Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Oft unterschätzt

Streusalz kann für Hund und Katze gefährlich sein

Frau mit schwarzem Pudel im Winter auf enteistem Gehweg
Wenn es glatt wird, setzen manche Gemeinden Streusalz ein. Dies landet dann auch auf den Pfoten unserer Hunde und Freigänger-Katzen und kann schlimme Folgen haben. Foto: Getty Images
Artikel teilen
Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

3. Februar 2026, 10:52 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Schnee und Eis machen Wege rutschig – doch was für mehr Sicherheit sorgen soll, kann für Tiere zur ernsten Bedrohung werden. Streusalz ist für Privatleute zwar weitgehend verboten, landet aber trotzdem jedes Jahr auf Straßen und Gehwegen. Vor allem bei extremer Wetterlage können Städte wie Berlin Ausnahmeregelungen erlassen. Die Folgen bekommen nicht nur Pflanzen und Wildtiere zu spüren, sondern auch Tiere wie Hunde und Katzen. PETBOOK erklärt, warum das Risiko oft unterschätzt wird, und gibt Tipps, wie Tierhalter vorbeugen können.

Was ist Streusalz?

Streusalz, auch Tausalz genannt, besteht tatsächlich aus dem Salz, das wir auch aus der Küche kennen: Natriumchlorid, auch als Stein- oder Kochsalz bekannt. Manchmal sind noch Verunreinigungen wie Calciumsulfat (Anhydrit), Magnesiumsulfat oder Ton enthalten oder es werden Rieselhilfen wie Kaliumhexacyanoferrat beigemischt, die verhindern, dass das Salz verklumpt.

Die auftauende Wirkung kommt aber ausschließlich durch das Salz selbst. Es senkt den Gefrierpunkt von Wasser. Dadurch schmilzt Eis, auch wenn draußen noch Minusgrade herrschen. Das sorgt dafür, dass vereiste Flächen schnell wieder abtauen.

Wo Streusalz zum Einsatz kommt

Heute sind Streusalze eigentlich größtenteils verboten, da sie in Gewässer gelangen können und Pflanzen und Tiere schädigen. Aber nicht alle halten sich an dieses Verbot. Zudem dürfen Kommunen die Salze unter bestimmten Umständen doch einsetzen. So erlaubt der Berliner Senat am 30. Januar 2026 den Einsatz von Tausalz auf vereisten Gehwegen, wie unter anderem der „rbb“ berichtete. Denn eigentlich ist der Einsatz in der Hauptstadt generell verboten. Ausnahmen gelten nur für die Berliner Stadtreinigung (BSR) auf bestimmten Fahrbahnen bei besonderer Glätte.1,2

In welchen Bundesländern ist Streusalz verboten?

Für den Einsatz von Streusalz gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. Die Verordnungen variieren je nach Bundesland und Stadt. Generell gelten in Berlin, Hamburg, vielen bayerischen Städten (z. B. München, Nürnberg) besonders strikte Verbote. In Brandenburg und Sachsen ist die Verwendung auf privaten Flächen meist generell untersagt. 

Mitunter gelten aber Ausnahmen auf bestimmten Fahrbahnen bei besonderer Glätte. So können Kommunen von dem Verbot abweichen. Auch auf privaten Grundstücken kann der Einsatz von salzhaltigen Auftaumitteln unter bestimmten Umständen gestattet sein. Zum Beispiel bei starkem Eisregen oder an besonders gefährlichen Gehwegstellen wie Treppen oder Rampen. 3

Nur weil es also ein Verbot gibt, sollte man sich nicht darauf verlassen. Denn für Hund und Katze kann das Streusalz zur ernsten Gefahr werden, die viele Halter unterschätzen.

Warum Streusalz für Hund und Katze gefährlich ist

Streusalz greift die Pfoten von Hunden und Katzen an. Das Salz kann zu teils schweren Verätzungen und Entzündungen an den Fußballen führen. Denn oft entstehen durch Split und Frost kleine Verletzungen und Risse an den Pfotenballen, durch die das Salz eindringt. Aber auch, wenn der Hund die Nase in den Schnee steckt, kann die Haut verätzen. Dazu reicht sogar schon ein relativ kurzer Kontakt.4

Die größere Gefahr besteht jedoch darin, dass die Tiere das Salz durch Lecken aufnehmen. Etwa, wenn Hund oder Katze sich die Pfoten nach dem Spaziergang sauber schlecken. Das kann zu ernsthaften Reizungen und Schäden der Magenschleimhaut führen. Je nach Menge des aufgenommenen Salzes kann es auch zu starken Vergiftungen kommen, die sogar tödlich enden können.5

Wie viel Salz ist gefährlich für Hund und Katze?

  • Bei Hunden sind bereits 2 Gramm Salz pro Kilogramm Körpergewicht gefährlich.
  • Bei Katzen reichen sogar 0,5 bis 1 Gramm Salz pro Kilogramm Körpergewicht aus, um lebensgefährliche Folgen zu haben.

Vor allem, wenn Hunde Schnee fressen, können sie schnell größere Mengen an Salz aufnehmen. Aber auch wenn Schnee und Eis schmelzen, kann es leicht zu Vergiftungen kommen, wenn Hunde oder Katzen aus den Pfützen trinken, in denen sich das Streusalz sammelt.

Auch interessant: Welche Pflege brauchen Hundepfoten im Winter?

Mehr zum Thema

Anzeichen einer Salzvergiftung bei Hund und Katze

Haben Hund oder Katze größere Mengen an Streusalz aufgenommen, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Vermehrter Durst (Aufnahme von Wasser)
  • Apathie
  • Krämpfe
  • erhöhte Herzfrequenz

Die Folgen der Salzvergiftung können von Nierenschäden über Koma bis hin zum Tod reichen. Es handelt sich dabei also tatsächlich um einen lebensbedrohlichen Notfall. Daher sollten Sie bei Verdacht auf eine Salzvergiftung sofort einen Tierarzt aufsuchen.

So schützen Sie Haus- und Wildtiere

Vor allem Hunde laufen Gefahr, größere Mengen Streusalz aufzunehmen. Als Hundehalter können Sie die Gefahr minimieren, indem Sie bevorzugt im Winter in Gebieten spazieren gehen, in denen kein Streusalz verwendet wird – auch nicht bei Blitzeis. Das sind vor allem naturnahe Gebiete oder Felder und kleinere Wege.

Nach dem Spaziergang sollte man die Pfoten des Hundes mit lauwarmem Leitungswasser abspülen, um so Entzündungen vorzubeugen. Bei Katzen gelingt das eher weniger. Die Freigänger schützt man am besten, indem man seine Katze aufmerksam beobachtet oder den Freigang bei Blitzeis oder Tauwetter vorsorglich einschränkt.

Quellen

  1. Umweltbundesamt.de, „Streumittel: Umweltschonend gegen Glätte ohne Salz“ (aufgerufen am 02.02.2026) ↩︎
  2. BUND-Sh.de, „Schäden durch Auftausalze“ (aufgerufen am 02.02.2026) ↩︎
  3. fachanwalt.de, „Ist Streusalz verboten oder erlaubt? – Erläuterung mit Beispielen und Tipps“ (aufgerufen am 02.02.2026) ↩︎
  4. tierarzt-onlineverzeichnis.de, „Gift für Hunde - Streusalz, Split und Dreck im Schnee“ (aufgerufen am 02.02.2026) ↩︎
  5. kleintierpraxis-wandsbek.de, „Erste Hilfe bei Streusalz & Split“ (aufgerufen am 02.02.2026) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.