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Trainerin warnt vor Giftködern: »Manche Hunde wurden im eigenen Garten vergiftet

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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

22. September 2025, 11:04 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Jedes Jahr werden Hunderte Giftköder in Deutschland gemeldet. Trotzdem wird die Gefahr immer noch von vielen Haltern unterschätzt, wie Hundetrainerin Katharina Marioth im Interview mit PETBOOK warnt. Sie erklärt, wie Hundehalter ihre Vierbeiner vor Giftködern schützen und warum man überall wachsam sein sollte.

Grundsätzlich sollte man überall wachsam sein

PETBOOK: Katharina, als Hundetrainerin hast du viel Erfahrung mit Giftködern. Wie präsent ist dieses Thema im Alltag?
Katharina Marioth: „Sehr präsent. Viele Hundehalter haben große Angst, dass ihr Hund draußen etwas aufnimmt, das ihm schadet – und es im schlimmsten Fall sogar tödlich endet. Leider sind der Fantasie mancher Menschen dabei kaum Grenzen gesetzt. Entsprechend gehört das Thema auch immer wieder ins Training.“

An welchen Orten sollten Hundebesitzer besonders aufmerksam sein und kann man seinen Hund überhaupt vor Giftködern schützen?
„Grundsätzlich sollte man überall wachsam sein. Häufig legen Hundehasser Köder dort aus, wo viele Hunde zusammenkommen. Es gibt aber auch Fälle, in denen Hunde im eigenen Garten vergiftet wurden. Deshalb rate ich: Bringt euren Hunden bei, draußen nichts einfach aufzunehmen, sondern es anzuzeigen.“

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Geheimtipp: authentisches Würgegeräusch

Kann man so ein Anzeigeverhalten denn einfach trainieren?
„Das geht tatsächlich. Es gibt verschiedene Signale: Zum Beispiel, dass der Hund einen Bogen um etwas macht. Oder er zeigt seinem Halter Fressbares an, statt es direkt aufzunehmen. Manche Hunde legen sich hin, andere stellen sich darüber – wichtig ist, das Verhalten des Hundes aufzugreifen und zu verstärken. Zusätzlich nutze ich ein ‚Ekel-Signal‘: Ich mache ein authentisches Würgegeräusch und zeige dem Hund mit Körpersprache, dass das Gefundene tabu ist. Timing und Glaubwürdigkeit sind dabei entscheidend.“

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Viele Hundebesitzer orientieren sich an Giftköder-Warnungen im Internet. Hilfreich oder eher Panikmache?
„Beides. Solche Warnungen können nützlich sein, aber man muss differenzieren. Manche Meldungen sind gefälscht und dienen nur dazu, Hunde aus bestimmten Gebieten fernzuhalten. Ich würde mir wünschen, dass Funde offiziell über Ordnungsämter erfasst und in Apps veröffentlicht werden – ähnlich wie bei Wasserqualitätsmeldungen. Wichtig ist: Wer etwas findet, sollte es fotografieren, einsammeln (im Kotbeutel) und bei der Polizei abgeben.“

Auch Drogen- und Essensreste können zur Gefahr werden

Was können Halter tun, wenn ihr Hund noch vieles aufnimmt und das Training noch nicht sitzt?
„Dann geht es nicht nur um Giftköder, sondern auch um andere Gefahren – zum Beispiel weggeworfene Drogenreste, Alufolie oder Essensreste, die Verletzungen oder Vergiftungen verursachen können. In solchen Fällen kann ein Maulkorb sehr hilfreich sein. Es gibt durchsichtige Netz-Maulkörbe, die verhindern, dass der Hund größere Dinge verschluckt. Das ist ein sinnvolles Management, bis das Training zuverlässig greift.“

Das gesamte Interview mit Katharina Marioth sehen Sie im Video.

Zur Expertin

Katharina Marioth ist Gründerin der Marke Stadthundetraining und des KEML-Prinzips. Sie ist IHK- und behördlich-zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensgutachterin für gefährliche Hunde des Landes Berlin. In ihrem Daily Business arbeitet sie eng mit Veterinären, Wissenschaftlern und anderen Spezialisten zum Thema Hund zusammen. Mit Ihrem Wissen und Können konnte sie sich in der Sat.1-Sendung „Der Hundetrainer-Champion“ den Titel der Hundetrainerin des Jahres 2023 sichern.

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