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Das sagt die Expertin

So gesund ist rohes Fleisch für Katzen

Katze kaut auf rohem Stück Fleisch
Würden Sie Ihrer Katze rohes Fleisch füttern? Foto: elenaleonova

16. September 2026, 16:46 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Schleicht Ihre Katze auch immer neugierig und interessiert um Sie herum, wenn in der Küche Fleisch zubereitet wird? Sie haben ihr bestimmt schon einmal etwas davon abgegeben und sie hat es gierig gefressen! Aber sollte ich meiner Katze überhaupt rohes Fleisch füttern? Welche Menge und welche Sorten sind geeignet? PETBOOK-Autorin und Gesundheitsberaterin für Katzen Philine Ebert, erklärt, worauf es bei der Fütterung von rohem Fleisch ankommt. 

Dürfen Katzen rohes Fleisch fressen? 

Ja, Katzen dürfen rohes Fleisch fressen. Es liegt in ihrer Natur. Als fleißige Jäger erbeuten auch Hauskatzen beim Freigang zusätzlich „Frischfleisch“ wie Mäuse oder Vögel und fressen ihre Beute meistens auch komplett auf. 

Grundsätzlich eignen sich gängige Fleischsorten wie Geflügel (Huhn, Ente, Gans oder Pute), Rind, Wild, Lamm, Kaninchen oder Pferd für die Katzenernährung. Besonders für Allergiker sind alternativ auch exotische Fleischsorten wie zum Beispiel Känguru und Strauß empfehlenswert. 

Warum sollte ich meine Katze mit rohem Fleisch füttern? 

Da Katzen als Carnivore, das heißt als reine Fleischfresser, eine proteinreiche Ernährung mit wichtigen Aminosäuren wie Taurin und Arginin benötigen, ist die Rohfütterung (BARF) besonders naturnah. 

In freier Wildbahn erlegt die Katze ein ganzes Beutetier, und frisst es komplett und roh. Dabei liefern nicht nur das Muskelfleisch oder die Innereien viele wichtige Nährstoffe in der ursprünglich höchsten Konzentration. Wichtige Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe stammen aus dem Darminhalt. Ein Beutetier besteht zusätzlich zu ca. 70 bis 80 Prozent aus Wasser. Dies ist die natürlichste Form der Ernährung einer Katze, denn sobald Fleisch verarbeitet wird, gehen leider immer Nährstoffe verloren. 

Wie viel rohes Fleisch dürfen Katzen fressen? 

Die empfohlene Menge an rohem Fleisch richtet sich nach dem Körpergewicht des Tieres. Pro Kilogramm Körpergewicht wird empfohlen, nicht mehr als 40 Gramm rohes Fleisch zu füttern. 
Grundsätzlich besteht die optimale Zusammensetzung für eine Katzenmahlzeit aus 95 Prozent Fleisch (Muskelfleisch), Innereien, und Blut, Knorpel und Knochen. Lediglich fünf Prozent beträgt der pflanzliche Anteil (Inhalt aus Blättermagen, grünem Pansen, Gemüse, Obst oder Kräutern).

Welche Besonderheiten haben die einzelnen Fleischsorten?

Seiner Katze kann man die verschiedensten Fleischsorten füttern. Allerdings gibt es je nach Sorte auch besondere Unterschiede, die Halter kennen sollten:

  • Rindfleisch: Es hat mehr Kalorien als z. B. Geflügel, ist aber reich an hochwertigem Protein, Zink, Eisen sowie für Katzen essenziell wichtigem Taurin
  • Geflügel (Huhn, Pute, Ente, Gans): Huhn und Pute eignen sich für eine fett- und kalorienarme Ernährung, sowie für verdauungssensible Tiere. Beide Sorten sind gut verträglich, weshalb rohes Hühnerfleisch oft auch als Schonkost empfohlen wird. Gans oder Ente hingegen sind fetter, liefern aber viel Eiweiß. Sie sind somit eine hervorragende Energiequelle für aktive Katzen. Besonders Ente ist durch ihren hohen Fettgehalt sehr schmackhaft, sollte aber deshalb in Maßen verfüttert werden. 
  • Wild (Reh, Hirsch), Pferd, Känguru, Strauß: diese Fleischsorten sind hypoallergen, damit für Allergiker geeignet. Sie sind mager und proteinreich. Dabei hat Kaninchenfleisch den geringsten Tauringehalt. 
  • Lamm: Es ist protein- und eisenreich, eher kalorienreich, dafür gut verträglich und hypoallergen. 

