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Nicht nur Husten

Oft unterschätzt! So gefährlich ist Asthma bei Katzen

Katze mit halb geöffnetem Mund
Wenn Katzen mal husten müssen oder durch den Mund atmen, denken die wenigsten an Asthma Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

10. März 2026, 11:43 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Ja, auch Katzen können Asthma bekommen. Leider übersehen viele Menschen frühe Anzeichen oder deuten diese falsch. PETBOOK-Redakteurin Saskia Schneider verlor selbst eine Katze an der Erkrankung und erklärt, warum selbst Tierärzte erst spät auf die Diagnose kamen und worauf Halter unbedingt achten sollten.

Was ist felines Asthma?

Felines Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege, genauer gesagt der Bronchien. Durch eine Entzündung der Schleimhaut, eine vermehrte Schleimbildung sowie eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur kommt es zu einer Verengung der Atemwege, die als Bronchokonstriktion bezeichnet wird.1

Besonders häufig betroffen sind Katzen im Alter zwischen zwei und acht Jahren. Das war auch ungefähr das Alter, in dem unsere erste eigene Katze Kila Symptome zeigte. Nur dass wir diese damals nicht erkannten. So haben wir uns nichts Großes dabei gedacht, dass Kila nach dem Spiel oft hechelte oder zu husten begann. Die Erkrankung gilt als nicht heilbar, lässt sich jedoch bei konsequenter Behandlung in den meisten Fällen gut kontrollieren. Vielleicht hätte ihr eine frühere Diagnose und bessere Aufklärung das Leben gerettet.

Typische Symptome

Die klinischen Anzeichen können zunächst mild sein und sich im Verlauf schubweise verschlechtern. Viele Katzen zeigen einen chronischen oder immer wiederkehrenden Husten, der von Besitzern häufig mit dem Versuch verwechselt wird, einen Haarballen hochzuwürgen. Typisch sind außerdem keuchende oder pfeifende Atemgeräusche sowie eine verlängerte und angestrengte Ausatmung. Die Belastbarkeit nimmt häufig ab, betroffene Tiere wirken schneller erschöpft.

In schweren Fällen kommt es zu akuter Atemnot mit Maulatmung, schneller und deutlich angestrengter Atmung sowie einer typischen Körperhaltung mit vorgestrecktem Kopf und abgespreizten Ellenbogen.

Bei Kila fiel uns vor allem das Hecheln auf – das wir aber als „sie hat sich ordentlich ausgetobt“ abtaten – und der Husten. Allerdings dachten wir hier zunächst an eine Herzkrankheit und auch der Tierarzt tippte zunächst darauf. Das war vor über 15 Jahren. Heute weiß man, dass hustende Katzen in der Regel kein Herzproblem haben, sondern meist an einer Erkrankung der Atemwege leiden.2

Mögliche Auslöser von Asthma bei Katzen

In vielen Fällen liegt dem felinen Asthma eine allergische oder umweltbedingte Reaktion zugrunde. Als typische Auslöser gelten Zigarettenrauch, Duftkerzen, Duftstecker, Parfum, staubiges Katzenstreu oder aggressive Reinigungsmittel. Auch Pollen, Schimmelpilze und Hausstaubmilben können eine Rolle spielen. Häufig lässt sich jedoch kein einzelnes Allergen eindeutig identifizieren, was die Ursachenforschung erschwert.3

Auch bei Kila konnten wir keine Ursache ausmachen. Das Asthma trat sowohl im Winter als auch im Sommer auf. Ein wichtiger Faktor, der oft unterschätzt wird: Stress wirkt sich zusätzlich verstärkend auf die Symptomatik aus. Rückblickend hat dies maßgeblich dazu geführt, dass es schnell mit der Gesundheit unserer Katze bergab ging.

Diagnose

Die Diagnosestellung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der unter anderem nach Dauer und Intensität des Hustens sowie nach möglichen Umweltbelastungen gefragt wird. Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs liefert wichtige Hinweise, da typische Veränderungen wie ringförmige Strukturen („Donuts“), tramlinienartige Verdichtungen oder eine Überblähung der Lunge sichtbar werden können. Wir mussten damals in eine spezielle Herzklinik für Katzen fahren, die dann die Diagnose stellte.

Eine Kotuntersuchung dient dem Ausschluss von Lungenwürmern, die ähnliche Symptome verursachen können. Als aussagekräftigste Methode gilt die Bronchoalveolarlavage, bei der unter Narkose Flüssigkeit in die Atemwege eingebracht und anschließend zur zytologischen Untersuchung wieder entnommen wird. Zusätzlich müssen andere Erkrankungen wie Herzprobleme, Tumoren, Lungenentzündungen oder Pleuraergüsse ausgeschlossen werden.4

Therapie

Im akuten Notfall steht die Stabilisierung der Katze im Vordergrund. Atemnot erfordert eine sofortige tierärztliche Behandlung mit Sauerstoffgabe und der Verabreichung bronchienerweiternder Medikamente wie Terbutalin oder Salbutamol. Kortikosteroide kommen zum Einsatz, um die entzündliche Schwellung der Bronchialschleimhaut zu reduzieren. In besonders schweren Fällen kann eine vorübergehende künstliche Beatmung notwendig werden.

