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20 Jahre und mehr

Die ältesten Hunde der Welt – darum leben sie so lange

Nahaufnahme von einem Senior-Hund
Auch unter Hunden gibt es wahre Methusalems, die 20 Jahre oder älter werden – doch was ist ihr Geheimnis? Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

1. Dezember 2025, 6:36 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Dass Hunde über 20 Jahre alt werden, ist extrem selten – aber über 30 Jahre? So alt soll Bobi geworden sein, der bis 2024 noch als der älteste Hund der Welt galt. Zwar wurde ihm der Titel entzogen – trotzdem ist sicher: Bobi war uralt – und dafür soll es spezielle Gründe geben. PETBOOK hat nachgeforscht, warum manche Hunde besonders lang leben, und stellt die ältesten Hunde der Welt vor.

Bobi galt lange als der älteste Hund der Welt

Unter den ältesten Hunden der Welt, die offiziell vom „Guinness-Buch der Rekorde“ gekürt werden, ist Bobi mit Abstand der älteste – oder war es zumindest. Denn wie alt er wirklich war, lässt sich nicht sicher sagen. Der Rafeiro do Alentejo aus Portugal schrieb im Jahr 2023 Geschichte: Mit angeblich über 31 Jahren galt er als der älteste Hund aller Zeiten – und damit als biologisches Wunder. Seine Geschichte rührte Millionen Tierfreunde weltweit. Doch Anfang 2024 entzog das „Guinness-Buch der Rekorde“ ihm den Titel. Der Grund: Zweifel an der Altersangabe (PETBOOK berichtete).

Trotz der Aberkennung bleibt Bobis Lebensgeschichte faszinierend. Vermutlich 1992 geboren, überlebte er als einziger Welpe eines Wurfs, der eigentlich getötet werden sollte. Seine Familie zog ihn auf einem Bauernhof im portugiesischen Conqueiros groß – ohne Leine, ohne Zwinger, mit viel Ruhe und frischer Luft. Leonel Costa, Bobis Halter, ist überzeugt: Diese Umgebung war das Geheimnis seiner außergewöhnlichen Lebensspanne.

Der bislang älteste verifizierte Hund der Welt

Vor Bobi galt Bluey, ein Australian Cattle Dog aus Australien, als ältester Hund der Welt. Bluey lebte von 1910 bis 1939 und wurde 29 Jahre und 160 Tage alt – ein Rekord, der fast 100 Jahre Bestand hatte.

Auch er war ein Arbeitshund, der auf einer Farm lebte, sich viel bewegte und regelmäßig frische Nahrung erhielt. Bobi und Bluey eint also ein ähnlicher Lebensstil – naturnah, aktiv und stressarm. Genau diese Faktoren werden auch in der Wissenschaft immer wieder als entscheidend für ein langes Hundeleben genannt.

Ab wann gelten Hunde als alt?

Wie „alt“ ein Hund ist, hängt stark von seiner Größe und Rasse ab. Laut einer britischen Studie, die über fünf Millionen veterinärmedizinische Akten auswertete, liegt das Medianalter, ab dem Hunde als Senioren gelten, bei 12,5 Jahren.

Doch die Spannbreite ist enorm:

  • Kleine Hunde wie der Jack Russell Terrier oder der Chihuahua gelten erst ab 13 bis 14 Jahren als „alt“.
  • Große Rassen wie Deutsche Doggen oder Irische Wolfshunde erreichen diesen Status schon mit fünf bis sechs Jahren.

Diese Unterschiede beruhen nicht nur auf genetischen Faktoren, sondern auch auf zellbiologischen Prozessen: Große Hunde wachsen in ihren ersten Lebensjahren besonders schnell. Dabei entstehen viele sogenannte freie Radikale, aggressive Moleküle, die Zellen schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen können.

