30. November 2025, 15:36 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Mit seinem tief kastanienroten Fell, der athletischen Erscheinung und dem freundlichen Wesen zieht der Irish Red Setter alle Blicke auf sich. Doch dieser elegante Vierbeiner ist weit mehr als nur ein schöner Begleiter – seine Ursprünge als Jagdhund prägen ihn bis heute. Was den temperamentvollen Iren so besonders macht und für wen sich seine Haltung eignet, erfahren Sie hier.
Herkunft
Der Irish Red Setter stammt ursprünglich aus Irland und wurde dort bereits seit dem 17. Jahrhundert gezielt gezüchtet. Seine Vorfahren umfassen unter anderem den Irish Red and White Setter, spanische Pointer sowie französische Spaniels. Ziel der Zucht war ein spezialisierter Jagdhund, der auf die Jagd von Federwild – insbesondere Fasane – optimiert ist. Eine besondere Fähigkeit des Setters ist das sogenannte „Vorstehen“: Dabei zeigt der Hund das Wild durch regungsloses Erstarren an, ohne es aufzuschrecken – ein Verhalten, das im Englischen als „to set“ bezeichnet wird und der Rasse letztlich ihren Namen gab.
Mit seiner zuverlässigen Arbeitsweise gewann der Irish Red Setter schnell die Gunst der Jägerschaft. Im Laufe der Zeit wurde er jedoch nicht nur als Gebrauchshund geschätzt, sondern auch zunehmend als Begleithund beliebt. Trotz seiner jagdlichen Prägung findet er heute vielfach auch als sportlicher Familienhund Verwendung – ein Wandel, der seine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellt.
Aussehen & Fell
Der Irish Red Setter ist ein mittelgroßer bis großer Hund mit einer eleganten, athletischen Silhouette. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 58 bis 67 cm, Hündinnen 55 bis 62 cm. Charakteristisch ist sein tief kastanienrotes Haarkleid, das dem Setter seinen Namen verlieh. Das Fell ist überwiegend glatt und seidig, kann an Brust, Ohren, Bauch und Beinen aber auch leicht gewellt sein.
Auffällig sind die langen, tief angesetzten, hängenden Ohren sowie die mandelförmigen, meist dunkelbraunen Augen, die dem Hund einen sanften und intelligenten Ausdruck verleihen. Das Haarkleid zeigt keinerlei Schwarzanteile, erlaubt sind jedoch kleine weiße Abzeichen – etwa an Brust, Kehle, Zehen, Stirn oder als schmaler Nasenstreifen.
Der Pflegeaufwand ist insgesamt moderat: Durch regelmäßiges Bürsten zwei- bis dreimal pro Woche bleibt das Fell frei von Verfilzungen. Besonderes Augenmerk sollte auf die längeren Haarpartien an Brust, Bauch, Rute und Beinen gelegt werden.
Charakter & Gemüt
Der Irish Red Setter gilt als freundlich, aufgeschlossen und temperamentvoll. Er zeigt sich in der Regel sehr verträglich mit Menschen, Kindern und anderen Tieren. Seine ausgeprägte Spielfreude, gekoppelt mit hoher Intelligenz, macht ihn zu einem idealen Gefährten für aktive Haushalte.
Trotz seines sanften Wesens besitzt der Setter einen gewissen Eigensinn und braucht daher eine konsequente, aber faire Führung. Er baut eine enge Bindung zu seinen Bezugspersonen auf und reagiert sensibel auf deren Stimmungen.
Als Jagdhund gezüchtet, verlangt der Irish Red Setter nach geistiger wie körperlicher Auslastung. Wird er unterfordert, können Unarten wie Unruhe oder destruktives Verhalten auftreten. Er eignet sich daher besonders für Halter, die bereit sind, sich intensiv mit ihrem Hund zu beschäftigen.
Erziehung
Die Erziehung des Irish Red Setters erfordert Fingerspitzengefühl: Zu viel Härte kann ihn verunsichern, zu viel Nachsicht führt schnell zu eigenwilligem Verhalten. Eine konsequente, liebevolle Führung ist entscheidend, um den selbstständigen und manchmal sturen Charakter zu lenken.
Bereits im Welpenalter sollte mit der Basiserziehung begonnen werden. Ein strukturierter Alltag, frühzeitige Sozialisierung und positive Bestärkung helfen dem Setter, sich zu einem verlässlichen Begleithund zu entwickeln. Die Erziehungsphase erstreckt sich idealerweise über das gesamte erste Lebensjahr, in dem der Hund viele Grundlagen erlernt und festigt.
Richtige Haltung & Pflege
Der Irish Red Setter benötigt viel Bewegung und geistige Auslastung. Tägliche Spaziergänge von mindestens zwei bis drei Stunden, kombiniert mit Apportierübungen, Nasenarbeit oder Dummy-Training, sind ideal, um seine Bedürfnisse zu erfüllen. Auch Joggen, Radfahren oder Wanderungen sind gute Optionen.
Wird der Setter ausreichend beschäftigt, kann er auch einige Stunden allein bleiben – vorherige Auslastung vorausgesetzt. In der Pflege ist das seidig-glatte Fell relativ unkompliziert, erfordert aber regelmäßiges Bürsten. Ohren sollten wegen ihrer Hängeform regelmäßig auf Verschmutzungen kontrolliert und gereinigt werden, um Infektionen vorzubeugen.
Ernährung
Der Irish Red Setter ist in Ernährungsfragen wenig anspruchsvoll und gilt als gut zu versorgender Hund. Dennoch sollte auf eine ausgewogene, proteinreiche Kost geachtet werden, die seinem Aktivitätsniveau entspricht.
Viele Halter setzen auf Barfen (biologisch artgerechte Rohfütterung), also eine Ernährung mit rohem Fleisch, Innereien und Gemüse. Diese Fütterungsform kann den natürlichen Bedürfnissen des Setters entgegenkommen, sollte jedoch im Vorfeld mit einem Tierarzt oder Züchter abgesprochen werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
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Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten
Trotz seiner insgesamt robusten Konstitution ist der Irish Red Setter für einige genetisch bedingte Krankheiten anfällig. Dazu zählt insbesondere CLAD (Canine Leukozyten-Adhäsionsdefizienz), eine schwere Immunschwäche. Ebenfalls häufiger tritt PRA (Progressive Retina Atrophie) auf – eine fortschreitende Netzhauterkrankung, die bis zur Erblindung führen kann.
Eine sorgfältige Auswahl des Züchters sowie regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind wichtig, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12 bis 15 Jahren.
Die Irish Red Setter im Überblick
- Charakter: Freundlich, verspielt & sensibel
- Größe: Rüden 58–67 cm, Hündinnen 55–62 cm
- Gewicht: 24 – 32 kg
- Fell & Farbe: Seidig, glatt bis leicht gewellt; sattes Kastanienbraun
- Pflegeaufwand: Mäßig, regelmäßiges Bürsten erforderlich
- Besonderheiten: Stark ausgeprägter Jagdtrieb, liebt Bewegung und Nasenarbeit