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Akbash, Kangal, Catalburun

Diese Hunderassen stammen aus der Türkei

Der Catalburun ist eine der seltensten Hunderassen der Welt und besticht durch ein einzigartiges Merkmal: seine gespaltene Nase.
Der Catalburun ist eine der seltensten Hunderassen der Welt und besticht durch ein einzigartiges Merkmal: seine gespaltene Nase. Foto: Getty Images/HAYKIRDI
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Dennis Agyemang
Dennis Agyemang Autor

30. Juli 2025, 16:29 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Türkei ist nicht nur für ihre faszinierende Kultur und beeindruckende Natur bekannt, sondern beherbergt auch einige außergewöhnliche Hunderassen. Viele von ihnen sind seit Jahrhunderten treue Helfer von Hirten, Bauern und Familien, denn sie sind robust, wachsam und haben einen starken Charakter. Im Folgenden stellen wir einige Hunderassen vor, die aus der Türkei stammen.

Oft wird der Begriff „Anatolischer Hirtenhund“ als Sammelbegriff für türkische Herdenschutzhunde verwendet – insbesondere im Ausland – um Kangal, Akbaş und weitere regionale Typen zu beschreiben. In der Türkei selbst ist diese Bezeichnung weniger gebräuchlich. Selbst die FCI (Fédération Cynologique Internationale) benutzte diese Bezeichnung bis ins Jahr 2018, um diverse Hunderassen zusammenzufassen. Der Anatolische Berghund ist daher durchaus mehr als eine Rasse.

Gut zu wissen: Viele Hunde aus anatolischen Dörfern haben keine offiziellen Papiere, sind aber funktional und genetisch sehr nah an den anerkannten Rassen. Das macht sie besonders vielseitig und anpassungsfähig.

Kangal

Der Kangal ist wohl die bekannteste Hunderasse aus der Türkei und zählt zu den ältesten Herdenschutzhunden weltweit. Ursprünglich aus der Provinz Sivas stammend, wurde er gezüchtet, um Viehherden vor Wölfen, Bären und anderen Raubtieren zu beschützen.

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 85 Zentimetern ist der Kangal eine imposante Erscheinung, die sofort ins Auge sticht. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen, denn seinen Menschen begegnet dieser Vierbeiner ausgesprochen sanft im Umgang – vorausgesetzt, er wird artgerecht gehalten und gut sozialisiert. Insgesamt wird der Kangal als ruhig, mutig, beschützend und loyal beschrieben.

Kangal Hündin mit Jungtier beim Laufen über eine Wiese
Der Kangal wurde ursprünglich einmal Karabasch genannt, was auf Türkisch „Schwarzkopf“ bedeutet und sich auf die schwarze Maske der Rasse bezieht. Foto: Getty Images

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Akbaş

Der Akbaş ist ein weiterer Herdenschutzhund aus der Türkei, der eng mit dem Kangal verwandt ist. Er stammt aus Westanatolien und fällt vor allem durch sein reinweißes Fell auf. Auch er ist mit einer Schulterhöhe von etwa 70 bis 85 Zentimetern ein echter Hingucker. Er gilt als ausgesprochen unabhängig, wachsam und territorial. Daher wird der Akbaş außerhalb der Türkei, etwa in den USA, zunehmend zur Bewachung von Schafherden eingesetzt – als biologische Alternative zum Einsatz von Zäunen oder Schäfern.

Akbaş oder Akbaş Çoban Köpeği bezeichnet einen molossoiden Hirtenhund-Typ in der Türkei mit durchgehend hellem Fell.
Akbaş oder Akbaş Çoban Köpeği bezeichnet einen molossoiden Hirtenhund-Typ in der Türkei mit durchgehend hellem Fell. Foto: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany | Michael H. Francis/OKAPIA

Tazi (Türkischer Windhund / Saluki)

Aus der Türkei stammen nicht nur viele Herdenschutzhunde, sondern auch eine spannende Windhund-Rasse: der Tazi. Er ist eine Variante des Salukis, stammt aus der Türkei und zählt zu den ältesten Windhundrassen weltweit. „Der Begriff „Tazi“ (auch „Tazy“ oder „Tasi“) wird im Nahen Osten – insbesondere in der Türkei, im Iran und in Teilen Zentralasiens – synonym für den Saluki, den persischen Windhund, verwendet. Während in Zentralasien auch eigenständige Landrace-Varianten wie der mittelasiatische Tazi gezüchtet werden, ist der türkische Tazi Turco eine lokale Rasse, die seit Langem in Anatolien vorkommt. Mit einer Schulterhöhe von 60 bis 70 Zentimetern ist auch er eine imposante Erscheinung.

Sensibel, intelligent und unabhängig sind drei Eigenschaften, die den Tazi gut beschreiben. Als Jagdhund ist er ein Einzelgänger, seiner Familie gegenüber ist er jedoch äußerst treu und liebevoll. Doch damit nicht genug: Er ist ein ausgesprochenes Sprinttalent. Wenn er einmal richtig losrennt, haben Menschen kaum eine Chance, ihm zu folgen, denn er kann Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 60–65 Kilometer pro Stunde über kurze wie lange Distanzen erreichen.

Der Tazi wurde ursprünglich für die Jagd auf schnelle Beute gezüchtet.
Der Tazi wurde ursprünglich für die Jagd auf schnelle Beute gezüchtet. Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2f/Chart_%C5%9Brodkowoazjatycki_Zeila.jpg Credit: by Marcin Błaszkowski/Wikipedia/ CC BY-SA 3.0
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Zerdava

Diese wenig bekannte Rasse stammt aus der östlichen Schwarzmeerregion der Türkei, insbesondere aus der Gegend um Trabzon. Zerdavas wurden traditionell zur Hofbewachung und für die Wildschweinjagd eingesetzt. Sein mutiges, aber loyales Wesen zeichnet ihn als beliebten Arbeitshund aus. Zerdavas sind extrem territorial und binden sich stark an ihre Bezugsperson. Wegen ihrer Seltenheit stehen sie heute unter Schutz. Zuchtprogramme versuchen daher, die Rasse zu erhalten.

Çatalburun

Eine wahre Kuriosität ist der Çatalburun (zu Deutsch „Gespaltene Nase“), der seinen Namen seiner charakteristischen Nasenform verdankt. Die Spaltnase geht auf einen Gendefekt zurück. Daher verfügt der Çatalburun über zwei getrennte äußere Nasengänge, die jedoch keinen funktionellen Vorteil bieten. Lange wurde angenommen, dass der Vierbeiner dadurch besser riechen könne, ähnlich wie Bracken oder Bloodhounds, doch diese Annahme konnte nicht bestätigt werden. Der Çatalburun stammt aus der Region Tarsus im Süden der Türkei. Dort wird er für die Jagd auf Wildvögel eingesetzt.

Der Catalburun ist eine der seltensten Hunderassen der Welt und besticht durch ein einzigartiges Merkmal: seine gespaltene Nase.
Der Catalburun ist eine der seltensten Hunderassen der Welt und besticht durch ein einzigartiges Merkmal: seine gespaltene Nase. Foto: Getty Images/HAYKIRDI



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