Die langfristige Therapie zielt darauf ab, die chronische Entzündung zu kontrollieren und die Atemwege dauerhaft offen zu halten. Kortikosteroide stellen die wichtigste Behandlungsbasis dar und werden bevorzugt inhalativ verabreicht, da diese Form gezielt in der Lunge wirkt und weniger systemische Nebenwirkungen verursacht als Tabletten. Häufig wird Fluticason eingesetzt. 5

Inhalation zu Hause

Ergänzend kommen Bronchodilatatoren zum Einsatz, die entweder kurz- oder langwirksam sein können. Die Inhalation erfolgt mithilfe eines Spacers mit Atemmaske, an den die Katze schrittweise gewöhnt werden sollte. Der große Vorteil dieser Therapieform liegt in der direkten lokalen Wirkung bei gleichzeitig reduzierter Belastung des Gesamtorganismus.

Allerdings ist das leichter gesagt als getan, denn unsere Katze war gar nicht begeistert von dem Inhalator. Hier ist es auch schwer, dem Tier gleichzeitig Leckerli oder Schleckpaste zu geben. Man sollte das Training daher kleinschrittig aufbauen, aber niemals erzwingen, denn Stress macht die Krankheit schlimmer. Zudem sollte man die Inhalation möglichst regelmäßig durchführen. 6

So kann man die Katze ans Inhalieren gewöhnen

Nur ganz wenige Katzen akzeptieren es, den Inhalator einfach aufgesetzt zu bekommen. Die meisten lehnen das konsequent ab. Daher sollte man diesen Weg erst gar nicht forcieren. Am besten, Sie starten erstmal damit, Ihrer Katze beizubringen, dass es immer was Tolles gibt, sobald der Inhalator ausgepackt wird. Jede Interaktion der Katze wird dann belohnt: jedes Schnuppern an dem Gerät, das Berühren oder auch nur das Anschauen.

Nach ein paar Malen nimmt man den Inhalator und beginnt, die Katze damit zu berühren. Zunächst an den Pfoten, später dann am Kopf. Wichtig: Sobald die Katze sich unwohl fühlt, einen Schritt im Training zurückgehen. Für uns funktionierte es letztendlich am besten, indem wir Kila nach dem Inhalieren etwas Leckeres gefüttert haben und während des Trainings ruhig geblieben sind.

Unterstützende Maßnahmen

Neben der medikamentösen Behandlung spielt das Management der Umgebung eine entscheidende Rolle. Eine rauchfreie Wohnung ist essenziell, ebenso wie staubarmes Katzenstreu und eine gute Raumlüftung. Luftreiniger mit HEPA-Filter können die Allergenbelastung zusätzlich reduzieren.

Übergewicht sollte vermieden beziehungsweise schrittweise reduziert werden, da es die Atmung zusätzlich erschwert. Stresssituationen sind möglichst zu minimieren. Unterstützend können Omega-3-Fettsäuren oder antioxidative Vitamine eingesetzt werden, wobei diese Maßnahmen die tierärztliche Therapie nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.

Wann sofort zum Tierarzt?

Eine Katze mit Maulatmung, deutlich angestrengter Atmung oder bläulich verfärbten Schleimhäuten muss umgehend tierärztlich versorgt werden. Auch wenn ein verabreichtes Notfallmedikament innerhalb von 15 bis 30 Minuten keine Besserung bewirkt, handelt es sich um eine dringliche Situation. Atemnot ist bei Katzen stets als medizinischer Notfall zu betrachten.

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Prognose

Felines Asthma ist eine chronische Erkrankung, die eine lebenslange Therapie erfordert. Wird sie jedoch frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, können viele Katzen ein nahezu normales und aktives Leben führen.

Allerdings sollte man die Krankheit ernst nehmen und dem Tier jeglichen Stress ersparen. Denn trotz medikamentöser Behandlung und regelmäßiger Inhalation starb Kila, als ich zwei Wochen außer Haus auf einem Seminar war. Das setzte die Katze massiv unter Stress. Gleichzeitig fanden einige Umbauarbeiten in der Wohnung statt – damals dachten wir, das wäre ein guter Zeitpunkt, denn ich war ja außer Haus.

Fazit: Unheilbar, aber nicht zwangsläufig tödlich

Ob es letztendlich der Stress oder der Staub war, der bei der Katze eine so massive Verschlechterung auslöste, dass sie noch in der Klinik im Sauerstoffzelt verstarb, kann heute leider keiner mehr beantworten. Fest steht aber: Bleibt Asthma bei Katzen unbehandelt, führt die Erkrankung langfristig zu strukturellen Umbauprozessen der Atemwege, wodurch sich die Symptome zunehmend verschlechtern können.

Kila wurde gerade mal acht Jahre alt. Erste Symptome zeigte sie bereits mit zwei Jahren, eine Diagnose erhielten wir aber erst, als sie fast schon sechs war. Wahrscheinlich kippte ihr Zustand auch deshalb so rapide, weil einfach schon zu viel Schaden im Körper durch die Krankheit entstanden war. Umso wichtiger ist es, Symptome nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern auch ernst zu nehmen.

Quellen

  1. atm.de, „Felines Asthma erkennen und richtig behandeln“ (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎
  2. vetgirlontherun.com, „Hustende Katzen sind KEIN Herz | VETgirl Veterinär-Weiterbildungsblog (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎
  3. mein-allergie-portal.com, „Asthma bei Katzen: Wie erkennt man das und wie wird das behandelt?“ (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎
  4. tierarztpraxis-dr-schwarz.de, „Felines Asthma“ (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎
  5. tierarzt-zillertal.at, „Asthma Katze im Fokus – Prävention und Behandlung für ein gesundes Leben“ (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎
  6. tierarzt-dumhart.at, „Die pfeifende Katze – Felines Asthma“ (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎

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