Warum vor allem kleine Hunde uralt werden

Chihuahuas, Toy Terrier oder Papillons sind in den Rekordlisten für Langlebigkeit überdurchschnittlich oft vertreten. Wissenschaftler erklären das so: Kleine Hunde haben einen langsameren Stoffwechsel und eine geringere Zellbelastung.

Eine großangelegte britische Studie (PETBOOK berichtete) mit über 580.000 Hunden zeigte:

  • Kleine, langnasige Hunde (dolichozephal) leben am längsten – im Schnitt über 13 Jahre.
  • Große, kurzköpfige Hunde (brachyzephal) leben am kürzesten – im Schnitt nur neun Jahre.

Die langlebigsten Rassen der Studie waren: Lancashire Heeler (15,4 Jahre), Tibet Spaniel (15,2 Jahre), Shiba Inu (14,6 Jahre), Papillon (14,5 Jahre). Am unteren Ende lagen große Rassen wie der Kaukasische Owtscharka (5,4 Jahre) oder der Bernhardiner (9,3 Jahre).

Welche Hunde werden besonders alt?

Die Lebenserwartung hängt nicht allein von der Rasse ab. Auch Geschlecht, Ernährung, Stresslevel und medizinische Versorgung spielen entscheidende Rollen.

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Überraschend ist: Reinrassige Hunde leben laut der britischen Studie im Durchschnitt etwas länger als Mischlinge (12,7 zu 12 Jahren). Das widerspricht älteren Erkenntnissen. Forscher vermuten, dass viele heutige Mischlinge sogenannte Designerhunde sind – gezielte Kreuzungen wie Labradoodle oder Cockapoo –, bei denen sich durch wiederholte Kreuzungen neue genetische Schwächen einschleichen können.

Das Fazit: Rasse, Genetik und Lebensstil wirken komplex zusammen – und jede Übertreibung in Größe oder Kopfform kann die Gesundheit beeinträchtigen.

So alt wurden die ältesten Hunde der Welt

Langlebigkeit bei Hunden ist selten – und doch gibt es immer wieder Vierbeiner, die die Grenzen des biologisch Erwartbaren sprengen. Neben dem australischen Hütehund Bluey mit einem Alter von 29 Jahren und 160 Tagen wurde auch Taffy, ein Welsh Sheepdog aus Großbritannien, mit über 27 Jahren erstaunlich alt.1

Die folgende Übersicht zeigt die bislang ältesten verifizierten Hunde der Welt – sie verdeutlicht, dass vor allem kleine und mittelgroße Rassen zu besonders langen Lebensspannen neigen:

Die ältesten Hunde der Welt
PlatzNameRasseHerkunftAlter
1.BlueyAustralian Cattle DogAustralien29 Jahre, 160 Tage
2.TaffyWelsh SheepdogGroßbritannien27 Jahre, 211 Tage
3.AdjutantLabrador RetrieverGroßbritannien27 Jahre, 98 Tage
4.PusukeShiba-Inu-MixJapan26 Jahre, 8 Monate
5.BuksiMischlingUngarnca. 26–27 Jahre

Die jüngsten Rekordhalter: Pebbles und TobyKeith

In der jüngeren Geschichte standen zwei kleine Hunde besonders im Rampenlicht – und beide zeigen, wie sehr Fürsorge, Ernährung und Lebensstil die Lebensspanne beeinflussen können. Beide trugen den Titel des ältesten aktuell lebenden Hundes.

Pebbles, eine zierliche Toy-Fox-Terrier-Hündin aus South Carolina, wurde 22 Jahre und 189 Tage alt. Geboren am 28. März 2000, brachte sie im Laufe ihres Lebens 32 Welpen zur Welt und erhielt 2022 den Guinness-Weltrekord als ältester lebender Hund. Ihre Besitzerin Julie Gregory beschrieb Pebbles als „einmaligen Gefährten fürs Leben“. Die Hündin starb im Oktober 2022 friedlich an natürlichen Ursachen – fünf Monate vor ihrem 23. Geburtstag.

