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Sind Mischlinge wirklich die gesündesten Hunde?

PETBOOK klärt auf

Sind Mischlinge wirklich die gesünderen Hunde? 

Landläufig heißt es oft, dass Mischlinge die gesünderen Hunde wären, aber ist das wirklich so?
Landläufig heißt es oft, dass Mischlinge die gesünderen Hunde wären, aber ist das wirklich so?Foto: Getty Images

Mischlinge gelten als besonders gesund. Bei Hunden, die nicht speziell gezüchtet werden, besteht, so die Annahme, ein gesunder Genpool, das heißt, dass sich die besseren Gene durchgesetzt haben. Stimmt das und sind Mischlinge tatsächlich gesünder und leben länger?

PETBOOK verrät Ihnen, ob an dem weitverbreiteten Glauben tatsächlich etwas dran ist und hat Tierarzt Dr. Hölter gefragt, welche Hunde als besonders gesund gelten. 

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Ich bin nicht grundlos Hunde-„Fan“. Die Liebe wurde mir in die Wiege oder zumindest in den Schulranzen gelegt, denn in meinen ersten Sommerferien, damals als ich 7. Jahre alt war, bekamen wir ein neues Familienmitglied: ab jetzt war Maxi, ein schwarzer, wuscheliger und unfassbar liebenswerter Cocker-Pudel-Mischlingsrüde fester Teil meiner Kindheit. Ein von uns allen sehr geliebtes Familienmitglied und mein ziemlich bester Freund.

Warum sollen Mischlinge angeblich gesünder sein? 

Als ich 21 war, starb Maxi mit 14,5 Jahren (die mir trotzdem viel zu kurz vorkamen und mich völlig aus der Bahn warfen, aber das geht wahrscheinlich jedem Hundehalter so). Waren es die guten Gene, die für sein langes Leben gesorgt hatten?  

Viele Menschen meinen, Mischlinge seien besonders gesunde Hunde. Bei Mischlingen, so heißt es, setzen sich vorteilhafte Gene durch, weil hier nicht aus rein optischen Gründen Wert auf besondere Merkmale gelegt wird, die eventuell schädlich sind. Anderseits gelten auch Pudel, die Rasse, deren Gene unser Hund Maxi früher mit in sich trug, als besonders gesunde Hunderasse, die oft ein hohes Alter erreicht.

Eine Studie mit 140.000 Hunden hat die Fragestellung genauer untersucht

„Mischlingshunde sind nicht unbedingt gesünder als reinrassige Hunde“, sagt Tierarzt Dr. Hölter, „das zeigt eine britische Studie, aus der hervorgeht, dass Mischlinge nicht seltener zum Tierarzt müssen als Rassehunde“, so der Experte. In der Studie, auf die sich der Tierarzt bezieht, wurden insgesamt Daten von 140.000 Hunden erhoben, die zwischen 2009 und 2013 in englischen Tierarztpraxen behandelt wurden. 

Wieso hält sich dann der hartnäckige Glaube an den resilienten Mischlingshund? Die Antwort ist simpel: Mischlinge entstammen einem größeren Genpool als Rassehunde. Das heißt, ihre genetische Vielfalt ist größer. Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass genetische Defekte auftreten, geringer, je größer der Genpool ist – deshalb ist bei uns Menschen Inzest auch verboten.  

„Bei Promenadenmischungen gibt es normalerweise kein Gesundheits-Screening“

Allein das macht Mischlinge aber nicht zu grundsätzlich gesünderen Hunden. Auch bei Mischlingen können Gene weitervererbt werden, die Krankheiten auslösen. „Das Risiko kann durch die größere genetische Vielfalt verringert sein“, sagt Dr. Hölter.

„Dabei kommt es aber immer auf die individuelle ‚Mischung‘ der Gene an. Es kann also passieren, dass ein Mischlingshund mit den Problemen beider Elterntiere, also gleich mehrerer Rassen kämpft. Bei Promenadenmischungen gibt es eben normalerweise kein Gesundheits-Screening, bevor die Tiere sich weiter vererben.“  

Auch Mischlinge können Gene weitervererbt bekommen, die Krankheiten auslösen

Mischlingshunde sind immer nur so gesund wie die Gene, die ihre Vorfahren weitervererbt haben. Dabei bergen sie ein hohes Überraschungspotenzial, denn je weniger über die Eltern bekannt ist, desto weniger lässt sich auch über Krankheitsanfälligkeit und mögliche Krankheiten sagen. Das gilt besonders bei Tieren aus dem Tierheim oder Tierschutz, bei denen nichts über die Vorfahren bekannt ist. 

