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Bußgeld bis zu 50.000 Euro

Das müssen Halter zum Hundeführerschein in Bremen wissen

Ein Mann trainiert seinen Hund
Bremen ist das erste Bundesland, das den Hundeführerschein nun verpflichtend einführen wird. Für Hundehalter ergeben sich dadurch einige Fragen – PETBOOK hat die Antworten. Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

3. Juli 2026, 14:06 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Bremen als erstem Bundesland Deutschlands eine allgemeine Hundeführerschein-Pflicht für neue Hundehalter. Wer sich einen Hund anschafft, muss künftig seine Sachkunde nachweisen – zunächst in einer theoretischen und später in einer praktischen Prüfung. Bereits 2023 hatte PETBOOK beim Bremer Senat nachgefragt, wie die Regelung aussehen soll. Inzwischen stehen die wichtigsten Details fest.

Warum wurde der Hundeführerschein in Bremen eingeführt?

Mit dem verpflichtenden Sachkundenachweis will Bremen Hundehalter stärker in die Verantwortung nehmen. Hintergrund sind unter anderem Beißvorfälle sowie die Einschätzung, dass viele Probleme nicht an bestimmten Hunderassen liegen, sondern am Umgang des Menschen mit dem Tier.

Bereits 2023 erklärte Innensenator Ulrich Mäurer in einer Pressemitteilung: „Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die seit Jahren geltenden sogenannten Rasselisten nur eine trügerische Sicherheit vermitteln.“ Tatsächlich brauche es einen weitergehenden Ansatz, um tragische Beißunfälle zu verhindern.

Auch Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, betonte damals, das Verhalten eines Hundes liege in der Regel nicht an seiner Rasse, sondern am Verhalten der Besitzer sowie deren Umgang mit den Tieren. Viele Halter seien nicht in der Lage, die Bedürfnisse ihrer Tiere angemessen einzuschätzen, zu berücksichtigen oder Grenzen zu setzen.

Das galt bisher in Bremen

Einen sogenannten Sachkundenachweis für Hundehaltung, oft auch als Hundeführerschein bezeichnet, gibt es in Bremen bereits. Allerdings ist dieser nur für Halter verpflichtend, deren Hunde auffällig geworden sind. Für alle anderen Hundehalter ist der Erwerb bisher noch freiwillig.

Da in diesem Bundesland jedoch keine generelle Leinenpflicht besteht, bringt der Erwerb des Hundeführerscheins nicht einmal das Privileg ein, den Hund ohne Leine führen zu dürfen, wie das etwa in Berlin der Fall ist.

Auch interessant: Was spricht für und gegen die Einführung eines Hundeführerscheins?  

Wer braucht in Bremen einen Hundeführerschein?

Die Pflicht gilt für alle Personen, die seit dem 1. Juli 2026 in Bremen einen Hund aufnehmen. Wer seinen Hund bereits vor diesem Stichtag gehalten hat, muss für dieses Tier grundsätzlich keinen Hundeführerschein nachholen.

Eine Ausnahme gilt für Hunde, die bereits als gefährlich eingestuft wurden. In diesem Fall müssen Halter die theoretische und praktische Sachkundeprüfung bis zum 30. Juni 2028 nachholen.

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So gilt der Hundeführerschein jetzt in Bremen

Bereits 2023 hatte PETBOOK bei den zuständigen Senatoren nachgefragt, wie der verpflichtende Hundeführerschein umgesetzt werden soll. Inzwischen ist die Regelung in Kraft. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wer braucht in Bremen einen Hundeführerschein?

Der Hundeführerschein ist für alle Personen verpflichtend, die seit dem 1. Juli 2026 in Bremen einen Hund aufnehmen. Wer seinen Hund bereits vor diesem Stichtag gehalten hat, genießt grundsätzlich Bestandsschutz und muss für dieses Tier keine Sachkundeprüfung nachholen.

Ausnahmen gelten unter anderem für Tierärzte, Jäger sowie Blindenführhunde. Außerdem muss die theoretische Prüfung nicht erneut abgelegt werden, wenn Halter innerhalb der vergangenen fünf Jahre bereits mindestens zwei Jahre einen Hund gehalten und den theoretischen Teil bestanden haben.

Wo können Hundehalter die Sachkundeprüfung ablegen?

Bereits 2023 erklärte Rose Gerdts-Schiffler, Pressesprecherin des Senators für Inneres und Sport, im Gespräch mit PETBOOK, dass die Sachkundeprüfungen von anerkannten Personen oder Stellen abgenommen werden sollen. Inzwischen steht fest: Zuständig sind vom Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz– und Veterinärdienst (LMTVet) anerkannte Prüfer. Dazu können auch entsprechend zugelassene Hundeschulen gehören.

Wie ist die Prüfung aufgebaut?

Wie bereits 2023 bei PETBOOK angekündigt, besteht der Hundeführerschein aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung.

  • Die theoretische Prüfung umfasst 35 Fragen rund um Verhalten, Pflege und Training von Hunden. Mindestens 75 Prozent der Fragen müssen richtig beantwortet werden.
  • Die praktische Prüfung muss innerhalb des ersten Jahres nach Aufnahme des Hundes erfolgen. Dabei müssen Halter zeigen, dass sie ihren Hund in Alltagssituationen sicher führen können. Geprüft werden unter anderem Grundkommandos wie „Sitz“, „Bleib“ und Rückruf sowie ein entspanntes Verhalten an der Leine.

Auch interessant: Wie bestehe ich den Hundeführerschein?

Wer kontrolliert den Hundeführerschein?

Der Sachkundenachweis muss dem Ordnungsamt auf Verlangen vorgelegt werden. Der Nachweis kann analog oder digital mitgeführt werden.

Wer die vorgeschriebene Sachkunde nicht nachweist, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Außerdem kann die Hundehaltung untersagt werden, bis die erforderlichen Prüfungen abgelegt wurden.

Was kostet der Hundeführerschein in Bremen?

2023 ging der Bremer Senat noch davon aus, dass sich die Kosten im Bereich der damaligen Sachkundeprüfung bewegen könnten. Inzwischen steht fest: Eine landesweit einheitliche Gebühr gibt es nicht. Die Kosten werden vom jeweiligen Prüfungsanbieter festgelegt und können daher unterschiedlich ausfallen.

Tierschützer fordern schon lange verpflichtende Sachkundenachweise

„Das sind doch mal gute Nachrichten aus Bremen“, reagierte der Deutsche Tierschutzbund e. V. in einem Instagram-Post 2023 auf die Pläne des Bremer Senats. Er fordert zudem etwa eine deutschlandweit gültige Heimtierschutzverordnung. Diese soll unter anderem einen verpflichtenden theoretischen Sachkundenachweis für Hundehalter umfassen – idealerweise bereits vor der Anschaffung eines Hundes.

Bremen hat nun als erstes Bundesland eine entsprechende Pflicht eingeführt. Für neue Hundehalter bedeutet das: Wer sich seit dem 1. Juli 2026 einen Hund anschafft, muss sich vorab mit Haltung, Erziehung und Verantwortung auseinandersetzen – und dieses Wissen auch nachweisen.

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