26. November 2025, 10:41 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In vielen Regionen Indonesiens gilt Katzen- und Hundefleisch bislang als Delikatesse – doch das ändert sich jetzt in der Hauptstadt des Landes. Jakarta untersagt künftig nicht nur den Verkauf, sondern auch den Verzehr von Hunden und Katzen. Hinter der Entscheidung steckt jedoch kein Tierschutzgedanke.
Regierung reagiert auf Gesundheitsrisiken
Der Gouverneur von Jakarta, Pramono Anung, hat ein umfassendes Verbot für den Handel und Konsum von Hunde- sowie Katzenfleisch erlassen. Wie er am Dienstag in sozialen Netzwerken mitteilte, soll das neue Gesetz vor allem eines bezwecken: die Eindämmung der Tollwut. „Ziel ist der Schutz vor Tollwut, an der in Indonesien jedes Jahr Dutzende Menschen sterben“, erklärte Anung, wie unter anderem der „Spiegel“ berichtete.
Bereits vor einem Monat hatte der Gouverneur angekündigt, ein Verbot für den Handel mit Fleisch von Hunden, Katzen und auch Fledermäusen auf den Weg bringen zu wollen. Nach eigenen Angaben unterzeichnete er am Montag die entsprechende Regelung. Das Gesetz untersagt sämtliche Aktivitäten, die auf den „Verzehr von Tollwut-Trägertieren“ abzielen.1
Übergangsfrist von sechs Monaten
Betroffen sind laut Gesetzestext sowohl lebende Tiere als auch deren Fleisch und „andere Erzeugnisse, ob roh oder verarbeitet“. Für Unternehmen, die mit Hunde- oder Katzenfleisch handeln, gilt eine Übergangsfrist von sechs Monaten. Danach droht bei Verstößen der Entzug der Geschäftslizenz.
Indonesien zählt zu den wenigen Ländern weltweit, in denen der Verkauf von Hunde- und Katzenfleisch bislang noch erlaubt war. Doch der Druck von Tierschutzorganisationen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. In mehreren Städten des Landes – darunter auch Semarang auf der Insel Java – wurde der Handel bereits untersagt.
Hundefleischfest im chinesischen Yulin findet erneut statt – Einwohner dagegen
Verkaufsstopp von Hunde- und Katzenfleisch auf berüchtigtem Wildtiermarkt in Indonesien! Wie Tierschützer das Verbot einschätzen
Erster Verkaufsstopp von Hunde- und Katzenfleisch trat bereits 2023 in Kraft
Bereits 2023 erließ Indonesien ein sofortiges Verbot des Verkaufs von Katzen- und Hundefleisch für den berüchtigten Tomohon Extreme Market auf der indonesischen Insel Sulawesi (PETBOOK berichtete). Tierschutzorganisationen hatten über Jahre die brutalen Schlachtmethoden und schlechten Haltungsbedingungen auf dem Wildtiermarkt kritisiert.
Diese zeigten sich damals allerdings skeptisch, ob das Verbot dauerhaft Bestand haben wird, da ähnliche Regelungen in der Region zuvor nur unzureichend durchgesetzt wurden. Trotzdem galt das Verbot in Tomohon als erster wichtiger Schritt, da laut Schätzungen allein auf Sulawesi sollen jährlich bis zu 130.000 Tiere getötet werden.
Zwischen Tabu und Delikatesse
In dem mehrheitlich muslimischen Land gelten Hunde traditionell als unrein. Sie werden daher selten als Haustiere gehalten. Dennoch wird ihr Fleisch in bestimmten Bevölkerungsgruppen weiterhin als Delikatesse angesehen.
Die Tollwut stellt in Indonesien nach wie vor ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Das Virus kann tödlich verlaufen und wird hauptsächlich durch Bisse infizierter Tiere wie Hunde und Katzen übertragen. Auch auf beliebten Urlaubsinseln, wo zuletzt ein Anstieg der Infektionen registriert wurde, warnen Behörden vor einer weiteren Verbreitung – insbesondere durch Affen, die ebenfalls als Überträger gelten.