Je nach Bedürfnissen der Katzen kann die Fleischzusammenstellung individuell angepasst werden.

Was ist mit rohem Fisch? Besser nicht füttern! 

Roher Fisch liefert zwar wertvolle Omega‑3- und Omega‑6-Fettsäuren, sollte aber nur ergänzend verfüttert werden (nicht als Hauptnahrungsquelle). Dabei ist besonders zu beachten, dass bestimmte Fischarten, zum Beispiel Hering oder Karpfen, ein Enzym enthalten. Thiaminase, das das lebensnotwendige Vitamin B1 im Katzenkörper zerstört. Das kann einen Mangel zufolge haben, der zu schweren Nervenstörungen führt.

Außerdem kann roher Fisch durch eine mögliche Übertragung von Würmern, Bakterien, Salmonellen oder E. coli schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. 
Es sollte bei frischem Fisch auch immer bedacht werden, dass mit gefressene Gräten zu Verletzungen im Magen-Darm-Trakt führen könnten. 

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Was ist bei der Fütterung von rohem Fleisch zu beachten? 

Bitte kein rohes Schweinefleisch füttern! Es sollte auf keinen Fall roh verfüttert werden, denn es kann das für Katzen tödliche Aujeszky-Virus enthalten. Dieses Virus kann nur durch starkes Erhitzen abgetötet werden. 

Besser keine Mischfütterung! Ist die Katze eine bestimmte Fütterungsart (BARF, selbst gekochtes Futter, Trocken- oder Nassfutter) gewohnt, hat sich ihr Organismus und die Verdauung darauf eingestellt. Wird zwischen den einzelnen Fütterungsarten gewechselt, bringt das die Verdauung durcheinander. Darum sollte entweder ganz roh gefüttert werden, oder rohes Fleisch besser nur eine gelegentliche Ausnahme als Snack oder besondere Belohnung sein. 

Bei dauerhafter Rohfütterung einer Katze braucht es eine gute Kenntnis über Nährstoffe und Ausgewogenheit der Zutaten, um eine optimale Versorgung sicherzustellen und Mangelerscheinungen vorzubeugen. Hierbei kann ein Ernährungs- und BARF-Berater helfen. 

Trächtige Katzen, junge oder chronisch kranke Tiere können auch mit rohem Fleisch gefüttert werden. Dies sollte aber immer individuell mit dem Tierarzt abgesprochen werden. 

Besonders wichtig – grundsätzliche Hygienemaßnahmen in der Küche: 

Bei der Verarbeitung von rohem Fleisch ist es ganz besonders wichtig auf die Hygiene zu achten, um eine fäkal-orale Übertragung von bestimmten Viren, Bakterien oder Salmonellen zu vermeiden. Die Küchenhygiene ist dabei besonders wichtig. 

Besonders wichtig:

  • Fleisch nicht unter fließendem Wasser abwaschen, da sonst Bakterien auf Arbeitsflächen, in der Spüle oder an den Händen verbleiben und dabei unbewusst verteilt werden könnten
  • Verschiedene Arbeitsmittel wie Schneidebretter, Messer oder Schalen für verschiedene Fleischsorten benutzen und diese nicht für andere Lebensmittel wie Salat oder Brot verwenden 
  • Gründliche Reinigung nach dem Verarbeiten: Hände, Arbeitsflächen, Geschirr und Messer sollten direkt nach dem Kontakt mit rohem Fleisch unter heißem Wasser mit Spülmittel gereinigt werden, um mögliche Bakterien oder Viren abzutöten 
  • Kühlkette beachten: rohes Fleisch sollte gut verpackt im dafür vorgesehenen Bereich des Kühlschranks bei unter 4 °C gelagert werden 

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihrer Katze rohes Fleisch zu füttern, dann ist es ratsam, sich der gewünschten Menge nur Stück für Stück zu nähern. Bei einer radikalen Umstellung kann es bei der Katze zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Eine vorherige Beratung und Absprache mit dem Tierarzt ist daher durchaus sinnvoll.

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