5. November 2025, 11:34 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Was tun, wenn der geliebte Hund stirbt? Ex-NFL-Star Tom Brady hat eine ungewöhnliche Antwort auf diese Frage gefunden – und sorgt damit für Aufmerksamkeit und deutlich negative Reaktionen. Seine neue Hündin Junie ist ein genetischer Zwilling seines verstorbenen Haustiers Lua. Doch Brady geht es nicht nur um sentimentale Erinnerung – der ehemalige Sportler verfolgt mit seiner Beteiligung an einem Biotech-Unternehmen auch ein größeres Ziel.
Junie ist ein Klon von verstorbener Hündin Lua
Tom Brady hat bekannt gegeben, dass seine Hündin Junie ein Klon seines früheren Haustiers Lua ist. Lua, ein Pitbull-Mix, lebte viele Jahre mit Brady und seiner damaligen Ehefrau Gisele Bündchen und starb im Dezember 2023. Die genetische Probe, aus der Junie entstand, wurde laut dem Unternehmen Colossal Biosciences vor dem Tod des Tieres entnommen.
„Ich liebe meine Tiere. Sie bedeuten mir und meiner Familie die Welt“, sagte Tom Brady in einer Mitteilung, die über Colossal veröffentlicht wurde über den „Ersatz“-Hund. „Vor einigen Jahren habe ich mit Colossal zusammengearbeitet und ihre nicht-invasive Klontechnologie über eine einfache Blutabnahme bei unserer älteren Hündin genutzt, bevor sie starb.“
Colossal ist ein Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Dallas, an dem Brady als Investor beteiligt ist. PETBOOK berichtete bereits zuvor von den zweifelhaften Vorstößen des Unternehmens, den ausgestorbenen Dodo, wollhaarige Mäuse und Mammuts, sowie Schattenwölfe zurückzubringen.
Das Unternehmen gab am Dienstag außerdem bekannt, den Klonspezialisten Viagen Pets and Equine übernommen zu haben. Beide Firmen wollen ihre Technologien künftig bündeln, um sowohl die Haustierklonung als auch Projekte zur Erhaltung bedrohter Arten auszubauen.
Klonen als zweiter Abschied – oder Neuanfang?
Brady betonte, dass Colossal seiner Familie „eine zweite Chance mit einem Klon unseres geliebten Hundes“ gegeben habe. Zudem zeigte er sich überzeugt vom größeren Potenzial der Technologie: Er sei „begeistert, wie Colossal und Viagen gemeinsam sowohl Familien beim Verlust ihrer geliebten Haustiere helfen können als auch bedrohte Tierarten retten“.
Viagen, das jetzt zu Colossal gehört, ist in der Branche kein Unbekannter: Das Unternehmen hat bereits Haustiere für Prominente wie Barbra Streisand und Paris Hilton geklont. Es besitzt Lizenzen vom Roslin Institute in Edinburgh – jenem Institut, das 1996 mit dem Schaf Dolly das erste geklonte Säugetier der Welt präsentierte.
Zwischen emotionaler Bindung und ethischer Debatte
Brady betonte in seiner Erklärung, dass Junie für seine Familie „kein wissenschaftliches Experiment, sondern ein Teil unserer Familie“ sei. Das Thema Tierklonung sorgt jedoch immer wieder für kontroverse Diskussionen – nicht nur wegen der hohen Kosten, die laut Viagen zwischen 50.000 und 85.000 US-Dollar pro Hund liegen –, sondern auch aufgrund ethischer Bedenken. Die Technik hat es bereits in die Popkultur geschafft, etwa in einer Episode der HBO-Serie The Rehearsal, in der die ethischen Fragen hinter der Wiedererschaffung verstorbener Haustiere thematisiert wurden.
Ein Blick auf die Online-Debatte macht deutlich, wie stark das Thema polarisiert – zwischen persönlicher Bindung, technologischer Machbarkeit und gesellschaftlichen Fragen nach Ethik und Tierwohl.
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Kritik an „neuem“ Hund von Tom Brady: „Das ist so seltsam“
Die meisten Nutzer wenden sich eher gegen Brady und das Klonen von Haustieren an sich. Während der ehemalige NFL-Spieler seine Entscheidung als Ausdruck tiefer Tierliebe beschreibt, sorgt die Nachricht über den Klonhund Junie im Netz für eine Welle gemischter bis kritischer Reaktionen. Viele Nutzerinnen und Nutzer zeigten sich irritiert, einige sogar empört.
„Das ist so seltsam. Jeder Hund sollte eine eigene Erfahrung sein – genau das ist doch das Schöne daran“, kommentierte ein Nutzer stellvertretend für viele Stimmen, die das Klonen als unnatürlichen Eingriff empfinden. Andere verwiesen auf ethische und praktische Bedenken: „Ich verstehe die Idee dahinter, aber statt ein Haustier zu klonen, sollte man vielleicht eines retten, das schon da ist“, schrieb eine Nutzerin mit Blick auf überfüllte Tierheime. Mehrfach wurde betont, dass Adoption statt Klonen der verantwortungsvollere Weg sei.
Eine weitere kritische Stimme formulierte es emotional: „Wir müssen Dinge loslassen und weitermachen können. Es ist nicht gesund – aber es passt zu Leuten wie ihm.“ Kritiker sehen im Klonen eine Verdrängung der Trauer oder gar eine ungesunde Weigerung, den Tod zu akzeptieren. Auch der Vorwurf, mit Geld alles kontrollieren zu wollen, wurde laut: „Du wirst niemals die von Gott gegebene Seele nachbilden können“, hieß es in einem der meistgelikten Beiträge.
Klonen als Trauerhilfe – aber zu welchem Preis?
Tom Bradys Geschichte wirft auch einen Scheinwerfer auf den wachsenden, aber umstrittenen Markt mit dem Klonen von Haustieren. Wer wie der Ex-NFL-Star darüber nachdenkt, seinen Hund genetisch „wiederzubeleben“, muss tief in die Tasche greifen – bis zu 50.000 Euro kann ein Klon kosten.
Wie der technisch aufwendige Vorgang genau abläuft, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, und warum das Einlagern toter Tiere im Kühlschrank dabei eine Rolle spielt, erklärt ein umfangreicher PETBOOK-Hintergrundbericht.
Auch die ethischen Einwände von Tierschützern wie PETA sowie die Haltung deutscher Behörden kommen darin zur Sprache – denn in der EU ist das Thema nicht nur umstritten, sondern auch rechtlich streng geregelt.