31. Oktober 2025, 6:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Hunde haben Lieblingsspielzeuge – das klingt erst mal nicht ungewöhnlich. Die Gründe hingegen schon, denn manchmal verbinden Hunde damit sogar bestimmte Erlebnisse. Kleinspitz Samy von PETBOOK-Autorin Manuela Lieflaender lieferte dafür ein anschauliches Beispiel.
Samys erstes Erfolgserlebnis als Jäger
Beute zu verteidigen, ist ein normales Verhalten unter Hunden. Als Samy als Welpe eine tote Maus „erbeutete“, wollte ich ihm diese wegnehmen – das löste etwas in ihm aus. Die Maus war sein begehrtes und vermutlich das erste wirklich wichtige Objekt der Begierde in seinem Leben.
Als er einige Zeit später von meiner Nachbarin in ihrer Wohnung betreut wurde, machte er dort eine Entdeckung. Bei der Katzenhalterin lag eine nagelneue Aufzieh-Maus auf den Fliesen. Als mir die Nachbarin die Tür öffnete, schnappte sich Samy die Maus. Er rannte mit seiner Beute ins Treppenhaus und ließ keinen Zweifel daran, dass dieses Ding jetzt seins war.
Vor allem, wenn ich sie aufzog und durch die Wohnung „laufen“ ließ, war der Spitz außer Rand und Band. Ich musste sie ihm regelmäßig abnehmen, damit er sie nicht zerfetzte und verschluckte. Viele Jahre war er jedes Mal komplett außer sich und sprang wie ein Flummi in die Luft, wenn ich die Aufzieh-Maus aus dem Schrank nahm.
Katze legt ihr Spielzeug in den Napf – will sie es wirklich „füttern“?
Ihr Hund bringt Spielzeug? Das steckt hinter dem Verhalten
Wenn Spielzeug Gefühle weckt
Es schien tatsächlich so, als ob die Spielzeugmaus ihn an die echte Maus von früher erinnerte. Aus der Forschung weiß man, dass ein Spielzeug emotional positiv verknüpft wird, wenn der Hund besonders „erfolgreich“ damit gespielt hat, sei es durch Fangen, Zerren oder Suchen.
Blieb die Aufzieh-Maus im Schrank und der Rüde durfte sich aus einer Kiste mit Spielzeug eines aussuchen, dann war es ein Quietsche-Ei aus Latex. Das war ein Osterei, dessen Deckel beim Draufbeißen öffnete und ein Küken zum Vorschein kam. Obwohl Samy normalerweise geräuschempfindlich war, liebte er dieses quietschende Ei mit dem Küken.
Mit dieser Vorliebe war er nicht allein: Eine Studie von 2010 der University of Bristol beschäftigte sich mit den Lieblingsspielzeugen von Tierheim- und Zwingerhunden. Die Forscher stellten fest, dass 76 Prozent der Tierheimhunde doppelt so lange mit kaubaren und quietschenden Spielzeugen spielten als mit robusten, härteren Objekten.1
Warum Hunde an ihren Lieblingsspielzeugen hängen
Spielzeuge haben viele Bedeutungen für Hunde. Sie können ein Anker bei Stress und Unsicherheit sein. Manche Hunde bringen Spielzeuge oder Objekte, wenn sie unsicher sind, weil sie beobachtet werden oder nicht wissen, was ihr Mensch von ihnen möchte.
Hunde entwickeln oft eine enge Bindung zu bestimmten Spielzeugen – nicht nur, weil sie Spaß machen, sondern weil sie mit positiven Erlebnissen verknüpft sind. So wie Samy die Aufzieh-Maus mit seinem ersten „Jagderfolg“ verband, können Spielzeuge emotionale Erinnerungen auslösen und Sicherheit geben.