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Ursachen und Behandlung

Dunkler Ausfluss am Katzenauge? Woher er stammt und wann man zum Tierarzt muss

Eine weiße Katze mit dunklem Ausfluss am Auge ruht in einer Box
Dunkler Ausfluss am Auge ist für viele Katzenhalter erschreckend – muss aber nicht immer krankheitsbedingte Ursachen haben Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

9. Januar 2026, 6:37 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Ein wenig Schlaf in den Augen kennt man auch bei Katzen. Doch wenn sich rund um das Auge auffällig dunkle, fast schwarze Verkrustungen bilden, wirkt das schnell beunruhigend. Gerade bei hellen Katzen fällt der dunkle Ausfluss stark auf. In vielen Fällen ist er harmlos – manchmal kann er aber auch ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme sein. PETBOOK-Redakteurin Louisa Stoeffler berichtet über ihre Erfahrungen.

Dunkler Ausfluss bei meiner Katze Minka

Ich habe das selbst erlebt: Meine weiße Katze Minka hatte stets ungewöhnlich viel dunklen Ausfluss am Auge. Vor allem morgens waren die Verkrustungen an beiden inneren Augenwinkeln deutlich sichtbar. Das Auge selbst war nicht gerötet, Minka zeigte keine Schmerzen und verhielt sich völlig normal – trotzdem machte mir der Anblick Sorgen.

Da sie diesen starken Ausfluss an den Augen jedoch gehabt hatte, seitdem ich sie adoptiert hatte, brachte eine Untersuchung beim Tierarzt schnell Entwarnung. Sie hatte keine chronische Augenkrankheit oder Deformationen im Kopfbereich, sondern einfach vermehrten Tränenfluss. Dieser war durch ihr reinweißes Fell einfach etwas besser sichtbar als bei anderen Katzen. Mit regelmäßiger Pflege ließ sich das Problem gut behandeln. Doch nicht immer ist dunkler Augenausfluss so harmlos.

Was bedeutet dunkler Augenausfluss bei Katzen?

Dunkler Ausfluss am Katzenauge ist meist getrocknete Tränenflüssigkeit. Die dunkle Färbung entsteht durch sogenannte Porphyrine – eisenhaltige Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel. Sie sind harmlos, färben aber das Fell deutlich braun bis schwarz und lagern sich als Verkrustungen oder Krümel ab.

Problematisch wird es, wenn:

  • die Menge stark zunimmt
  • der Ausfluss sehr zäh, schmierig oder übelriechend ist
  • zusätzliche Symptome wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen auftreten

Dann kann eine Erkrankung dahinterstecken.

Diese Katzen sind häufiger betroffen

Dunkler Augenausfluss tritt bei manchen Katzen deutlich häufiger auf als bei anderen. Besonders weiße und sehr helle Katzen fallen dabei auf, da sich selbst geringe Mengen getrockneter Tränenflüssigkeit im Fell stark dunkel abzeichnen. Medizinisch problematischer ist der Ausfluss dadurch nicht – er wird lediglich schneller sichtbar.

Besonders kurzköpfige Katzenrassen wie Perser, Exotic Shorthair oder British Shorthair sind ebenfalls häufiger betroffen. Durch ihre verkürzte Kopfform sind die Tränenkanäle oft verengt oder ungünstig angelegt, sodass Tränenflüssigkeit nicht ausreichend in die Nase abfließen kann. Stattdessen läuft sie über den inneren Augenwinkel und trocknet dort ein.

Zusätzlich gibt es Katzen, die unabhängig von Rasse oder Fellfarbe zu chronisch tränenden Augen neigen. Bei ihnen bildet sich dunkler Ausfluss immer wieder, ohne dass zwingend eine Erkrankung vorliegt. Weitere Gründe, warum Katzen diese Symptome zeigen, können Sie in diesem Artikel nachlesen: Tränende Augen bei Katzen – Ursachen, Diagnose und Behandlung.

Wann sollte man zum Tierarzt?

Ein Tierarztbesuch ist ratsam, wenn:

  • der Ausfluss plötzlich stark zunimmt
  • er eitrig, grünlich oder übelriechend ist
  • das Auge gerötet, geschwollen oder schmerzhaft wirkt
  • Ihre Katze das Auge zukneift oder häufig reibt
  • nur ein Auge dauerhaft betroffen ist

Mögliche Untersuchungen

  • Augenuntersuchung mit Spaltlampe
  • Fluoreszin-Test (Hornhaut & Tränenkanal)
  • Abstrich bei Infektionsverdacht
  • Messung des Augeninnendrucks

Die Behandlung reicht von pflegenden Augentropfen über Medikamente bis – selten – zu kleinen chirurgischen Eingriffen, besonders bei kurzköpfigen Katzen, denen geholfen werden muss.

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In vielen Fällen lässt sich dunkler Augenausfluss mit regelmäßiger, sanfter Pflege gut kontrollieren. Wichtig ist, die Augen behutsam zu reinigen, ohne sie zusätzlich zu reizen. Dafür eignet sich ein weiches, sauberes Tuch oder ein festes Wattepad, das mit lauwarmem Wasser angefeuchtet wird. Getrocknete Verkrustungen sollten immer erst eingeweicht und dann vorsichtig entfernt werden.

So habe ich es auch bei meiner Katze Minka gehandhabt: Ich habe ihre Augen einmal täglich sanft sauber gemacht, ohne Druck und ohne zusätzliche Pflegemittel. Das reichte aus, um die dunklen Ablagerungen zu entfernen und die empfindliche Haut rund um das Auge gesund zu halten. Auf Hausmittel wie Kamillentee oder Kochsalzlösungen sollte verzichtet werden, da sie Katzenaugen reizen oder allergische Reaktionen auslösen können.

Fazit

Dunkler Ausfluss aus dem Katzenauge ist häufig harmlos und ist bei einigen Katzen einfach sichtbarer als bei anderen. Dennoch gilt: Veränderungen genau beobachten und Fehlbildungen der Tränenkanäle abklären. Regelmäßige, sanfte Pflege reicht oft aus – doch bei zusätzlichen Symptomen sollte immer ein Tierarzt draufschauen. So bleibt das Katzenauge gesund – und die Sorge im Griff.

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