18. Dezember 2025, 17:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Sein kräftiger Körperbau lässt wenig Spielraum für Missverständnisse – der Presa Canario ist ein Hund, der Respekt einflößt. Doch wer nur auf die Optik schaut, wird dieser faszinierenden Rasse kaum gerecht. Hinter dem muskulösen Äußeren verbirgt sich ein überaus freundliches, loyales Wesen. Warum der ehemalige Dogo Canario dennoch nur in erfahrene Hände gehört, erfahren Sie im Folgenden.
Herkunft
Der Ursprung des Presa Canario liegt auf den Kanarischen Inseln, besonders auf Teneriffa und Gran Canaria. Die Entwicklung der aus der Spanischen Dogge entstandenen Rasse liegt im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit, als Spanien mit der Eroberung der amerikanischen Kontinente begann. Dort wurde er ursprünglich als Treib- und Kriegshund genutzt.
Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich das Einsatzgebiet der Hunde deutlich: Viele Jahre lang wurden sie als Hütehunde gehalten. Trotz dieses Wandels haftet dem Presa Canario bis heute ein verkanntes Image an – insbesondere wegen seiner Größe und Kraft. In Bayern gilt der Perro de Presa Canario deshalb auch als Listenhund der Kategorie II, die Haltung ist dort nur unter strengen Auflagen erlaubt. In manchen Ländern werden dem Tier sogar die Ohren kupiert – ein in Deutschland verbotenes Vorgehen, das keinerlei Mehrwert für den Hund bringt.
Im Jahr 2001 wurde der Molosserhund vorläufig von der FCI anerkannt. Im September 2023 folgte dann die endgültige Festlegung des Rassestandards. Seitdem wird der Hund offiziell nicht mehr Dogo Canario, sondern ausschließlich Presa Canario genannt.
Aussehen & Fell
Der Presa Canario ist ein sehr stämmig aussehender Hund, dessen Rücken länger als seine Beine sein soll. Der Kopf ist breit und viereckig. Laut Rassestandard trägt er zudem eine ausgeprägte Maske, die schwarz sein soll. Charakteristisch ist bei ihm auch der schwere oder ernste Look, der vom Standard gefordert wird. Der liebevoll auch Dogo benannte Hund hat einen kräftigen Muskeltonus.
Charakteristisch für diese Rasse sind die deutlichen Unterschiede zwischen Rüden und Hündinnen. Während ein Presa-Canario-Rüde zwischen 61 und 66 Zentimeter Widerristhöhe hat und bis zu 65 Kilogramm wiegen soll, sind die Weibchen schlanker und kleiner gezüchtet. Sie sollten 40 bis 55 Kilogramm wiegen und eine Widerristhöhe von 56 bis 62 Zentimetern haben.
Das Fell des Presa Canario ist kurz und relativ borstig. Aufgrund seiner Herkunft auf den ausgeglichen temperierten Kanaren hat der Hund keine Unterwolle. In der Regel ist das Fell gestromt, was sich bei den verschiedenen Farbschlägen unterschiedlich stark zeigt. Beim Presa Canario sind viele verschiedene Grundtöne des Fells erlaubt. Darunter sind zum Beispiel Sand- oder Rehbraun, aber auch Schwarz, Grau, Blond oder Falb möglich. Auch weiße Abzeichen an der Brust können vorkommen, die Gesichtsmaske soll jedoch bei jeder Fellfarbe weiterhin schwarz bleiben.
Charakter & Gemüt
Das Wesen des Presa Canario ist durch und durch ausgelassen und freundlich. Jegliche Form von aggressivem Verhalten führt zum Ausschluss aus der Zucht. Aufgrund seiner langen Geschichte als Hütehund besitzt er jedoch noch immer einen ausgeprägten Schutztrieb, der mit einer kompetenten Hundeschule aber gut gelenkt werden kann. Er ist ein sehr selbstsicherer Hund, der Fremden gegenüber meist nicht besonders aufgeschlossen ist. Seinen Bezugspersonen gegenüber zeigt er sich gelehrig und freundlich gestimmt.
Erziehung
Der Presa Canario ist ein gut zu erziehender Hund, der auch körperlich und geistig ausgelastet werden sollte. Sein Schutztrieb und die Skepsis gegenüber Fremden sollten in der Erziehung am besten direkt angegangen werden. Ein gut erzogener Dogo ist jedoch ausgesprochen freundlich und entspannt. Er ist als Wachhund geeignet, ist aber auch ein toller Familien- und Begleithund. Besonders gern spielt er Ball- und Bringspiele, bei denen er sich auch körperlich auslasten kann. Man kann den Dogo auch zum Schutz- oder Assistenzhund ausbilden.
Richtige Haltung & Pflege
Wer einen Presa Canario als reinen Wachhund oder im schlimmsten Fall sogar als „Kampfhund“ halten möchte, tut dem Tier Unrecht an. Der Dogo liebt es, mit seinen Bezugspersonen zusammen zu sein, und baut eine innige, liebevolle Beziehung zu den Haltern auf. Auch eine reine Haltung im Garten zur Überwachung des Grundstücks ist für ihn nicht artgerecht und kann ihn zu einem Dauerbeller machen. Einen Garten sollte er jedoch im besten Fall zur Verfügung haben, denn er braucht sehr viel Platz. Für kleine Wohnungen eignet er sich nicht.
Schon allein wegen des Schutztriebes braucht der Presa Canario einen hundeerfahrenen Halter, der ihn konsequent und verantwortungsvoll erzieht. Der Hund muss – auch aufgrund seiner körperlichen Kraft – gut sozialisiert werden, was bereits beim Züchter begonnen werden sollte.
Ernährung
Entsprechend seiner Größe und seines Gewichts braucht der Presa Canario mehr Nahrung als kleinere Hunderassen. Diese sollte vor allem aus hochwertigem, fleischhaltigem Futter mit geringem Getreideanteil und zuckerfrei sein. Aber auch pflanzliche Bestandteile, so wie Obst und Gemüse, sollten in der Ernährung des großen Hütehundes enthalten sein.
Kein Anfängerhund! Der Groenendael braucht eine Aufgabe
Der Neuseeländische Huntaway ist auf Leistung gezüchtet – nicht auf Aussehen
Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten
Der Presa Canario gilt als sehr robuster Hund, bei dem keine rassetypischen Krankheiten bekannt sind. Wie alle großen Hunde kann er im Alter zu Hüftgelenksdysplasie und Arthrose neigen. Bei guter Pflege wird der Dogo 10 bis 12 Jahre alt.
Der Presa Canario im Überblick
- Charakter: ausgeglichen und freundlich
- Größe: Rüden 61 und 66 cm, Hündinnen 56 bis 62 cm
- Gewicht: Rüden bis zu 65 kg, Hündinnen 40 bis 55 kg
- Fell: kurz, ohne Unterwolle
- Bewegungsbedarf: durchschnittlich
- Durchschnittliche Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre
- Besonderheiten: Ein Presa Canario aus einer seriösen Zucht ist niemals aggressiv oder unsicher, außerdem hat er keine kupierten Ohren – Halter sollten darauf verstärkt achten!