12. November 2025, 16:37 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
„Du kümmerst dich mehr um den Hund als um mich!“ Haben Sie diesen oder einen ähnlichen Satz schon einmal gehört? Dann ist Ihr Partner oder Ihre Partnerin wahrscheinlich eifersüchtig auf den Vierbeiner – schließlich kann die Beziehung zwischen Hund und Halter sehr eng sein. PETBOOK erklärt, wie Sie mit dem Liebeskiller Hund umgehen können.
Warum ist ein Partner eifersüchtig auf den Hund?
Wenn Menschen eifersüchtig auf den Hund ihres Partners oder ihrer Partnerin reagieren, kann das verschiedene Gründe haben. Häufig bekommt der Vierbeiner viel Aufmerksamkeit und etliche Streicheleinheiten von seinem Besitzer. Das kostet natürlich Zeit, die dann für die traute Zweisamkeit fehlt. Damit kommt nicht jeder gut zurecht: Wer selbst keine Haustiere hält oder sie nicht einmal mag, versteht wahrscheinlich nicht, warum der Hund den Status eines vollwertigen Familienmitglieds genießt.
Mit dieser besonderen Stellung sind oftmals gewisse Privilegien verbunden. Viele Hunde dürfen aufs Sofa ihrer liebenden Halter, manche sogar mit ins Bett. Tritt plötzlich ein neuer Partner ins Leben des Hundebesitzers, wird es schwer, dem Vierbeiner diese Gewohnheiten wieder abzugewöhnen. Nur mit viel Geduld, Konsequenz und liebevoller Erziehungsarbeit können Hunde lernen, dass die Couch bzw. das Bett ab jetzt tabu ist, wenn diese extreme Nähe von Mensch und Hund den Dritten im Bunde stört.1,2
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Kann ein Hund einen Partner ersetzen?
Bei Singles wird oft der Hund zu einem ebenbürtigen Partner: Die Vierbeiner sind geduldige Zuhörer, sie schenken Trost und Halt in schweren Zeiten. Durch feste Fütterungs- und Gassi-Zeiten geben sie dem Alltag Struktur. Trotzdem wäre es ein Fehler, einen Hund zu vermenschlichen und ihn als vollwertigen Partnerersatz zu betrachten. Schließlich handelt es sich nicht um eine Beziehung auf Augenhöhe, da der Hund von seinem Herrchen bzw. Frauchen abhängig ist.
Dennoch bewerten laut einer Studie 35 Prozent der Hundebesitzer die Beziehung zu ihrem Vierbeiner als enger als die zu ihrem menschlichen Partner. Wer in einer Partnerschaft ist und seine Sorgen trotzdem eher ins Hundeohr flüstert oder lieber mit dem Vierbeiner kuschelt als mit dem Liebsten, sollte einen kritischen Blick auf die Beziehung werfen. Kann es sein, dass es mit dem neuen Partner im Leben (noch) nicht ganz rund läuft? 3
Mit dem Hund im Bett schlafen? Was dafür spricht, was dagegen
Unter welchen Umständen würden Sie Ihren Partner für den Hund verlassen?
Sind drei einer zu viel?
Eine Umfrage unter der Leitung von Dr. Lori R. Kogan und Dr. Linzi Williamson im Rahmen einer Studie der Colorado State University und der University of Saskatchewan mit 354 Hundebesitzern in Beziehungen zeigt: Jeder vierte fühlt sich gelegentlich eifersüchtig, wenn der Partner dem Hund mehr Zuwendung schenkt. Rund ein Drittel erlebt, dass Hundepflege regelmäßig gemeinsame Zeit verringert. Auch Intimität und Schlaf können beeinträchtigt sein. Trotzdem sehen 69 Prozent ihren Hund als positiven Einfluss auf die Beziehung.4
Partner ist eifersüchtig auf den Hund: Und jetzt?
Was hilft, wenn der neue Partner im Hund einen Nebenbuhler sieht? Wenn es täglich Streit darüber gibt, was dem Vierbeiner erlaubt werden sollte und was nicht? Wie bei so vielen zwischenmenschlichen Problemen lautet die naheliegende Antwort: Miteinander reden! Woher kommt die Eifersucht auf den Hund? Könnte sie vielleicht sogar begründet sein? Anschließend sollte eine praktikable Lösung gesucht werden, mit der alle Beteiligten leben können – etwa: Der Hund darf zwar noch mit aufs Sofa, aber nicht mehr mit ins gemeinsame Bett. In besonders kniffeligen Fällen kann eine Paartherapie helfen.
Fest steht: Niemand sollte sich zwischen seinem geliebten Hund und dem neuen Partner entscheiden müssen. Und natürlich sollte kein treues Haustier ins Tierheim abgeschoben werden, nur weil der oder die Neue ein Problem mit dem Hund hat. Es mag mühsam erscheinen, die Dinge auszudiskutieren und nach einem individuellen Ausweg aus dem Eifersuchtsschlamassel zu suchen. Doch es lohnt sich. Denn wer weiß: Womöglich winkt als Belohnung ein harmonisches Familienleben – mit Partner und Hund.
