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9 Anzeichen, an denen Sie erkennen, dass Ihre Katze sich langweilt

Ob eine Katze Langeweile hat, lässt sich vor allem aus dem Gesamtbild des Tieres schließen. So auch bei Ivy, der Katze von PETBOOK-Autorin Emily Reimann
Ob eine Katze Langeweile hat, lässt sich vor allem aus dem Gesamtbild des Tieres schließen. So auch bei Ivy, der Katze von PETBOOK-Autorin Emily Reimann Foto: Emily Reimann
Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

22. September 2026, 14:55 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Auch Katzen können Langeweile haben. Während sich diese bei uns Menschen oft mit einem müden Gähnen bemerkbar macht, kann sie sich bei Katzen auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Das Problem: Viele Halter erkennen die Anzeichen zunächst gar nicht. Katzenverhaltenstherapeutin und -trainerin Helena Becker, Gründerin und Inhaberin von „Stubentiger Berlin“, erklärt, woran Katzenhalter erkennen können, dass ihrem Tier Beschäftigung fehlt.

Diese Verhaltensweisen können auf Langeweile hindeuten

Langeweile kann bei Katzen mal sehr deutlich zu sehen sein und manchmal nur dann, wenn man ganz genau hinschaut. „Langeweile bei Katzen kann sich sehr unterschiedlich äußern“, erklärt Katzenverhaltenstherapeutin und -trainerin Helena Becker, Gründerin und Inhaberin von „Stubentiger Berlin“.

Während manche Tiere besonders Tapeten oder Sofas ihre Langeweile in Form von Kratzen spüren lassen, bekommen andere Katzen ihre Zoomies und jagen durch die Wohnung. Manche Katzen miauen aber auch regelrecht ihre Halter an. Laut Becker kann sich Langeweile zudem in „Verhaltensauffälligkeiten aller Art“ zeigen. Dazu gehören etwa Konflikte im Mehrkatzenhaushalt oder eine sogenannte „Hypervokalisation“, also übermäßiges Miauen.

Langeweile muss sich aber nicht immer laut bemerkbar machen: Einige Katzen schlafen viel mehr als normalerweise oder putzen sich besonders häufig. Becker nennt außerdem „kompletten Rückzug oder Apathie“, bei dem eine Katze „nur noch schläft“ und „nicht spielen will“. Die Expertin nennt zudem „übermäßiges Fressen aus Langeweile“ als weiteres mögliches Anzeichen.

Wichtig: Gerade diese Anzeichen können bei Katzen auch auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Bei diffusen Veränderungen ist es oft hilfreich, diese tierärztlich abklären zu lassen, damit das Tier nicht still leiden muss.

Welche Katzen besonders häufig unter Langeweile leiden

Grundsätzlich kann jede Katze von Langeweile betroffen sein. Laut Helena Becker sind jedoch „viele Katzen in Wohnungshaltung betroffen“. Als Gründe nennt sie ein „Spannungsfeld aus Unter- und Überforderung“ sowie die Tatsache, dass viele Katzen viel allein sind.

Ivy sitzt Wand
Katze Ivy hat als zusätzliches Spiel- und Kletterangebot eine Kletterwand mit verschiedenen Elementen Foto: Emily Reimann

Ein weiterer Irrtum sei die Annahme, ältere Katzen hätten kein großes Bedürfnis mehr nach Beschäftigung. „Alle Katzen möchten bis ins hohe Alter spielen und beschäftigt werden“, sagt Becker. Viele Halter und Halterinnen würden nur nicht wissen, wie. Während Kitten oft noch „recht anspruchslos und sehr reizaffin“ seien, werde es später umso wichtiger, ihre Jagd- und damit auch ihre Spielbedürfnisse gezielt zu fördern.

Auch in Mehrkatzenhaushalten verschwindet das Problem nicht automatisch. „Miteinander spielen ersetzt das Solitärspielen nicht, nur ergänzt“, betont Becker. Deshalb bedeute „mehr Katzen nicht weniger Arbeit für den Menschen, sondern individuelle Angebote für jede Katze“.

