4. August 2025, 13:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In Amsterdam soll eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme künftig das Leben vieler Tiere retten – spezielle Ausstiegshilfen sollen in den Grachten Katzen und Wildtiere schützen. Nachdem eine pro-tierische Partei auf einen bislang ungenutzten Posten aufmerksam machte, hat die Stadt dafür nun ein Budget freigegeben.
Amsterdam will Mini-Treppen für Katzen und andere Tiere in Grachten installieren
Amsterdam ist berühmt für die vielen Kanäle, die die Stadt durchziehen. In diesen sogenannten Grachten sollen jetzt Wildtierausstiegsstellen installiert werden. Diese speziellen Stufen sollen verhindern, dass Katzen und andere Kleintiere ertrinken, weil sie aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen.
Den Anstoß dazu gab ein Antrag der Tierschutzpartei Partij voor de DierenPvdD, dem der Amsterdamer Stadtrat nun zugestimmt hat, wie die Zeitung „Het Parool“ berichtet.
Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenseite wurde beschlossen, 100.000 Euro bereitzustellen, um die Grachten der Stadt für Tiere sicherer zu machen. Die Tierschutzpartei PvdD hatte auf die vielen Tierunfälle in den Kanälen aufmerksam gemacht.
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Mindestens 19 tote Katzen in sechs Monaten
Die in den vergangenen Monaten in Amsterdam ertrunkenen Katzen dürften den Ausschlag für den Vorschlag gegeben haben. Der niederländischen Zeitung „NlTimes“ sagte Judith Krom, Stadtratsmitglied der PvdD, dass Zahlen des Amsterdamer Tiernotrufs zeigten, dass allein in den vergangenen sechs Monaten 19 Katzen in den Grachten ertrunken seien.
„Wir haben den Tiernotruf gebeten, die Orte zu kartieren, an denen diese Vorfälle besonders häufig vorkommen, damit dort gezielt Stufen installiert werden können“, so Krom weiter.
Bei den geplanten Ausstiegsstellen handelt es sich nicht ausschließlich um Katzentreppen, doch gerade für die Tierhalter dürften die neuen Maßnahmen ein wichtiges Signal sein.
Vorbild Amersfoort installierte 300 Leitern gegen Tiersterben
Das Projekt orientiert sich an einem ähnlichen Vorhaben in Amersfoort in der Provinz Utrecht. Dort wurde im Juni bekannt gegeben, dass entlang der Kanäle 300 Ausstiegsleitern installiert werden sollen, um Wildtiere vor dem Ertrinken zu bewahren.
Zita Pels, Amsterdams Beauftragte für Tierschutz, unterstützte ein solches Projekt daher bereits früher, wie „Parool“ berichtet. Pels konnte es bislang aber aus finanziellen Gründen nicht umsetzen. Krom recherchierte im Vorfeld des Antrags, dass der Tierschutzplan der Beigeordneten ein Budget von 100.000 Euro für solche Maßnahmen vorsieht. Pels unterstützt den Vorstoß daher ausdrücklich, sodass das Vorhaben nun rasch Fortschritte macht.
Die Stadtverwaltung habe die Tierrettungsorganisation Dierenambulance bereits beauftragt, jene Orte zu identifizieren, an denen Katzen und andere Tiere besonders häufig nicht mehr aus dem Wasser gelangen können. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollen geeignete Stellen für die neuen Ausstiegsleitern ausgewählt werden.
Zwar können Katzen schwimmen, wenn sie zum Beispiel aus Schreck in eine der Grachten fallen. Allerdings saugt sich ihr Fell auch leicht mit Wasser voll. Daher benötigen sie viel Energie, um sich warm und über Wasser zu halten. Finden sie nicht rechtzeitig einen geeigneten Ausstieg, kann diese Situation für sie schnell brenzlig werden.