Nach Pebbles’ Tod ging der Titel an TobyKeith, einen Chihuahua-Rüden aus Florida. Der kleine Senior wurde im Januar 2001 geboren und ist heute über 23 Jahre alt. Seine Halterin Gisela Shore führt seine außergewöhnliche Vitalität auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und viel Liebe zurück. TobyKeith lebt gemeinsam mit zwei Hunden und einem 28-jährigen Kakadu – sein bester Freund, der Papagei Coco, weicht ihm kaum von der Seite.

Beide Hunde verdeutlichen, was zahlreiche Studien bestätigen: Kleine Rassen altern langsamer und leben länger. Während große Hunde oft schon im Alter von acht Jahren körperlich abbauen, können Winzlinge wie TobyKeith noch mit über 20 Jahren aufmerksam durch den Garten spazieren – ein faszinierendes Beispiel für die Vielfalt der Hundelanglebigkeit.

Diese Faktoren lassen Hunde besonders lange leben

Bobis Beispiel zeigt, dass Hundelanglebigkeit kein Zufall ist. Auch wenn sein Alter nun offiziell angezweifelt wird, sind viele Aspekte seines Lebens wissenschaftlich plausibel für ein langes Hundeleben:

  1. Ruhige, stressfreie Umgebung: Chronischer Stress kann bei Hunden – wie beim Menschen – Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern.
  2. Natürliche Bewegung: Regelmäßige Aktivität hält Muskeln und Herz gesund. Bobi durfte frei laufen – ein wichtiger Unterschied zu Stadt- und Wohnungshunden.
  3. Artgerechte Ernährung: Bobi fraß „menschliche Nahrung“, also frische, ungewürzte Reste vom Tisch. Auch wenn Tierärzte vor einer unbalancierten Ernährung warnen, sind hochwertige, natürliche Zutaten besser als minderwertiges Fertigfutter.
  4. Genetische Robustheit: Bobis Mutter wurde 18 Jahre alt, ein weiterer Hinweis auf eine stabile genetische Linie.
  5. Tierärztliche Kontrolle:
    Regelmäßige Untersuchungen halfen, altersbedingte Krankheiten frühzeitig zu erkennen.
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Fazit: Was wir von den ältesten Hunden der Wlet

Ob Bobi nun 31 oder „nur“ 20 Jahre alt wurde, spielt letztlich eine untergeordnete Rolle. Seine Geschichte erinnert daran, dass Hunde – genau wie Menschen – von guten Lebensbedingungen, emotionaler Nähe und Stabilität profitieren.

Die Forschung zeigt, dass eine mittlere Körpergröße, eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, geistige Auslastung und Liebe die besten Zutaten für ein langes Hundeleben sind. Wer seinem Vierbeiner diese Kombination bietet, schafft die Basis für viele gesunde gemeinsame Jahre.

So fördern Sie die Langlebigkeit Ihres Hundes

  1. Stress vermeiden: Ein geregelter Alltag mit festen Fütterungs- und Spazierzeiten fördert Sicherheit und Ausgeglichenheit.
  2. Bewegung, aber maßvoll: Regelmäßige Aktivität stärkt Kreislauf und Muskulatur – vermeiden Sie jedoch Überlastung, vor allem bei großen Rassen.
  3. Gesund füttern: Achten Sie auf hochwertige Zutaten, wenig Zucker und keine Gewürze. Frisches Fleisch, Gemüse und Öle sind ideale Ergänzungen zum Futter.
  4. Tierarztbesuche nicht auslassen: Regelmäßige Checks helfen, Alterskrankheiten früh zu erkennen.
  5. Mentale Fitness: Spiel, Training und soziale Kontakte halten Hunde auch im Alter geistig fit.

Quellen

  1. guinnessworldrecords.com, „The Guinness World Records Archive“ (aufgerufen am 23.10.2025) ↩︎

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