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Mit diesen Tricks kommt keine Langeweile auf

Um Langeweile vorzubeugen, sei sowohl körperliche als auch geistige Auslastung wichtig. Helena Becker nennt unter anderem „Training, katzengerechte Spielangebote nach Beutepräferenz, Fummelbretter, Clickertraining, Medical Training“ oder auch Bürsten als sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus können laut der Expertin auch katzensichere Balkone und Fenster für zusätzliche Reize sorgen. Spaziergänge an der Leine seien zwar möglich, „erfordern aber extrem viel Vorarbeit“. Als Alternative empfiehlt Becker, zu Hause „immer wieder neue spannende Elemente“ einzubringen und „alle Sinne der Katzen anzusprechen“.

Oft braucht es dafür nicht einmal teures Spielzeug. Viele Katzen beschäftigen sich gerne mit einfachen Gegenständen wie Papierkügelchen, Tischtennisbällen oder kleinen Plüschmäusen. Spielen erfülle dabei zahlreiche wichtige Funktionen. Es „baut Langeweile, Stress, Frustration ab, macht Spaß, stärkt die Bindung“, so Becker.

PETBOOK-Tipp: Beschäftigung mit Papprollen

Leere Küchen- oder Klopapierrollen können sich mit wenigen Handgriffen in ein Katzenspielzeug verwandeln. Ich setze sie bei meiner Katze Ivy regelmäßig ein. Dafür werden die Rollen beispielsweise aufgestellt und mit ein paar Stückchen Trockenfutter oder anderen Snacks befüllt.

Mit Papprollen lässt sich Langeweile bei Katzen einfach vorbeugen
Mit Papprollen lässt sich Langeweile bei Katzen einfach vorbeugen Foto: Emily Reimann

Besonders praktisch: Die Rollen lassen sich immer wieder verändern. Mal fischt die Katze die Belohnung von oben heraus, mal durch seitliche Öffnungen. Unterschiedlich große Rollen sorgen zusätzlich für Abwechslung. Auch als aufgeschnittene Spirale funktionieren die Papprollen: Versteckt man darin ein paar Leckerli, kann die Katze diese erschnuppern und mit den Pfoten herausangeln.

Wichtig ist, die Rollen nicht zu lang oder zu eng zu gestalten, damit die Katze problemlos an ihre „Beute“ gelangt und sich nicht verletzen kann.

Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

PETBOOK-Meinung: Katzen sollten bei der Wohnungseinrichtung mitgedacht werden

Wenn Katzen in einem Haushalt leben, sind sie für mich kein nettes Add-on, sondern Mitbewohner mit eigenen Bedürfnissen. Deshalb finde ich, dass eine Wohnung mit Katze auch entsprechend gestaltet sein sollte.

Als wir für unsere Katze Ivy die Erstausstattung angeschafft haben, war uns wichtig, möglichst unterschiedliche Bereiche anzubieten: bodennahe Höhlen zum Verstecken, aber auch verschiedene Ebenen zum Klettern, Balancieren und Beobachten. Ivy hat das von Anfang an gut angenommen und nutzt ihre Kratzsäulen, Kratzbäume und Kletterwände bis heute regelmäßig.

Interessant war dabei zu beobachten, dass nicht jedes Element automatisch gleich beliebt war. Je nachdem, wie und wo wir bestimmte Gegenstände platziert haben, wurden sie mal häufiger und mal seltener genutzt. Das hat uns gezeigt, wie individuell Katzen ihre Umgebung wahrnehmen und ihren Reiz finden.

Besonders geholfen hat uns, genau hinzuschauen: Wie jagt Ivy eigentlich? Welche Spiele mag sie? Wie lange kann und soll sie beschäftigt werden? Nicht jede Idee funktioniert sofort, und manches wird erst interessant, wenn man es ein wenig anpasst. Aber genau dieses Beobachten hilft dabei, die eigene Katze besser zu verstehen und das Beschäftigungsangebot Schritt für Schritt an ihre Bedürfnisse anzupassen.

Das Schöne daran: Oft braucht es dafür weder viel Platz noch teures Zubehör.
Entscheidend ist vielmehr, der Katze Möglichkeiten zu geben, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben, und offen dafür zu bleiben, was sie tatsächlich gerne annimmt.

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