21. November 2025, 11:32 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Viele Katzenhalter kennen das: Kaum raschelt eine Chipstüte, steht das Haustier schnurrend bereit. Doch was steckt hinter der Vorliebe mancher Katzen für salzige Snacks – und kann das gefährlich werden? PETBOOK erklärt, warum Katzen Salz mögen, wie ihr Körper damit umgeht und wann es wirklich zu viel wird.
Warum Katzen salzige Dinge mögen
In der Natur fressen Katzen kleine Wirbeltiere – und keines davon ist stark gesalzen. Warum interessieren sich Katzen also überhaupt für salzige Snacks? Die Antwort liegt in ihrer Biologie. Katzen besitzen nur rund 470 Geschmacksknospen – deutlich weniger als wir Menschen. Süßes können sie gar nicht schmecken, aber salzige und eiweißreiche Aromen nehmen sie sehr wohl wahr.
Salz und Fett, die Hauptbestandteile vieler Snacks, vermitteln für Katzen also einen intensiven, „umamiartigen“ Geschmack, der an Fleisch erinnert. Zudem brauchen Katzen Salz in kleinen Mengen für lebenswichtige Körperfunktionen – etwa für den Wasserhaushalt, die Muskelarbeit und die Nervenleitung. Es ist also ganz natürlich, dass sie den Geschmack mögen und übrigens auch der Hauptgrund, warum viele Katzen gerne die Füße ihrer Menschen ablecken. 1
Was passiert, wenn Katzen Salz fressen
Katzen leiden im Alter oft an kranken Nieren – vor allem, weil sie oft zu wenig Flüssigkeit aufnehmen. Viele glauben daher, Salz würde den Tieren schaden. Doch verglichen mit uns Menschen sind Katzen sogar toleranter gegenüber hohen Salzgehalten und können zur Not sogar Salzwasser trinken. Ihre Nieren sind in der Lage, überschüssiges Natrium auszuscheiden.
Studien konnten sogar nachweisen, dass Salz in der Nahrung von Katzen positive Effekte hat. Denn es führt dazu, dass Katzen mehr trinken und auch mehr Urin ausscheiden. Dies ist besonders vorteilhaft für Tiere, die zu Harnwegerkrankungen neigen, da durch das vermehrte Trinken und Urinieren schädliche Stoffe besser ausgespült werden.2
Ein gelegentlicher Chip, der vielleicht vom Tisch fällt, ist für gesunde Katzen also kein Drama. Trotzdem ist der menschliche Snack alles andere als geeignet: Kartoffelchips bestehen zur Hälfte aus Kohlenhydraten, die – bei übermäßigem Konsum – zu Erkrankungen wie Diabetes bei Katzen führen können. Auch Schinken oder Salami sind für Katzen keine Alternative. Denn auch, wenn sie keine Kohlenhydrate enthalten, handelt es sich um hochverarbeitete Lebensmittel, die negative Effekte auf den Körper haben können.
Sollte man Salz ins Futter tun?
Auch wenn Katzen salzhaltige Nahrung vertragen und in Studien sogar nachweislich Salzwasser trinken konnten, ist das kein Freifahrtschein für eine salzige Ernährung. Katzenfutter wird bereits so zusammengesetzt, dass es den optimalen Elektrolytgehalt enthält.
Der Versuch, das Tier durch salzige Brühe oder Wasser zum Trinken zu animieren, ist also keine gute Idee. Wer seine Katze zu mehr Flüssigkeitsaufnahme motivieren möchte, greift besser zu Fleischbrühe ohne Salz oder speziellen Katzensuppen.
Wie viel Salz dürfen Katzen aufnehmen?
Gesunde Katzen können kurzfristig höhere Salzmengen tolerieren – sogar bis zu viermal mehr als Menschen. Das liegt an der erstaunlichen Leistungsfähigkeit ihrer Nieren, die aus der Evolution als Wüstenbewohner stammen. Dennoch hat diese Anpassung Grenzen.
Wird dauerhaft zu viel Salz aufgenommen, gerät der Flüssigkeitshaushalt durcheinander. Das kann den Blutdruck erhöhen, das Herz belasten und die empfindlichen Nieren schädigen. Katzen sollten daher täglich nicht mehr als etwa 40 Milligramm Salz aufnehmen. Schon zwei bis drei Chips können den Tagesbedarf einer Katze an Natriumchlorid übersteigen.3, 4
Darum können Katzen Salzwasser trinken
Dürfen Hunde Salzstangen fressen?
Das passiert bei einer Salzvergiftung
Wird die Dosis höher, kann es zu Erbrechen, Durchfall, Zittern oder im Extremfall sogar zu einer Natriumvergiftung kommen. Symptome einer akuten Salzvergiftung reichen von starkem Durst über Apathie, Muskelzuckungen und Erbrechen bis zu Krampfanfällen. In solchen Fällen ist sofort ein Tierarztbesuch nötig.5
Besonders gefährdet sind Katzen mit Herz- oder Nierenerkrankungen, deren Organe den Salzüberschuss nicht mehr gut ausgleichen können. Für gesunde Katzen liegt die tödliche Dosis bei etwa vier Gramm Salz pro Kilogramm Körpergewicht.
Fazit
Salz ist lebenswichtig – aber in der richtigen Menge. Die in Chips oder anderen Snacks enthaltenen Mengen sind für Katzen viel zu hoch und bieten keinerlei Nährwert. Auch wenn der salzige Geschmack für Katzen verführerisch ist, sollte man sie lieber nicht mitessen lassen.
Wer seine Katze beim Naschen beteiligen möchte, kann ihr stattdessen selbst gemachte, ungewürzte „Katzenchips“ aus Hähnchenfleisch oder getrocknetem Gemüse anbieten. So bleibt der Couch-Abend für Mensch und Tier gleichermaßen genussvoll – ganz ohne Risiko für die Katzengesundheit.