6. September 2025, 8:23 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Wenn die Katze plötzlich ein tränendes Auge hat, ständig blinzelt oder sich mit der Pfote über das Gesicht reibt, ist Vorsicht geboten. Hinter diesen scheinbar harmlosen Anzeichen kann eine Bindehautentzündung – auch Konjunktivitis genannt – stecken. Wird diese nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann das für das Tier gefährliche Folgen haben. Woran Sie eine Bindehautentzündung bei der Katze erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, verrät PETBOOK.
Wie zeigt sich eine Bindehautentzündung bei der Katze?
Typische Symptome einer Bindehautentzündung sind:
- tränendes Auge
- Rötungen an den Augenrändern
- Schwellungen an Lid und Auge
- häufiges Blinzeln und Reiben des Auges
- flüssiger, schleimiger oder zäh-eitriger Ausfluss am Auge
- Empfindlichkeit am Kopf
- Lichtempfindlichkeit
Bemerken Sie eines oder gar mehrere der Symptome bei Ihrer Katze und verschwinden diese auch nicht nach wenigen Tagen, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.1
Ursachen
Bei den Ursachen für eine Bindehautentzündung bei der Katze unterscheidet man zwischen infektiösen und nicht infektiösen Ursachen.
Zu den infektiösen Ursachen gehören Bakterien, Viren und Pilze. Herpesviren zählen zu den häufigsten Erregern für Entzündungen am Katzenauge.
Zu den nicht infektiösen Ursachen gehören Allergien, angeborene Defekte, Verletzungen und Fremdkörper oder auch ein verstopfter Tränen-Nasen-Kanal.
Diagnose und Behandlung
Beim Tierarzt werden die entzündeten Augen der Katze mithilfe einer speziellen Lampe untersucht. Um herauszufinden, woher die Entzündung stammt, nimmt der Tierarzt einen Abstrich vom Auge und untersucht diesen auf Bakterien und Viren. In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung mit Augentropfen.
Handelt es sich bei der Bindehautentzündung um eine infektiöse Ursache, können Augentropfen mit Antibiotika helfen. Oft wird dann auch Antibiotika in Form von Tabletten oder Salben verschrieben. Es gibt auch Fälle, in denen die Bindehautentzündung durch einen Fremdkörper ausgelöst wird. Dieser muss dann vom Tierarzt entfernt werden. Je nach Komplexität kann eine Narkose dafür notwendig sein.
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Wie lange dauert die Heilung bei einer Bindehautentzündung?
Wie schnell eine Bindehautentzündung bei Katzen abklingt, hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache und der Behandlungsdauer ab. In vielen Fällen zeigen sich bereits wenige Tage nach Beginn der Therapie deutliche Verbesserungen. Ist die Entzündung jedoch Teil einer komplexeren Erkrankung wie dem Katzenschnupfen, kann sich die Heilung über einen Zeitraum von bis zu 20 Tagen erstrecken.
Zeigen sich nach etwa drei Wochen immer noch Symptome oder treten die Beschwerden wiederholt auf, sollte die Katze erneut dem Tierarzt vorgestellt werden. Frühzeitige Diagnose und eine konsequente Behandlung sind entscheidend, um Folgeschäden wie dauerhafte Augenprobleme oder im schlimmsten Fall Erblindung zu verhindern. 2
Akute und chronische Verläufe: Wann wird die Entzündung zum Dauerproblem?
Nicht jede Bindehautentzündung heilt vollständig aus. In manchen Fällen kann die Entzündung chronisch werden – insbesondere dann, wenn die Ursache nicht eindeutig erkannt oder nicht vollständig behandelt wird. Auch bestimmte Erreger wie das Feline Herpesvirus (FHV-1), das bei vielen Katzen lebenslang im Körper verbleibt, können zu wiederkehrenden Entzündungen führen.
Ebenso können anatomische Fehlstellungen der Lider oder dauerhafte Allergien dafür sorgen, dass das Auge dauerhaft gereizt ist. Chronische Verläufe äußern sich oft durch immer wiederkehrenden Augenausfluss, Rötung oder Lichtempfindlichkeit. In solchen Fällen ist eine dauerhafte tierärztliche Begleitung notwendig, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Folgen einer unbehandelten Bindehautentzündung
In der Regel ist eine frühzeitig erkannte Bindehautentzündung nicht gefährlich und lässt sich leicht behandeln. Anders sieht es aber aus, wenn die Bindehautentzündung weit fortgeschritten ist. Hat die Katze bereits eitrige Augen, schwellen diese meist stark an, weshalb die Katze sie dauerhaft zukneift. Dadurch kann die Hornhaut verkleben, was zu bleibenden Seheinschränkungen führen kann. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist daher wichtig, um bleibende Schäden zu verhindern.
In besonders schwerwiegenden Fällen kann die Hornhaut einwachsen, und es kommt zu einem Hornhautgeschwür. Wenn die Hornhaut dann an einer Stelle reißt, kann Wasser aus dem Augapfel austreten und die Pupille deformiert sich. Dringen dann Bakterien in die Öffnung, kann die Katze vollständig erblinden.2
Risikogruppen: Welche Katzen sind besonders gefährdet?
Bestimmte Katzen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Bindehautentzündung zu erkranken. Besonders anfällig sind Jungtiere, deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, sowie ältere oder immungeschwächte Tiere. Auch Freigängerkatzen, die vermehrt Kontakt zu Artgenossen oder Umwelteinflüssen wie Staub, Pollen und Zugluft haben, sind häufiger betroffen.
Katzen, die in Mehrkatzenhaushalten oder Tierheimen leben, sind zusätzlich einem erhöhten Infektionsrisiko durch Tröpfcheninfektionen ausgesetzt. Nicht zuletzt gelten bestimmte Rassen mit kurzer Nase und großen, exponierten Augen – etwa Perserkatzen – als besonders empfindlich, da ihre Augenstruktur anfälliger für Reizungen und Entzündungen ist.
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Kann man die Bindehautentzündung mit Hausmitteln behandeln?
Bestimmte Hausmittel können zwar die Symptome der Bindehautentzündung mildern, ist diese aber infektiöser Natur, werden sie nicht zur Heilung führen. Um den Juckreiz zu mildern, kann man die Augen der Katze sanft mit einem sauberen Tuch und warmem Wasser reinigen. Wenn man die Verkrustungen an den Lidern entfernen möchte, sollte man darauf achten, immer vom inneren Augenwinkel nach außen zu wischen und den Augapfel dabei nicht zu berühren.
Von der Behandlung mit Kamillentee – wie es oft geraten wird – sollte man aber absehen. Dies kann das Katzenauge nur noch weiter reizen. Alle Maßnahmen sollten aber im Vorhinein mit dem Tierarzt besprochen werden, um keine Risiken einzugehen.
Ist die Bindehautentzündung für Menschen ansteckend?
Generell ist die Wahrscheinlichkeit, sich bei seiner Katze mit einer Bindehautentzündung anzustecken, gering. Dennoch sollte man bestimmte Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehört das Waschen der Hände, nachdem man die Katze gestreichelt hat. Die Übertragung der Bindehautentzündung auf andere Tiere – vor allem Mitkatzen – ist deutlich wahrscheinlicher. Wenn neben der erkrankten Katze noch andere Tiere im Haushalt leben, sollten diese ebenfalls vom Tierarzt untersucht und vorsichtshalber von der kranken Katze getrennt werden, um eine Ansteckung zu vermeiden.
