29. Januar 2026, 16:41 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Viele Hundebesitzer kennen das. Kaum kommt man von Spaziergang zurück, macht sich der Hund über seine Pfoten her und knabbert, leckt und beißt, was das Zeug hält. Was für oft als lästige Angewohnheit abgestempelt wird, kann für den Vierbeiner eine schmerzhafte Angelegenheit sein. Die Tierärztin Alice Holzapfel erklärt gegenüber PETBOOK auf, was dahinter steckt und was Sie gegen das Lecken der Pfoten machen können.
Übersicht
- Warum leckt und knabbert an Pfoten?
- Wie viel Pfoten lecken ist normal?
- Verletzungen
- Allergien und Hautkrankheiten
- Blasen an den Ballen
- Insektenstiche
- Psychische Ursachen für das Lecken der Pfoten
- Warum leckt mein Hund seine Pfoten im Winter?
- Was kann ich tun, wenn mein Hund ständig die Pfote leckt?
- Wann sollte ich wegen Pfotenleckens einen Tierarzt aufsuchen?
- Fazit
Warum leckt und knabbert an Pfoten?
Die Gründe für häufiges Lecken der Pfoten sind vielschichtig. In den meisten Fällen ist das Knabbern an den Pfoten harmlos und vergleichbar mit dem menschlichen Händewaschen. Ihr Hund entfernt bei dieser Art von natürlicher Reinigung Schmutz und Dreck mit seinen Zähnen. „Hunde knabbern an ihren Pfoten, wenn diese jucken“, sagt Alice Holzapfel, Cheftierärztin bei Dr. Sam, einem Portal für Tierarztberatung per Videocall. „Das kann viele Ursachen haben, die häufigsten sind allergisch und parasitär bedingt. Manchmal sind die Ursachen auch psychogen, wenn die Tiere zum Beispiel Langeweile haben oder sie nagen auch, um Stress abzubauen.“
Wie viel Pfoten lecken ist normal?
Beobachten Sie jedoch, dass sich das Verhalten verstärkt und Ihr Hund seine Pfoten ständig regelrecht „bearbeitet“ sollten Sie die Pfoten genauer untersuchen. Das Verhalten könnte auf eine Verletzung, auf Stiche oder Krankheiten hindeuten.
Verletzungen
Anders als wir Menschen tragen Hunde keine Schuhe und laufen so permanent mit ungeschützten Füßen durch die Gegend. Die Ballen sind zwar robust, doch nicht immun gegen Fremdkörper wie Glasscherben, Dornen und spitze Gegenstände. Auch die Wolfskralle Ihres Hundes ist anfällig für Verletzungen. Ist sie eingerissen, kann es zu Blutungen kommen.
Allergien und Hautkrankheiten
Ein häufiger Grund für intensives Lecken sind laut Tierärztin Dr. Alice Holzapfel Allergien erkennt man an rötlich verfärbter Haut, die bei Ihrem Hund ein starkes Jucken verursacht.
Blasen an den Ballen
Was viele nicht wissen: Auch Hunde können sich Blasen zuziehen. Nicht etwa durch zu enges Schuhwerk, sondern durch zu heißen Asphalt, der zu Verbrennungen führt. Ihr Hund wird in dem Fall seine Pfoten schonen wollen.
Insektenstiche
Im Sommer sind nicht nur wir Menschen von Mücken, Wespen und anderen Insekten genervt. Auch Hunde haben mit den fiesen Stechtieren zu kämpfen. Das Lecken und Knabbern an den Pfoten ist dabei nichts anderes, als was wir Menschen tun, wenn wir uns intensiv jucken.
Psychische Ursachen für das Lecken der Pfoten
Langeweile
Ihr Hund ist den ganzen Tag allein, während Sie arbeiten? Oder aber Sie haben aktuell kaum Zeit, mit ihm spazieren zu gehen? Gut möglich, dass er deshalb an seinen Pfoten nagt. Hunde brauchen verhältnismäßig viel Aufmerksamkeit und sind schnell unausgelastet, wenn sie körperlich und geistig nicht ausreichend gefordert werden.
Hat sich in letzter Zeit etwas in Ihrer Berufssituation geändert? Hatten Sie weniger Zeit für Ihren Vierbeiner als gewohnt, oder waren Sie krank und deshalb weniger mit ihm draußen? Falls eine der Fragen zutrifft, sollten Sie sich überlegen, was Sie unternehmen können, um zukünftig die Bedürfnisse Ihres Hundes wieder zu erfüllen.
