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Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Dieser Hund lockt Enten mit ungewöhnlichem Trick an

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever stammt ursprünglich aus Kanada und gilt als einzige Rasse, die Enten anlocken und sie apportieren kann
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever stammt ursprünglich aus Kanada und gilt als einzige Rasse, die Enten anlocken und sie apportieren kann Foto: Getty Images
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Dennis Agyemang
Dennis Agyemang Autor

24. April 2026, 11:33 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever sorgte im Kino für Aufmerksamkeit: Im Horrorfilm „Good Boy“ spielt ein Hund der Rasse die Hauptrolle und rückt ihr ungewöhnliches Erscheinungsbild ins Rampenlicht. Der mittelgroße Kanadier überzeugt jedoch nicht nur optisch, sondern auch mit Intelligenz, Bewegungsfreude und enger Bindung zu seiner Familie. Als kleinster Retriever ist er ein vielseitiger Partner für sportliche Menschen – mit einem ganz besonderen Talent, das ihm weltweit Anerkennung verschaffte.

Duck Tolling Retriever: Die Hunderasse aus „Good Boy“

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever, kurz „Toller“, ist eine faszinierende und in Deutschland noch relativ unbekannte Hunderasse mit besonderen Fähigkeiten. 2025 erlebte der Nova Scotia Duck Tolling Retriever einen besonderen medialen Auftritt: Im Film „Good Boy“ sorgte die Rasse für Aufsehen und weckte bei vielen erstmals Interesse an diesem außergewöhnlichen Hund.

Ursprünglich für die Entenjagd gezüchtet, nutzt der Toller eine trickreiche Technik: das sogenannte Tolling. Dabei lockt er Wild durch spielerische Bewegungen ins Sichtfeld des Jägers. Ein Verhalten, das kein anderer Retriever in dieser Form zeigt.

Mit seinem wasserabweisenden Fell, seinem muskulösen Körperbau und einer enormen Ausdauer ist der Nova Scotia Duck Tolling Retriever optimal an die Arbeit in nasser Umgebung angepasst. Doch der Toller ist nicht nur Arbeitshund: Er punktet auch als einfühlsamer Familienbegleiter mit großem „Will to please“ und einem feinen Gespür für die Stimmungen seiner Menschen. Dennoch bringt er auch eine gewisse Eigenständigkeit mit und verlangt von seinen Haltern viel Einfühlungsvermögen, Beschäftigung und konsequente, aber sanfte Führung.

Herkunft

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever stammt, wie sein Name verrät, aus Nova Scotia, einer Provinz im Osten Kanadas. Dort wurde er im frühen 19. Jahrhundert speziell für die Entenjagd entwickelt. Er ist die kleinste unter den Retrieverrassen und unterscheidet sich durch das sogenannte Tolling von seinen Verwandten: eine einzigartige Jagdmethode, bei der der Hund Wildenten durch lebhafte Bewegungen am Ufer anlockt. Diese Technik basiert auf einem natürlichen Spieltrieb, den Züchter gezielt förderten.

Der Jäger wirft dabei Gegenstände ins Wasser oder ans Ufer, die der Hund mit auffälligen Bewegungen zurückbringt – ein Schauspiel, das neugierige Enten näher ans Ufer lockt. Anschließend apportiert der Toller das erlegte Wild. Trotz seines außergewöhnlichen Talents und seiner hohen Anpassungsfähigkeit blieb der Toller lange ein Geheimtipp außerhalb Kanadas. Erst in den vergangenen Jahrzehnten fand die Rasse auch in Europa langsam mehr Beachtung. Der Genpool ist nach wie vor klein, was die kontrollierte Zucht anspruchsvoll macht, aber auch dazu beiträgt, dass viele Linien sorgfältig ausgewählt sind.

Aussehen & Fell

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist ein mittelgroßer Hund mit einem kompakten, kraftvollen und zugleich wendigen Körperbau. Er wirkt stets aufmerksam und einsatzbereit. Rassetypisch sind sein gut bemuskelter Rücken, eine kräftige Lendenpartie und ein tiefer Brustkorb mit gut gewölbten Rippen. Die obere Profillinie ist gerade, die Kruppe leicht abfallend. Eine Besonderheit stellt die Rute dar, die breit ansetzt, üppig befedert ist und von den Hunden beim Tolling gezielt eingesetzt wird. Im Ruhezustand hängt sie tief, bei Aufmerksamkeit wird sie fröhlich über den Rücken getragen, ohne diesen zu berühren.

Das Fell des Tollers besteht aus zwei Schichten: einem weichen, dichten Unterfell und einem mittellangen, wasserabweisenden Deckhaar. Es schützt hervorragend vor Nässe und Kälte. Die Fellfarbe reicht von Rot bis Orange, oft ergänzt durch weiße Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze oder im Gesicht. Diese kontrastreiche Färbung verleiht dem Toller seinen charakteristischen, oft als „fuchsartig“ beschriebenen Look. Eine leichte Wellung auf dem Rücken ist erlaubt, besonders im Winterfell treten auch längere Wellen im Halsbereich auf.

