9. September 2025, 17:09 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Hundehalter kennen es: Der Hund ist unruhig, läuft rastlos umher, schnuppert und sucht scheinbar verzweifelt nach einem Platz zum Liegen. Endlich sinkt er nieder – doch anstatt zur Ruhe zu kommen, wirkt er angespannt, steht wieder auf und das ganze Spiel beginnt von vorn. Viele Halter schauen diesem Hin und Her zu und fragen sich: „Was steckt bloß dahinter?“
Die Frage ist absolut berechtigt. Denn dieses unruhige Umherwandern kann weit mehr sein als eine harmlose Marotte – es ist oft ein Signal. Manchmal weist es auf innere Unruhe hin, manchmal auf körperliche Beschwerden oder ungünstige Umweltbedingungen. Um die Ursachen besser eingrenzen zu können, lohnt sich ein genauer Blick.
Vorsicht bei körperlichen Beschwerden
Ein Umherirren und nicht zur Ruhe kommen, kann das Symptom einer ganzen Bandbreite an körperlichen Beschwerden sein. Vielleicht kennen Sie das auch: Kaum legt man sich hin, zwickt der Bauch. Ruhelos versucht man, eine Position zu finden, die sich ungefähr aushalten lässt. Trotzdem gelingt es nicht, die Augen für ein bisschen Schlaf zuzumachen.
Bei den Vierbeinern könnte das ein Hinweis sein auf:
- Cushing
- Epilepsie
- Harnwegsinfekt
- Juckreiz
- Verdauungsprobleme
- Inkontinenz
- Läufigkeit
- Polyarthritis
- Pankreatitis
Entsprechend sollten Hundehalter schnell handeln und dem Tierarzt einen Besuch abstatten. Um die Ursachen besser eingrenzen zu können, lohnt sich ein genauer Blick: Seit wann zeigt der Hund dieses Verhalten? Tritt es nur gelegentlich auf, oder schon seit längerer Zeit?1 2 3
Psychische Faktoren, warum der Hund unruhig ist
Neben den zahlreichen pathologischen Gründen kann die Unruhe auch einen psychischen Hintergrund haben. Das Spektrum an Ursachen ist groß und reicht von schreckhaften, traumatischen Erfahrungen bis zu überschüssigen Energien – weshalb man einen schlafenden Hund besser nicht anfassen sollte.
Außerdem kann auch eine anhaltende Überforderung zu einer derartigen Unruhe führen. An der Stelle kann man sich fragen, ob der Hund eine Reizüberforderung hat, etwa durch Geräusche. Einige besonders sensible oder unruhige Hunde leiden auch an Verlustängsten, das macht es für sie schwer, zu einer stabilen Ruhephase zu kommen.4
Beobachtungen helfen bei der Einschätzung
In jedem Fall ist es wichtig, den unruhigen Hund aufmerksam zu beobachten. Dabei ist es hilfreich, sich Fragen zu stellen: Verhält sich der Hund schon lange so? Ist er nur beim Schlafen unruhig? Ist der Hund einer Art von Stress ausgesetzt – etwa hormonellem oder psychischem?
Wie äußert sich Stress und Unruhe beim Hund?
Wie auch wir Menschen können Hunde Stress in ihrem Alltag empfinden. Bei uns kann sich das auch durch Änderungen im Verhalten zeigen. Kennen Sie das auch? Manchmal steht man so unter Strom durch eine stressige Phase und man kommt einfach nicht zur Ruhe. Hunden kann es ähnlich gehen. Der Nachteil: Während wir einfach sagen können: „Das stresst mich ganz schön, ich kann gar nicht schlafen“, kann der unruhige Hund das so klar, zumindest sprachlich, nicht kommunizieren. Sie sind darauf angewiesen, dass die Menschen ihre Signale nachvollziehen können. Dazu gehören etwa:
- Ständiger Wechsel der Sitz, Schlaf und Liegepositionen
- Extreme Anhänglichkeit
- Zurückziehen, Verstecken
- Ruhelosigkeit
- Hecheln
- Zittern
- Winseln
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Unbequemer Liegeplatz?
Ein ständiger Wechsel des Liegeplatzes kann auch an der Bequemlichkeit liegen. Am besten beobachten Sie Ihren Hund und überlegen, wo dieser am liebsten liegt. Hat er einen besonderen Lieblingsplatz? Und wenn ja, ist der auch optimal stationiert?
Ein guter Liegeplatz sollte keine direkte Sonneneinstrahlung haben, keine Zugluft und nicht an stark frequentierten Durchgängen platziert werden. Ansonsten lohnt es sich auch zu fragen, ob der Hund irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten hat. Dabei kann man sich fragen: bekommt er genügend Aufmerksamkeit und hat Ihr Hund ausreichend Bewegung?
Sinnvoll ist auch die Frage, ob der Hund einen festen Schlafplatz hat und ob er daran gewöhnt ist. In einigen Fällen ist ein Problem mit Unruhe auch durch gezielte Zucht menschengemacht.
Fazit
Unruhe beim Hund ist mehr als nur eine Eigenart – sie ist ein wichtiges Signal. Die Ursachen können vielfältig sein: von körperlichen Erkrankungen über psychische Belastungen bis zu einfachen Faktoren wie einem unbequemen Liegeplatz. Entscheidend ist, dass Halter ihr Tier aufmerksam beobachten.
Wer die Anzeichen ernst nimmt, kann frühzeitig reagieren und gegebenenfalls den Tierarzt aufsuchen. Gleichzeitig lohnt es sich, den Alltag, die Umgebung und die Bedürfnisse des Hundes kritisch zu hinterfragen. Denn nur, wenn körperliche und seelische Faktoren übereinstimmen, kommt der Hund zu einem erholsamen Schlaf.