Hier besteht zudem nicht selten das Risiko von sogenannten „Mittelmeerkrankheiten“. In einigen südosteuropäischen Ländern sowie im Mittelmeerraum treten vermehrt Krankheiten wie Babesiose, Anaplasmose, Leishmaniose, Ehrlichiose, Dirofilariosen und die Hepatozoonos auf. Ob diese Krankheiten bestehen, lässt sich durch Laboruntersuchungen klären. Unter Umständen fallen Tests hier allerdings negativ aus, auch wenn eine Krankheit besteht, da Antikörper mitunter erst nach drei Wochen nachweisbar sind.  

Gibt es Hunderassen, die besonders ungesund sind? 

Es gibt Hunderassen, die aufgrund der optischen Merkmale, die bei ihnen bewusst weitergezüchtet wurden, gesundheitliche Probleme haben. So haben Möpse und französische Bulldoggen aufgrund ihrer flachen Schnauze nicht selten mit Atemproblemen zu kämpfen. Dackel, die wiederum sehr „lang“ und kurzbeinig sind, haben nicht selten Rückenprobleme. Wegen dieser rassebedingten Krankheiten, hat sich bei manchen Rassen bereits ein Gegentrend entwickelt. So werden beispielsweise immer mehr Retro-Möpse gezüchtet, die eine weniger flache Schnauze haben, wodurch die Hunde besser atmen können.

„Es gibt bei bestimmten Hunderassen genetische Erkrankungen, die häufiger vorkommen“, sagt Dr. Hölter. „Verantwortungsbewusste Züchter versuchen jedoch, diese Erkrankungen zu verhindern, indem sie Tests durchführen und nur mit gesunden Tieren züchten. Wer einen Rassehund kaufen will, sollte sich als also vorher die Zuchtstandards und die möglichen Krankheiten der Rasse gut ansehen.“ 

Welche rassebedingten Krankheiten treten besonders häufig auf? 

  • Hautprobleme 
  • Allergien 
  • Hüftprobleme (z. B. Border Collie
  • Atemprobleme (z.B. Französische Bulldogge, Mops
  • Blindheit (z.B. Australian Shepherds) 
  • Bandscheibenprobleme (z. B. bei Dackeln) 
  • Bindehautentzündungen (z.B. Französische Bulldogge, Mops) 
  • Überhitzung (z.B. Französische Bulldogge, Mops) 
  • Übergewicht (z.B.Labrador, Mops) 

All die genannten Erkrankungen treten vor allem dann auf, wenn Züchter die Gesundheit ihrer Zuchttiere nicht regelmäßig überprüfen. Informieren Sie sich deshalb unbedingt vor Anschaffung Ihres Tieres, aus welcher Zucht Ihr zukünftiges Haustier kommt und unterstützen Sie keine Qualzucht. Ihr Tier wird es Ihnen danken. „Bei Rassehunden sollte man auf eine verantwortungsvolle Zucht achten“, rät Dr. Hölter. „Bei Mischlingshunden hingegen ist es hilfreich, die Elterntiere zu kennen, um besser einschätzen zu können, worauf man sich hier einlässt.“   

Welche Hunde sind besonders gesund? 

Ob Ihr Hund ein langes, gesundes Leben hat, oder irgendwann an einer Krankheit leiden wird, lässt sich nicht voraussehen – genauso wenig wie bei uns Menschen. Das Risiko, sich aufgrund einer schlimmen Krankheit frühzeitig von Ihrem Vierbeiner verabschieden zu müssen, minimieren Sie allerdings, indem Sie einen Hund kaufen oder „adoptieren“, über den Sie schon einiges wissen.

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Fazit

Mischlingshunde gelten als besonders gesund. In der Realität treten Krankheiten allerdings genauso häufig bei Mischlingen wie bei Rassehunden auf. Die Frage, ob Sie sich einen Rasse- oder Mischlingshund anschaffen, sollten Sie also nicht von der Gesundheit und zu erwartenden Lebenserwartung abhängig machen. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund aus einer guten Haltung kommt und mit seiner Zucht keine Qualzucht unterstützt wurde. Achten Sie bei der Anschaffung auf diese Dinge, werden Sie (hoffentlich) lange Freude an Ihrem Hund haben. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken – allein schon, weil er so die ersten paar Wochen bei liebevollen Züchtern verbringen durfte. 

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