Angst und Stress
Auch Hunde kennen Angst und Stress. Vielleicht machen deinem Hund die Geräusche im Treppenhaus Angst, oder aber die lärmenden Putzleute im Hausflur stören ihn? Was es auch ist, dass bei Ihrem Hund Angst und Stress auslöst. Es kann dazu führen, dass er versucht, sich mit dem Nagen an den Pfoten zu beruhigen.
Warum leckt mein Hund seine Pfoten im Winter?
Besonders im Winter können die Hundepfoten gereizt werden, was zum Lecken führt. Durch Streusalz, Rollsplitt aber auch die Kälte wird die Haut trocken und dadurch rissig. Mit Pfotenbalsam, Kokosöl, Vaseline oder Ringelblumensalbe halten Sie die Tatzen Ihres Vierbeiners geschmeidig. Bei einigen Hundearten, etwa dem Pudel, sorgt der Schnee zusätzlich für Klumpen im Fell. Das kann besonders zwischen den Krallen zu Reibungen und Verletzungen sorgen. Bei Rassen, die zu solchen Schneeklumpen neigen, ist es sinnvoll, das Fell an den Pfoten zu kürzen. Pfoten auch im Sommer schützen
Nicht nur in der kalten Jahreszeit können die Pfoten Ihres Hundes gereizt sein. Auch die heißen Temperaturen im Sommer sind eine Gefahr für die Pfoten. Asphaltierte Straßen können sich schnell auf bis zu 50 Grad Celsius erhitzen, was wiederum zu schweren Verbrennungen und starken Schmerzen führen kann. Außerdem sorgen auf Feldern und Wiesen spitze Getreidefortsätze, auch bekannt als „Grannen“, für Verletzungen.
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Was kann ich tun, wenn mein Hund ständig die Pfote leckt?
Auch wenn Ihr Hund nur Gutes beabsichtigt, sollte das Kauen und Lecken der Pfoten nicht überhandnehmen. Zunächst sollten Sie versuchen, die Ursache für das Verhalten Ihres Hundes herauszufinden. Hat sich Ihr Hund verletzt? Sind seine Pfoten rissig oder liegt eine Allergie vor? Diese Fragen kann ein Tierarzt abklären. So oder so sollten Sie die Pfoten Ihres Hundes in einem gesunden Zustand halten, indem Sie diese regelmäßig mit Pfotenbalsam einreiben und mit Feuchttüchern säubern.
Falls Ihr Hund an den Pfoten knabbert und leckt, weil er nicht ausreichend ausgelastet ist, sollten Sie für mehr Bewegung und psychische Beschäftigung sorgen. Beispielsweise indem Sie einem Hundesport wie Agility, Dog Dancing oder Frisbee nachgehen oder eine Hundeschule besuchen. Falls Ihr Hund tagsüber lange allein ist und es ihm deswegen an Beschäftigung mangelt, können Sie einen Hundesitter einstellen. Dieser kümmert sich meistens um mehrere Hunde gleichzeitig, sodass Ihr Hund in bester Gesellschaft ist und seine sozialen Bedürfnisse erfüllt werden.
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Wann sollte ich wegen Pfotenleckens einen Tierarzt aufsuchen?
Auch wenn Ihr Hund mit dem Lecken und Kauen nur Gutes beabsichtigt, sollte das Kauen und Lecken der Pfoten nicht überhandnehmen. Zunächst sollten Sie versuchen, die Ursache für das Verhalten Ihres Hundes herauszufinden. Hat sich Ihr Hund verletzt? Sind seine Pfoten rissig oder liegt eine Allergie vor? Diese Fragen kann ein Tierarzt abklären.
Fazit
Hunde knabbern und kauen gern an ihren Pfoten – und das ist auch okay. Problematisch wird es erst, wenn das Pfötchenknabbern überhandnimmt. Dann können Krankheiten vorliegen, die zu Juckreiz führen, wie in etwa Allergien oder Pilze. Mitunter führen auch psychische Gründe dazu, dass Ihr Hund seine Pfoten mit den Zähnen bearbeitet: möglicherweise ist Ihr Hund gestresst, verängstigt oder nicht genug ausgelastet. Diese Gründe sollten Sie von einem Tierarzt abklären lassen. Falls nichts davon zutrifft, seien Sie beruhigt: Ihr Hund versucht so nur, seine Pfoten sauber zu halten.