25. Juli 2025, 6:09 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Mittlerweile schießen Petfluencer wie Pilze aus dem Boden. Die prominenten Hunde bringen die verschiedensten Dinge mit. Tiger-Dackel Tyson beispielsweise begeistert mit seiner einzigartigen Optik, seinem Humor und seinem Rap-Talent. So feiert das Netz unter anderem seine Rap-Parodien bekannter Songs. PETBOOK sprach mit seinem Halter Nico Lukowski über den ganz besonderen Vierbeiner.
„Als Welpe sahen seine Gesichtsflecken ein bisschen aus wie das Tribal-Tattoo von Mike Tyson“
PETBOOK: Wie bist du an Tyson gekommen?
Nico Lukowski: „Ein glücklicher Zufall, Tysons Eltern wohnen ganz in der Nähe, und ich war länger auf der Suche nach einem Dackel. Wo genau er herkommt, behalte ich lieber für mich, einfach um die Ruhe für alle Beteiligten zu wahren, aber wir fahren ab und zu vorbei und besuchen seine Eltern.“
Tyson ist ein Tiger-Dackel. Wie wichtig war dir, dass er das Merle-Gen besitzt?
„Gar nicht. Die Farbe war mir völlig egal. Tyson war einfach der Erste, der auf mich zukam, und ich hab’ mich sofort in ihn verliebt.“
Gibt es eine Geschichte hinter dem Namen?
„Ja, als Welpe sahen seine Gesichtsflecken ein bisschen aus wie das Tribal-Tattoo von Mike Tyson und als er mir direkt am ersten Tag ins Ohr gezwickt hat, war der Name besiegelt.“
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„Ich erkenne den Dackel in ihm täglich aufs Neue“
War dir beim Kauf bewusst, dass das Merle-Gen gesundheitlich sensibel sein kann – und wie bist du damit umgegangen?
„Ja, das war mir vor dem Kauf klar. Ich habe mich mit dem Merle-Gen ausführlich beschäftigt und darauf geachtet, dass nur ein Elternteil Träger ist, um gesundheitliche Risiken auszuschließen. Auch andere mögliche Qualzuchtmerkmale wie stark verkürzte Beine habe ich geprüft. Später haben wir dann noch eine tierärztliche Untersuchung gemacht – zum einen, weil das für unsere Arbeit als Petfluencer in Deutschland vorgeschrieben ist, und zum anderen, um eventuelle Vorwürfe im Netz direkt mit Fakten entkräften zu können. Tyson ist also topfit!“
Würdest du sagen, dass Tyson typische Dackel-Eigenschaften zeigt – oder ist er eher ein Unikat mit eigenem Kopf?
„Tyson ist definitiv ein typischer Dackel: stur, clever und mit ordentlich Charakter. Gleichzeitig ist er aber auch ein Sensibelchen mit ganz eigenen Eigenheiten. Ich erkenne den Dackel in ihm jedenfalls täglich aufs Neue.“
„Tyson ist für mich ein Familienmitglied – kein Accessoire!“
Wie gehst du mit Kommentaren um, die behaupten, Tiger-Dackel seien „Modehunde“? Hast du das selbst schon erlebt?
„Ich muss ehrlich sagen, dass ich so einen Kommentar bisher noch nicht bewusst mitbekommen habe, aber klar, die Meinung kennt man. Aus meiner Sicht gibt es keine Modehunde, sondern eher Menschen, die ihre Hunde so behandeln. Tyson ist für mich ein Familienmitglied, kein Accessoire für die Handtasche. Und das sollte aus meiner Sicht bei jedem Hund so sein, ganz egal, welche Rasse.“
Wie bist du dazu gekommen, Videos mit Tyson zu machen? Und wie kamen die Musikvideos und Songs zustande?
„Das hat sich irgendwie einfach ergeben. In einem Vlog hat Tyson mal ein Lied mitgesungen, das gerade im Radio lief. Mein Kopf war in dem Augenblick so: ‚Moment mal…‘ Und dann war die Idee da. Wir haben es dann einfach ausprobiert und ziemlich schnell umgesetzt.“
Wie entstehen eure Instagram-Posts? Plant ihr gezielt Content oder ist Tyson eher ein spontanes Naturtalent vor der Kamera?
