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„Licky Fits“

Wieso hat mein Hund Schluck-Leck-Anfälle?

Hund schleckt über sein Gesicht
Was steckt hinter den sogenannten „Licky Fits“? Foto: Getty Images
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30. März 2026, 5:47 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Plötzlich beginnt der Hund wie besessen zu lecken – an Teppichen, Decken oder sogar Wänden. Er wirkt unruhig, schluckt hektisch und scheint kaum erreichbar. Für viele Halter ist dieser Zustand erschreckend. Dahinter kann ein Phänomen stecken, das Tierärzte als „Licky Fits“ bezeichnen. Noch nie gehört? PETBOOK erklärt, was es damit auf sich hat.

Was sind „Licky Fits“?

Haben Sie schon mal von „Licky Fits“ gehört? Wenn ein Hund plötzlich wie in Trance an Decken, Teppichen, Tapeten und allem anderen leckt, was ihm gerade in die Quere kommt, sprechen Tierärzte von sogenannten „Licky Fits“. Der Begriff kommt aus dem Englischen und beschreibt das eben geschilderte unkontrollierte Lecken beim Hund. Es gilt allerdings nicht als eigenständige Krankheit, sondern kann als Symptom für verschiedene Krankheiten oder Beschwerden auftreten.

Typisch für die Schluck-Leck-Anfälle ist ein plötzlich einsetzendes, intensives Lecken, das kaum bis gar nicht unterbrochen werden kann. Die Hunde wirken dabei unruhig, fast panisch, schlucken und schmatzen oft geräuschvoll. Eine Episode kann wenige Minuten, aber auch deutlich länger andauern.

In einigen Fällen steigert sich das Verhalten so stark, dass der Hund die Rute dabei einklemmt und kaum ansprechbar ist. Auf die meisten Besitzer wirken Licky Fits sehr beängstigend – und tatsächlich sollten sie unbedingt ernst genommen und zeitnah tierärztlich abgeklärt werden. 

Welche Ursachen haben Licky Fits beim Hund?

Die genauen Ursachen für die Schluck-Leck-Anfälle sind bislang noch nicht vollständig geklärt. Als häufigsten Grund vermuten Fachleute einen Zusammenhang mit dem Magen-Darm-Trakt. Übersäuerung, Reflux, Futterunverträglichkeiten oder leichte Entzündungen können das ungewöhnliche Verhalten auslösen. Andere Ansätze sehen Parallelen zu neurologischen Störungen oder Zwangsverhalten. Aber auch Stress, Langeweile oder eine fehlende oder ständig wechselnde Tagesstruktur können eine Rolle spielen. 1

Für Halter ist es wichtig, Licky Fits ernst zu nehmen und genau zu beobachten. Treten sie mehr als einmal auf, sollte der Tierarzt konsultiert werden. Eine gründliche Untersuchung – gegebenenfalls inklusive Blutbild oder Ultraschall – kann helfen, organische Ursachen auszuschließen oder zu bestätigen. 2

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Was können Halter dagegen machen?

Im Akutfall sollte man den Hund am besten nach draußen lassen, um Gras fressen zu können. Wie bereits PETBOOK in dem Artikel „Sodbrennen bei Hunden erkennen und richtig behandeln“ berichtet hat, kann das dem Hund beim Sodbrennen helfen. Wer in einer Wohnung lebt und keine Rasenfläche in der Nähe hat, kann sich auch mit Katzengras behelfen. 

Wirksame Sofortmaßnahmen sind außerdem aufgekochte Ulmenrinde (gibt es in gut sortierten Tierbedarfsgeschäften) oder Heilerde. Beides bindet Magensäure und beruhigt die gereizte Schleimhaut. Langfristig ist jedoch entscheidend, die Ursache der Licky Fits zu behandeln.

Bei Verdacht auf Magenprobleme kann es helfen, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag hinweg zu füttern und auf leicht verdauliches Futter umzusteigen. Der Tierarzt kann, falls nötig, zusätzlich entsprechende Medikamente verordnen. Auch eine Ausschlussdiät kann nach tierärztlicher Rücksprache sinnvoll sein. Dabei wird dann über längere Zeit protokolliert bei welchem Lebensmittel das Lecken ausgelöst wird.

Wirkt der Hund grundsätzlich gestresst und kann schlecht entspannen, helfen strukturierte Tagesabläufe mit ausreichend Bewegung, festen Ruhezeiten und gezielter Beschäftigung. 

Warum Licky Fits immer ernst genommen werden sollten

Auch wenn ein Schluck-Leck-Anfall irgendwann vorübergeht, ist er ein Signal des Körpers, das nicht ignoriert werden sollte. Wer aufmerksam hinschaut und frühzeitig handelt, kann seinem Hund nicht nur unangenehme Episoden ersparen, sondern auch mögliche gesundheitliche Probleme rechtzeitig erkennen und behandeln.

Licky Fits sind kein harmloses Verhalten, sondern ein mögliches Warnsignal für körperliche oder psychische Probleme. Wer die Anzeichen früh erkennt und tierärztlich abklären lässt, kann seinem Hund gezielt helfen.

Quellen

  1. tierisch-wichtig.de, „Sodbrennen beim Hund“ (aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎
  2. vetura.de, „Schluckauf beim Hund: Ursachen, Lösungen & Tierarzt-Tipps“ (aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎

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