, kennt Kater Remo kein Halten mehr und versucht alles, um so viel wie möglich vom Gemüse zu bekommen Foto: PETBOOK / Louisa Stoeffler

Der Unterschied zwischen Zier- und Speisekürbissen

Zierkürbisse sind nicht für den Verzehr gezüchtet, sondern für die Optik. Sie sollen farbenfroh, klein und lange haltbar sein – und enthalten dabei oft Cucurbitacine, also Bitterstoffe, die stark giftig wirken.

Diese Substanzen reizen Magen und Darm und können selbst bei kleinen Mengen zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Während Speisekürbisse wie Hokkaido oder Butternut durch Züchtung kaum noch Cucurbitacine enthalten, ist der Gehalt in Zierkürbissen oft sehr hoch.

Und das Gemeine: Man erkennt den Unterschied nicht immer auf den ersten Blick. Manche Zierkürbisse sehen fast identisch aus wie essbare Sorten – ein Problem, wenn Kinder oder Tiere neugierig sind.

Warum Katzen meist sicher sind – aber Hunde und Kaninchen nicht

Für Katzen wie Remo ist das Risiko zum Glück gering. Die meisten Katzen finden den bitteren Geschmack der giftigen Stoffe instinktiv eklig und würden nach dem ersten Lecken ohnehin das Gesicht verziehen, würgen und das Interesse verlieren. So ging es auch Remo. Er schnüffelte am frisch geschnitzten Zierkürbis, leckte ihn ab, und würgte. Doch sicher ist das nicht immer – vor allem junge oder besonders neugierige Katzen können durchaus mal an etwas knabbern, das sie besser meiden sollten.

Ganz anders sieht es bei Hunden aus. Sie sind experimentierfreudiger, spielen gern mit allem, was sich rollen oder werfen lässt – und ein kleiner Zierkürbis sieht schnell wie ein Ball aus. Wenn der Hund dabei hineinbeißt, kann er unbemerkt giftige Mengen aufnehmen.

Auch für Kaninchen und Nagetiere gilt Vorsicht: Sie knabbern häufig an allem Pflanzenartigen und machen dabei im ersten Moment keinen Unterschied zwischen essbar und giftig. Bei ihrem geringen Körpergewicht reicht schon ein kleiner Bissen, um Magenprobleme oder Schlimmeres auszulösen. Treten Symptome wie Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln oder Schwäche auf, sollte man das Tier umgehend einem Tierarzt vorstellen.

Auch im Garten kann Gefahr lauern

Nicht nur gekaufte Zierkürbisse sind problematisch. Wer Kürbisse selbst anbaut und Speise- und Zierkürbisse nebeneinander kultiviert, riskiert ungewollte Kreuzungen. Dabei können die giftigen Bitterstoffe plötzlich wieder in eigentlich essbaren Kürbissen auftauchen. Ein einfacher Test schützt: Schmeckt ein Kürbis bitter, sollte er nicht gegessen oder an Tiere verfüttert werden. Bitterkeit ist immer ein Warnsignal. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie bei myHOMEBOOK: Achtung! Kürbis aus dem Garten immer vorkosten.

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Sicher dekorieren – ohne Risiko

Wer Herbstdeko liebt, muss trotzdem nicht auf Kürbisse verzichten. Kunstkürbisse aus Holz, Keramik, Ton oder Stoff sehen täuschend echt aus und sind völlig ungefährlich – es sei denn, die Katze kommt auf die Idee, die Figuren von der Anrichte zu wischen. Daher sollte man sich einen guten Standort für die herbstliche Deko suchen, an den die Tiere nicht so leicht gelangen können, und die Dekoration darüber hinaus im Blick behalten.

Auch echte Speisekürbisse wie Hokkaido oder Butternut machen sich gut auf Fensterbänken oder Esstischen – solange sie dort auch außerhalb der Reichweite neugieriger Pfoten oder Schnauzen stehen. Weitere Möglichkeiten, wie man den Herbst im eigenen Zuhause stilvoll gestaltet, hat meine Kollegin Mareike Schmidt bei myHOMEBOOK für Sie zusammengestellt: Diese Herbstdeko ist 2025 nicht mehr angesagt.

Fazit

Zierkürbisse sind hübsch, aber nichts für Haustiere. Ihre giftigen Bitterstoffe können gefährlich werden, vor allem für Hunde und Kaninchen, die mit ihnen spielen oder sie beknabbern. Katzen sind meist vorsichtiger und reagieren auf den bitteren Geschmack mit Ekel, doch auch hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsehen. Auch Kater Remo bekommt seinen Kürbis inzwischen nur noch gekocht und ganz offiziell im Napf serviert. Sicher, lecker – und völlig ohne Giftgefahr. Mit ein bisschen Achtsamkeit bleibt der Herbst schön – und alle bleiben gesund.

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