Kurz vor dem Sprung beginnt bei vielen Katzen ein auffälliges Ritual: Sie ducken sich, fixieren ihre Beute und wackeln plötzlich mit dem Po. Was niedlich aussieht, gehört offenbar zur Vorbereitung auf die Jagd. Weshalb Katzen dieses Verhalten zeigen, ist bislang nicht abschließend geklärt. PETBOOK erklärt, welche Theorien hinter dem kuriosen Hinternwackeln stecken.
Warum wackeln Katzen mit dem Po vor dem Springen?
Bevor sie zum finalen Sprung auf ihr Jagdobjekt ansetzt, bereitet die Katze ihren Körper vor und wärmt sich durch das Wackeln ihres Pos quasi auf. Ähnlich wie wir Menschen uns vor dem Sport aufwärmen (sollten). Das Wackeln des Hinterns kann also dazu dienen, die Gelenke und Muskeln auf den Sprung vorzubereiten. Dieser erfordert viel Kraft, Energie und je nach Beute Flexibilität, weshalb ein Aufwärmen auf jeden Fall von Vorteil ist.
Durch das Wackeln mit dem Hintern drücken die Katzen ihre Hinterbeine fest in den Boden und sorgen durch die entstehende Reibung für eine gewisse Haftung, die ihnen beim Sprung nach vorn Richtung Beute behilflich ist. Dies verhindert, dass sie beim Absprung abrutschen, und ermöglicht ihnen eine gute Balance.
Kontrolle des Untergrundes
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Durch das Hin- und Hertreten der Hinterbeine stellt die Katze fest, ob der Untergrund stabil genug für einen Sprung ist. Je stabiler der Boden, desto einfacher wird der Absprung und desto größer sind die Chancen auf einen Jagderfolg. Bei einem unebenen und rutschigen Boden kann die Katze durch das schnelle Wackeln ihrer Hinterbeine ihren Stand korrigieren und ausgleichen und so für einen festen Stand sorgen, der einen guten Absprung möglich macht.
Zwar ist die Hauskatze domestiziert und muss nicht mehr jagen, dennoch ist dieses Verhalten tief in ihr verankert. Ähnlich verhält es sich bei ihren verwandten Großkatzen Tiger, Jaguar und Löwe. Diese müssen allerdings in der freien Wildbahn noch auf die Jagd gehen und zeigen dabei ein ähnliches Jagdverhalten. Ihr Blick konzentriert sich auf die Beute, sie nehmen eine geduckte Haltung an und verharren kurz regungslos. Vor ihrem Absprung bearbeiten sie den Boden mithilfe ihrer Hinterpfoten und rauen ihn auf, um einen guten Halt zu finden und das Wegrutschen zu vermeiden. Bei Hauskatzen findet sich dieses Verhalten in leicht abgewandelter Variante. Sie rauen den Boden nicht mit den Hinterpfoten auf, sondern wackeln mit ihrem Hintern, um Balance herzustellen.
Wieso wackelt meine Katze nicht mit ihrem Hintern?
Das Jagdverhalten von Katzen kann in den einzelnen Schritten individuell sein. Manche schleichen sich erst langsam an, verharren, wackeln anschließend mit dem Hintern und springen los. Wieder andere setzen direkt, nachdem sie ihr Jagdobjekt ins Visier genommen haben, zum Sprung an. Wenn Katzen also bei der Jagd nicht mit dem Hintern wackeln, besteht kein Grund zur Sorge. Auch mein Kater Archie wackelt nicht in jeder Jagdsituation mit seinem Hintern. Manchmal stürzt er sich auch einfach direkt auf seine Spielzeugbeute, ohne vorher große Anstalten zu machen.
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