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Mythos erklärt

Sollte man schlafende Hunde wirklich nicht wecken?

Dackel schläft auf Bett
Psst … nicht stören. Schlafende Hunde soll man doch nicht wecken Foto: Getty Images
Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

27. August 2026, 6:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

„Schlafende Hunde soll man nicht wecken“ gehört zu den bekanntesten Redensarten rund um unsere Vierbeiner. Doch ist an dem Spruch auch aus Hundesicht etwas dran? Tatsächlich steckt dahinter mehr als nur eine sprachliche Metapher. PETBOOK erklärt, woher die Redewendung stammt, welche Bedeutung sie ursprünglich hat und ob es wirklich keine gute Idee ist, einen schlafenden Hund aus seinen Träumen zu reißen.

Woher stammt das Sprichwort?

Das Sprichwort „Schlafende Hunde soll man nicht wecken“ ist relativ alt. Es findet sich bereits im 16. Jahrhundert bei Hans Sachs, einem deutschen Schuhmacher und Spruchdichter. Er schreibt: 1

drumb magstu wol dein maul zu-drücken
und liest den hund wol billig schlaffen.

H. Sachs 14, 55, 25 Keller-Götze

Es geht also nicht wortwörtlich darum, schlafende Hunde nicht zu wecken. Gemeint ist vielmehr, bestimmte Themen lieber ruhen zu lassen, um Konflikte oder unangenehme Reaktionen zu vermeiden. Denn solange die Hunde schlafen, geht von ihnen keine Gefahr aus. Wer „schlafende Hunde weckt“, lenkt die Aufmerksamkeit also auf etwas, das besser unangesprochen geblieben wäre.

Bis heute ist die Redewendung weit verbreitet. Unter Hundehaltern wird sie allerdings häufig auch ganz wörtlich verstanden. Doch ist da tatsächlich etwas dran? Sollte man schlafende Hunde besser nicht wecken?

Auch interessant: Wie viel Schlaf braucht ein Hund?

Wie schlafen Hunde?

Oft gelten Katzen als die Langschläfer unter den Haustieren, während Hunde als aktive und stets einsatzbereite Begleiter wahrgenommen werden. Tatsächlich schlafen Hunde aber meist noch mehr als Katzen: Je nach Alter und Gesundheitszustand verbringen sie bis zu 20 Stunden am Tag mit Ruhen, Dösen oder Schlafen. Vor allem Welpen sowie ältere oder kranke Tiere benötigen besonders viel Erholung. Vielen Hundehaltern ist gar nicht bewusst, wie wichtig ausreichender Schlaf für ihren Vierbeiner ist.

Der Schlaf der Hunde ist dabei durchaus vergleichbar mit dem von Menschen. So gibt es Phasen mit Tiefschlaf und sogenannte REM-Phasen, in denen die Tiere in Träumen die Geschehnisse der Tage verarbeitet. Hatte der Vierbeiner einen besonders anstrengenden Tag, ist sein Schlafbedürfnis sogar höher und kann dazu führen, dass der Hund einen besonders tiefen oder unruhigen Schlaf hat.

Auch interessant: Wovon träumen eigentlich Hunde?

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Ist es gefährlich, schlafende Hunde zu wecken?

In der Entstehungszeit des Sprichworts bewachten Hunde Haus, Hof und Herden. Wer einen schlafenden Wachhund störte, musste deshalb tatsächlich damit rechnen, gebissen zu werden. Doch wie sieht das heute beim eigenen Haustier aus?

In den meisten Fällen passiert nichts, wenn man einen Hund weckt. Oft blinzelt er nur verschlafen oder zieht sich an einen anderen Platz zurück. Ganz ausgeschlossen sind Probleme aber nicht. Hunde träumen ähnlich wie Menschen und können direkt nach dem Aufwachen noch desorientiert sein. In seltenen Fällen reagieren sie dann reflexartig oder erschrecken sich so stark, dass sie nach dem Störfaktor schnappen.

Daher gilt auch heute: Wecken sollte man einen Hund nur, wenn es wirklich notwendig ist. Schließlich weiß niemand, ob der Vierbeiner gerade von einem saftigen Knochen oder einem Streit mit einem Rivalen träumt.

Warum man Hunde lieber schlafen lassen sollte

Viele sind in Versuchung, den Hund zu wecken, wenn dieser im Schlaf jault, weil sie denken, das Tier hat einen Alptraum. Hier ist es aber besser, den Hund schlafen zu lassen, da in Träumen auch wichtige Ereignisse verarbeitet sowie neue Verknüpfungen gemacht werden und man diese Gehirnleistung nicht unterbrechen sollte.

Ein weiterer Grund, warum manche ihren Hund beim Schlaf stören, ist, dass er so niedlich dabei aussieht und sie ihn unbedingt streicheln wollen. Hier sollte man sich als Hundehalter zusammenreißen und auch anderen klarmachen: Wenn der Hund schläft, wird er nicht gestört.

Vielen Hunden fällt es heute schwer, zur Ruhe zu kommen. So sind manche Tiere sehr reizempfänglich und wachen ständig aus dem Schlaf auf. Daher sollte man darauf achten, dass der Vierbeiner einen festen Rückzugsort hat, wo er herunterkommen und ungestört schlafen kann.2

Diesen Schlaf sollte man möglichst nicht noch extra unterbrechen, denn wenn die Tiere nicht genug Ruhephasen bekommen, werden sie immer aufgedrehter. Im schlimmsten Fall können Hunde von zu wenigem Schlaf sogar krank werden. In dem Sprichwort „Schlafende Hunde sollte man nicht wecken“ steckt also auch für uns Hundehalter sehr viel Wahres und Erfahrung drin!

Quellen

  1. Phraseo.de, „Schlafende Hunde wecken“ (aufgerufen am 27.08.2026) ↩︎
  2. Streunerhilfe-sizilien.de, „Schlafende Hunde soll man nicht wecken“ (aufgerufen am 27.08.2026) ↩︎

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