„Sowohl als auch. Viele Aufnahmen entstehen spontan, manchmal setze ich Tyson aber auch gezielt an bestimmte Orte und lasse ihn einfach machen. Ich erwarte keine Showtricks von ihm, ich zeige ihn einfach so, wie er ist. Meistens dauert das nur ein paar Sekunden und je nach Situation gibt es danach ein Leckerli.“
„Ruhe hier, du zahlst doch nicht die Miete!“
Was war bisher der verrückteste oder lustigste Moment, den du mit Tyson erlebt hast – online oder offline?
„Die lustigsten Momente entstehen meistens, wenn Online und Offline aufeinandertreffen. Wir hatten neulich Besuch, und Tyson zeigt sich aktuell ziemlich territorial bei Fremden. Sehr dackeltypisch in der Pubertät, da wird gerne mal gebellt. Der Besucher meinte dann spaßeshalber: ‚Ruhe hier, du zahlst doch nicht die Miete.‘ Und ich musste lachen und sagen: Naja, irgendwie tut er das schon.“
Du hast unter anderem auch eine Hundeversion von Sidos legendären Song „Mein Block“ gemacht. Wie kam das zustande? Und gab es da bisher eine Reaktion von Sido drauf?
„Die Parodie ist ja noch ziemlich frisch, deshalb glaube ich nicht, dass sie Sido schon erreicht hat. Wäre natürlich super cool, wenn er sie sieht. Viele Künstler finden unsere Parodien aber echt witzig und lassen auch mal einen charmanten Kommentar da. In manchen Fällen haben wir sogar direkt mit den Künstlern zusammen an den Texten gearbeitet.“
Mit wem habt ihr denn zusammengearbeitet?
„Die letzte Zusammenarbeit war mit Tream, der aktuell mit seinem Song ‚Drago Augustino‘ sehr erfolgreich ist. Die Parodie dazu haben wir gemeinsam umgesetzt.“
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Tiger-Dackel Tyson war nur mäßig von Hausmeister Krause begeistert
Du hast mit Tyson kürzlich den Godfather der Dackel – Hausmeister Krause – getroffen. Wie ist es gelaufen?
„Ich fand es super, Tyson war allerdings nicht ganz so begeistert und hat ihn erst einmal angebellt. Ich vermute im Nachhinein, dass es am Hut und Mantel lag. Er hat sich zwar recht schnell wieder beruhigt, aber ich habe ihn trotzdem herausgenommen, damit er keinen Stress hat. Deshalb gab es kein längeres Video, sondern nur ein gemeinsames Bild. Eine tolle Autogrammkarte für Tyson gab es trotzdem, die steht jetzt eingerahmt bei uns zu Hause.“
Ihr wart kürzlich im Frühstücksfernsehen. Wie habt ihr den Auftritt vorbereitet?
„Im Grunde haben wir viel Ruhetraining mit fremden Personen gemacht. Dafür waren wir oft im Eiscafé in der Stadt, und Tyson durfte einfach auf seiner Decke entspannen und Leckerlis genießen. Das Studio vom Frühstücksfernsehen war eine sehr alltagsnahe Situation mit Couch, keinem Live-Publikum und nur wenigen Menschen. Größere Shows würde ich ohne Tyson besuchen, weil ich glaube, dass ihm das zu viel wäre. Und das muss er auch nicht mitmachen.“
„Man darf aus einem 60-Sekunden-Post keine Rückschlüsse auf ein echtes Tier ziehen“
Wenn jemand heute sagt „Ich will unbedingt einen Hund wie Tyson!“ – was würdest du ihm ehrlich raten, bevor er sich auf die Suche macht?
„Puh, solche Kommentare finde ich immer schwierig, weil jeder Hund ganz individuell ist. Tyson bekommt auf Social Media natürlich auch eine unterhaltsame Note von mir, aber man darf aus einem 60-Sekunden-Post keine Rückschlüsse auf ein echtes Tier ziehen. Die wichtigste Frage sollte immer sein: Möchte ich wirklich einen Hund und bin ich der Verantwortung gewachsen? Und da darf man sich nicht selbst belügen. Ein Hund bedeutet Zeit, Geduld, viel Liebe und auch finanzielle Mittel, die man aufbringen muss.“
Was habt ihr für dieses Jahr noch geplant?
Ich plane ehrlich gesagt nicht langfristig im Voraus aktuell. Im Moment würde mich das eher unter Druck setzen. Neben meinem Vollzeitjob, Sport und Tyson versuche ich, den Alltag so entspannt wie möglich zu gestalten und die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen. Ich glaube, ich bin da selbst noch gespannter als viele Zuschauer. “