Charakter & Gemüt

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist ein intelligenter, lernfreudiger und sehr aktiver Hund mit einer ausgeprägten Arbeitsbereitschaft. Sein Temperament ist lebhaft, ohne nervös zu wirken. Er zeigt einen starken Willen zur Zusammenarbeit mit seinem Menschen – den sogenannten „Will to please“. Besonders bemerkenswert ist seine Fähigkeit, die Stimmung seiner Bezugspersonen genau wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Fremden gegenüber zeigt sich der Toller oft zurückhaltend bis reserviert, was als rassetypisch gilt.

Als Familienhund überzeugt er durch seine Sensibilität, Verspieltheit und Anpassungsfähigkeit. Kinder akzeptiert er in der Regel gut, sofern sie respektvoll mit ihm umgehen. Der Toller ist aber kein Hund für Couch-Potatoes. Er braucht geistige und körperliche Auslastung, sonst sucht er sich selbst Aufgaben – nicht immer zur Freude der Halter. Wer diese Rasse hingegen fordert und liebevoll-konsequent führt, erhält einen ausgesprochen kooperativen und treuen Begleiter.

Erziehung des Duck Tolling Retrievers

Die Erziehung eines Nova Scotia Duck Tolling Retrievers erfordert Einfühlungsvermögen, Konsequenz und Kreativität. Als sehr sensibler Hund reagiert der Toller negativ auf Härte oder grobe Korrekturen. Zu große Strenge kann ihn in die Verweigerung treiben oder zu unsicherem Verhalten führen. Positive Verstärkung, Lob und abwechslungsreiche Aufgaben fördern hingegen seine Lernfreude.

Aufgrund seiner hohen Intelligenz und seines Arbeitseifers lernt er schnell – vorausgesetzt, die Übungen sind klar strukturiert und spannend gestaltet. Besonders erfolgreich ist die Erziehung, wenn sie auf gegenseitigem Respekt und enger Bindung basiert. Frühzeitige Sozialisierung, gutes Training, klare Regeln und eine stabile Routine helfen dem Toller, sich sicher in seinem Umfeld zu bewegen.

Richtige Haltung & Pflege

Der Toller fühlt sich in einem aktiven Haushalt mit engem Familienanschluss am wohlsten. Dennoch ist der Toller kein klassischer Anfängerhund: Zwar ist er intelligent und lernwillig, stellt als anspruchsvoller Jagdhund aber hohe Anforderungen an Beschäftigung und Erziehung. Er braucht viel Bewegung, geistige Beschäftigung und eine enge Bindung zu seinen Menschen. Als wasserliebender und bewegungsfreudiger Hund eignet er sich besonders gut für Hundesportarten wie Agility, Dummytraining oder Rettungshundearbeit. Spaziergänge allein reichen ihm nicht – er will gefordert werden.

Pflegeleicht ist er im Hinblick auf Fell: Regelmäßiges Bürsten, etwa ein- bis zweimal pro Woche, reicht im Alltag meist aus. Während des Fellwechsels sollte er allerdings häufiger gebürstet werden, da er in dieser Zeit verstärkt haart. Sein dichtes, wasserabweisendes Haarkleid trocknet schnell und schützt ihn gut bei nassem Wetter.

Ernährung

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever benötigt eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung mit hohem Fleischanteil. Ideal ist eine Zusammensetzung, bei der rund ein Drittel der Nahrung aus Gemüse und Obst besteht, um den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen zu decken. Auf Getreide, Zuckerzusätze und unnötige Füllstoffe sollte verzichtet werden, da diese die Verdauung belasten oder Übergewicht begünstigen können. Trotz seines hohen Energiebedarfs durch Aktivität sollten Halter auf eine bedarfsgerechte Fütterung achten. Gewichtszunahmen lassen sich vermeiden, wenn Portionsgrößen an den Bewegungsumfang angepasst werden. Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein.

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Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten

Der Toller gilt grundsätzlich als robust, dennoch bringt die kleine genetische Basis gewisse Risiken mit sich. Besonders im Fokus steht die autoimmune Erkrankung SRMA (steroid-responsive meningitis-arteriitis), die entzündliche Prozesse an Hirnhäuten oder Gelenken verursachen kann. Symptome wie Fieber, Nackensteifigkeit oder Lahmheiten sollten ernst genommen und tierärztlich abgeklärt werden.

Eine sorgfältige Auswahl verantwortungsvoller Züchter und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Zuchtbasis ist engmaschig kontrolliert, was das Auftreten erblicher Erkrankungen reduziert – dennoch ist gesundheitliche Vorsorge unerlässlich.

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Überblick

  • Charakter: intelligent, freundlich, arbeitsfreudig, sensibel
  • Größe: 45–51 cm
  • Gewicht: 17–23 kg
  • Fell: mittellang, dicht, wasserabweisend, doppelschichtig
  • Bewegungsbedarf: sehr hoch – geeignet für Sport, Spiel und Arbeit
  • Lebenserwartung: 10–14 Jahre
  • Besonderheiten: einzigartiges Tolling-Verhalten, ausgeprägter Apportiertrieb, liebt Wasser

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