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Schleichende Gefahr

Diese Katzenkrankheit wird häufig erst spät erkannt

Pankreatitis bei Katzen
Frisst eine Katze über mehrere Tage schlecht oder wirkt ungewöhnlich teilnahmslos, ist ein Tierarztbesuch ratsam – auch wenn keine eindeutigen Symptome vorliegen. Foto: Getty Images / Aleksandr Zotov
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PETBOOK-Redaktion

14. März 2026, 17:07 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Die Katze frisst schlechter, zieht sich zurück oder wirkt plötzlich ungewöhnlich ruhig. Manchmal kommt es zu Erbrechen, manchmal auch gar nicht. Solche Veränderungen werden von vielen Tierhaltern zunächst fehlinterpretiert. Doch hinter diesen unspezifischen Anzeichen kann mehr stecken. PETBOOK erklärt, woran man eine Pankreatitis bei Katzen erkennen kann, warum sie oft lange unentdeckt bleibt – und wann schnelles Handeln wichtig ist.

Welche Aufgaben hat die Bauchspeicheldrüse bei Katzen?

Die Bauchspeicheldrüse – medizinisch Pankreas genannt – übernimmt im Körper der Katze zwei wichtige Aufgaben. Zum einen produziert sie Hormone wie Insulin, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Zum anderen bildet sie Verdauungsenzyme, die im Dünndarm dabei helfen, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aufzuspalten.

Normalerweise werden diese Enzyme zunächst in einer inaktiven Form gebildet und erst im Darm „eingeschaltet“. So schützt sich die Bauchspeicheldrüse selbst. Bei einer Pankreatitis funktioniert dieser Schutz jedoch nicht mehr: Die Enzyme werden zu früh aktiviert und greifen das eigene Gewebe an. Die Folge ist eine schmerzhafte Entzündung, die in schweren Fällen auch umliegende Organe schädigen kann.1

Ursachen einer Pankreatitis

In den meisten Fällen lässt sich die Ursache einer Pankreatitis bei Katzen nicht eindeutig feststellen. Bei der Mehrheit der betroffenen Tiere bleibt die Erkrankung ohne klar erkennbaren Auslöser. Tierärzte sprechen in solchen Fällen von einer sogenannten idiopathischen Pankreatitis. Dennoch sind verschiedene Faktoren bekannt, die das Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse erhöhen können.

Dazu zählen unter anderem ungeeignete oder sehr fettreiche Nahrung, Übergewicht sowie hormonelle Erkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Auch Infektionen – etwa mit Felinen Coronaviren oder Toxoplasma gondii – werden als mögliche Auslöser diskutiert. Weitere Risikofaktoren sind chronische Darmentzündungen, Erkrankungen der Gallenwege, Stürze oder andere Verletzungen, Tumore, bestimmte Medikamente oder Durchblutungsstörungen, zum Beispiel nach einer Narkose.

Eine besondere Rolle spielt die sogenannte Triaditis. Dabei treten Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege und des Darms gleichzeitig auf. Da bei Katzen Galle und Pankreassekret über einen gemeinsamen Gang in den Dünndarm gelangen, kann es bei häufigem Erbrechen zu einem Rückfluss kommen. Dieser kann die Entstehung einer Pankreatitis zusätzlich begünstigen.2, 3

Diese Warnsignale sollten Katzenhalter kennen

Die Anzeichen einer Pankreatitis bei Katzen sind oft sehr unterschiedlich und schwer zu deuten. Das macht die Erkrankung besonders tückisch. Obwohl sie für die Tiere schmerzhaft ist, zeigen Katzen Schmerzen meist nur sehr zurückhaltend.

Häufig fällt Haltern auf, dass die Katze weniger frisst oder das Futter ganz verweigert. Auch Teilnahmslosigkeit, Rückzug und ungewollter Gewichtsverlust zählen zu den typischen Warnsignalen. Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung kommen bei einer Pankreatitis seltener vor, sind aber trotzdem möglich.

In einigen Fällen zeigen sich weitere Symptome wie Flüssigkeitsmangel, gelblich verfärbte Schleimhäute, Bauchschmerzen, Atemprobleme oder eine niedrige Körpertemperatur. Wird die Erkrankung nicht erkannt und behandelt, kann sich die Entzündung im Körper ausbreiten. Dann drohen schwere Komplikationen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen. Problematisch ist dabei, dass sich der Zustand von milden zu ernsten Verläufen rasch und kaum vorhersehbar verschlechtern kann.4

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Wie wird eine Pankreatitis bei Katzen erkannt und behandelt?

Eine Pankreatitis bei Katzen zu diagnostizieren, ist selbst für Tierärzte oft eine Herausforderung. Einzelne Untersuchungen reichen meist nicht aus, da die Erkrankung sehr unterschiedlich verläuft. Besonders wichtig ist daher der Ultraschall, mit dem sich die Bauchspeicheldrüse besser darstellen lässt als mit Röntgenaufnahmen. Allerdings gilt auch hier: Ein unauffälliger Befund schließt eine Entzündung nicht sicher aus.

Zusätzliche Sicherheit liefert ein spezieller Bluttest, der ein Enzym der Bauchspeicheldrüse misst. Dieser Wert hilft nicht nur bei der Diagnose, sondern auch dabei, den Krankheitsverlauf unter der Therapie zu beurteilen. Weitere Blut- und Urinuntersuchungen sowie der Ausschluss anderer Erkrankungen ergänzen die Diagnostik.

Da die Ursache meist im Dunkeln bleibt, richtet sich die Behandlung vor allem nach den Beschwerden der Katze. Je nach Schwere der Erkrankung kann ein stationärer Aufenthalt nötig sein. Zentrale Bausteine der Therapie sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, eine konsequente Schmerzbehandlung und Medikamente gegen Übelkeit.

Besonders wichtig ist, dass die Katze regelmäßig frisst. Eine längere Futterverweigerung kann bereits nach wenigen Tagen zu einer gefährlichen Fettleber führen. Frisst die Katze nicht selbst, wird sie gezielt unterstützt – etwa über eine Sonde. Antibiotika kommen nur dann zum Einsatz, wenn es konkrete Hinweise auf eine bakterielle Beteiligung gibt. Bei chronischen Verläufen können spezielle Diäten und zusätzliche Verdauungsenzyme helfen, die Bauchspeicheldrüse zu entlasten.

Kann man einer Pankreatitis bei Katzen vorbeugen?

Eine gezielte Vorbeugung gegen Pankreatitis bei Katzen ist nur eingeschränkt möglich, da die genauen Ursachen oft unklar bleiben. Dennoch können Katzenhalter einiges tun, um das Risiko zumindest indirekt zu senken.

Wichtig sind eine ausgewogene, artgerechte Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht. Auch bekannte Grunderkrankungen wie Diabetes oder chronische Darmentzündungen sollten konsequent tierärztlich betreut werden. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Zeigt die Katze unspezifische Symptome wie Appetitverlust, ungewöhnliche Müdigkeit oder Rückzug, sollte nicht abgewartet werden. Eine frühzeitige tierärztliche Abklärung kann entscheidend sein, um schwere Verläufe zu verhindern.

Quellen

  1. zentrum-kleintiermedizin.de, „Feline Pankreatitis“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎
  2. tiermedizinportal.de, „Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsen-Entzündung) bei der Katze“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎
  3. thieme.de, „Die Pankreatitis bei der Katze“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎
  4. tfa-wissen.de, „Akute und chronische Pankreatitis bei der Katze“ (aufgerufen am 30.12.2025) ↩︎

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