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Verhalten erklärt

Warum Katzen immer dann nerven, wenn man beschäftigt ist

Katze schaut in die Kamera und miaut
„Spielst du mit mir?“ Kaum hat man sich hingesetzt, will die Katze Aufmerksamkeit – meist aus gutem Grund. Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

2. September 2025, 10:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Kaum hat man sich hingesetzt, um ein Buch zu lesen oder den Laptop für die Arbeit aufgeklappt – da kommt die Katze und möchte unbedingt jetzt Aufmerksamkeit. Eben lag sie noch zusammengerollt in der Ecke und döste vor sich hin. Warum kommt sie ausgerechnet jetzt, wenn man beschäftigt ist?

„Du machst doch gerade nichts“

Es ist kein Zufall, dass Katzen genau in dem Moment zu uns rennen und laut miauen oder sich auf die Computertastatur legen, wenn wir eigentlich gerade mit der Arbeit beginnen wollten. Denn die Katze denkt: „Mein Mensch sitzt und bewegt sich nicht – jetzt hat er Zeit.“ Die Tiere können ja nicht verstehen, dass wir gerade wichtige Dinge verrichten.

Dazu kommt, dass die meisten von uns vor der eigentlichen Arbeit viel in Bewegung sind. Noch einmal schnell in die Küche, Kaffee kochen. Dann noch schnell auf die Toilette. Für unsere Katzen wirkt das, als seien wir schwer beschäftigt. Sie warten dann meist lieber ab, bis wir zur Ruhe kommen.

Katzen kennen unseren Tagesablauf

Vor allem im Homeoffice erleben viele, dass die Katze genau dann Aufmerksamkeit einfordert, wenn wir uns hinsetzen und in den Call starten wollen. Der Grund: Das Tier hat gelernt, dass wir meistens jetzt reagieren, wenn sie kommt und miaut oder über die Tastatur läuft. Und auch wenn wir in dem Moment genervt sind oder sogar schimpfen und die Katze wegscheuchen, geben wir in dem Moment Aufmerksamkeit.

Wir verstärken das Verhalten meist ungewollt

Viele Katzenbesitzer stehen dann auf und geben ihrem Tier schnell noch etwas zu fressen, in der Hoffnung, dann schnell wieder ungestört weiterarbeiten zu können. Damit verstärken sie das Verhalten, denn die Katze lernt: Wenn ich nerve, sobald mein Mensch sitzt, bekomme ich Aufmerksamkeit und etwas Leckeres zu fressen.

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Die meisten Katzen, die nach Aufmerksamkeit verlangen, sind unausgelastet

Das Tier zu ignorieren, wäre aber genau der falsche Weg. Zum einen, weil Katzen das Verhalten dann anfangs nur noch stärker zeigen würden – also lauter miauen. Oder sie entwickeln gleich ganz neue Strategien und beginnen, Dinge vom Tisch zu werfen oder an etwas zu kratzen. Zum anderen ist es für die Katze extrem frustrierend, wenn man ihre Bedürfnisse ignoriert.

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Viele Katzen, die genau dann nach Aufmerksamkeit verlangen, beginnen mit dem Verhalten, weil sie nicht ausreichend ausgelastet sind. Denn meist kommen wir von einem Arbeitstag nach Hause, füttern schnell das Tier, essen zu Abend und widmen uns dann wichtigen Dingen – etwa der Steuererklärung oder vielleicht wollen wir einfach nur ein Buch lesen. Die Katze war derweil die gesamte Zeit zu Hause. Endlich ist ihr Mensch da und sie möchte Interaktion. Dazu gehört vor allem, die Energie loszuwerden, die sich im Laufe des Tages angestaut hat.

Was tun, wenn die Katze Aufmerksamkeit will?

Das Beste, was man tun kann, wenn die Katze jedes Mal Aufmerksamkeit verlangt, wenn man gerade mit einer wichtigen Aufgabe beginnen möchte, ist, ihr zuvorkommen. Bevor Sie sich hinsetzen und eventuell für mehrere Stunden beschäftigt sind, spielen Sie ausgiebig mit der Katze. War ihr Tier lange Zeit allein und hat sich eine Menge Energie aufgestaut, bieten sich wilde Jagdspiele mit einer Spielangel an.

Aber auch Fang- und Suchspiele eignen sich gut, um Katzen geistig und körperlich auszulasten. Dazu kann man etwa Leckerlis durch die Gegend werfen oder im Raum verstecken. Manche Katzen lieben es auch, ihr Trockenfutter aus Fummelbrettern zu angeln. Diese Aufgabe eignet sich gut, wenn man in einem Call ist, da die Tiere in der Regel einige Zeit beschäftigt sind. Noch mehr Ideen haben wir hier für Sie zusammengestellt: 7 artgerechte Spiele, um Katzen zu beschäftigen.

Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

Zur Autorin

Dr. Saskia Schneider ist promovierte Biologin. In ihrem Studium an der Freien Universität Berlin widmete sie sich vor allem der Zoologie und dem Verhalten von Tieren. Neben der Ausbildung zur Redakteurin absolvierte sie eine Ausbildung zur Verhaltensberaterin mit Schwerpunkt Katze.

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