1. Februar 2026, 8:21 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Kausnacks für Hunde sollen den Vierbeiner lange beschäftigen, die Zähne pflegen und bestenfalls noch gesund sein. Viele setzen daher auf Naturprodukte wie Schweineohren, Rinderhaut oder Hühnerhälse. Doch auch wenn naturbelassene Hundesnacks gesund klingen, stecken sie voller Kalorien und manchmal sogar voller Salmonellen, wie ein aktueller Test zeigt. PETBOOK erklärt, worauf Halter bei Kausnacks für Hunde achten sollten.
Was gilt als Kausnack?
Als Kausnack bezeichnet man zähe oder harte Leckerlis, die Hunde nicht so schnell schlucken können, sondern längere Zeit damit beschäftigt sind, diese zu zerteilen oder zu zerkauen. Das können getrocknete Teile von Tieren sein wie Schweineohren, Rinderkopfhaut oder Ochsenziemer. Aber auch Tierhaut, die im Nachhinein zu Knochen geformt und getrocknet wird, oder Kaustangen, die aus einer Art Paste geformt und speziell zur Zahnreinigung beworben werden, fallen darunter.1
Kleiner Snack – viele Kalorien
Viele geben ihrem Hund nebenbei einen Kausnack, ohne zu wissen, dass diese meist eine Menge Kalorien enthalten. Das kann vor allem bei naturbelassenen Hundesnacks tückisch sein, denn hier steht vorwiegend nicht auf der Verpackung, wie hochkalorisch der Snack ist.
So enthalten Hühnerfüße beispielsweise im Schnitt 75 Kilokalorien. Das klingt erstmal nicht viel. Aber bei kleinen Hunden schlägt das schnell zu Buche, wie man an einer Beispielrechnung sieht:
- ein Hund braucht bis 70 kcal pro Kilogramm Körpergewicht.2
- Bei einem drei Kilogramm schweren Hund entspricht ein Hühnerfuß also schon einem Drittel des Tagesbedarfs.
Viele Kausnacks für Hunde werden zudem in getrockneter Form angeboten. Das erhöht die Zahl der Kalorien im Verhältnis zum Gewicht noch einmal: So haben rohe Hühnerherzen etwa 136 bis 185 kcal pro 100 Gramm. Getrocknet (als Snack) liegt die Kalorienzahl oft bei über 450 kcal pro 100 Gramm.
Wer solche Leckerlis an seinen Hund verfüttert, sollte das also im Hinterkopf haben und vom Hauptfutter abziehen.
Naturbelassen? Oft trügt der Schein
Nicht alles, was nach Natur klingt, ist es auch. So gibt es vor allem viele Kausnacks, die aus Rinderhaut bestehen und meist wie kleine Knochen geformt worden sind. Manchmal ist die Haut auch in Formen wie kleine Schuhe, Mäuse oder gedrehte Stangen gebracht. Hierbei handelt es sich meist um gepresste Rinderhaut, die häufig mit Chemikalien behandelt wurde und in der Regel schwer verdaulich ist.3
Welche schweren Auswirkungen solche Chemikalien haben können, zeigte eine Serie an Fällen, bei der zu Beginn des vergangenen Jahres mehrere Hunde am sogenannten „Werwolfsyndrom“ erkrankten (PETBOOK berichtete). Betroffene Tiere zeigten unter anderem Panikattacken, übermäßiges Speicheln, Aggression, Fluchtverhalten und auffällige Lautäußerungen. Als Auslöser galten bestimmte Kausnacks für Hunde, die wahrscheinlich mit einem nicht zugelassenen Bleichmittel behandelt wurden.
Achtung, Salmonellengefahr!
Aber sind frische Snacks immer besser? Leider nein. Die Stiftung Warentest untersuchte 20 Hundesnacks – darunter Hühnerherzen, Kaninchenohren und Rinderpansen (Ausgabe 2/2026). Insgesamt stuften die Tester 11 von 20 Produkten als „nicht geeignet“ ein – aus unterschiedlichen Gründen.
So wurde in einigen Produkten Salz nachgewiesen, das den natürlichen Gehalt übersteigt. Und das, obwohl es sich eigentlich um Naturprodukte handelt, die häufig damit beworben werden, dass keine Zusätze enthalten sind. Zudem fanden die Tester in mehreren Produkten ranziges Fett, auffällige Chromgehalte und Salmonellen.
Vorsicht, Knochenkot
Viele Hundebesitzer wissen bereits, dass gekochte Knochen für Hunde absolut tabu sind. Denn durch das Kochen verlieren sie ihre Elastizität und können splittern, wenn der Hund darauf beißt. Schlimmstenfalls führen sie dann im Darm zu Verletzungen, die tödlich enden können.
Aber auch rohe Knochen sollten mit Vorsicht gegeben werden, vor allem, wenn sie verschluckt werden und im Verdauungstrakt landen. Denn im Dickdarm wird dem Knochenbrei das Wasser entzogen. So entsteht eine zementartige Masse – der sogenannte Knochenkot–, die zu Verstopfungen führt. Zu viel davon kann den Darm sogar komplett blockieren – es besteht akute Lebensgefahr. 4
Zähne weg von Geweih und Kaffeeholz
Diese Naturprodukte zählen zwar nicht als Kausnack für Hunde, werden aber trotzdem gerne als „kalorienlose“ Alternative gegeben. Der Gedanke dahinter ist, dass ja auch Raubtiere wie Wölfe an Knochen und Geweih ihrer Beute kauen. Ist das erlegte Tier frisch, ist das meist auch kein Problem, denn dann sind die Knochen und Geweihe noch relativ weich. Im Handel finden sich jedoch Produkte, die länger im Umlauf und oft „steinhart“ sind. Hinzu kommt, dass Raubtiere in der Natur in der Regel kaum die Zeit zur Verfügung haben, Stunden und Tage an einem Stück Knochen oder Geweih zu kauen.
Ähnlich verhält es sich bei Kauartikeln, die mit ihrer harten Struktur werben, wie etwa Kaffeeholz. Tierärzte warnen immer wieder, dass vor allem das Kauen über längere Zeiträume dafür sorgt, dass die Zähne regelrecht abgeschmirgelt werden oder abbrechen. Zumindest gilt das für Hunde mit starkem Kautrieb.5
„Stiftung Warentest“ fällt vernichtendes Urteil über Hundesnacks
Welche Leckerlis sind für den Hund gesund?
Was eignet sich als Kausnack für Hunde?
Am besten eignen sich Kausnacks, denen man ihre Naturbelassenheit auch deutlich ansieht. Etwa, indem man das Teil vom Tier noch erkennt oder wenn sich noch Fellreste darauf befinden. Dazu zählen zum Beispiel Rinderkopfhaut, Pansen, Kaninchen- oder Pferdeohren, Schweinenasen, Rindersehnen oder Ochsenziemer.6
Um Zahnabrieb zu vermeiden, kann man den Kauartikel einfach testen, indem man mit dem Fingernagel hineindrückt. Lässt sich die Haut eindrücken oder hinterlässt der Nagel zumindest eine leichte Spur, ist er für die Hundezähne keine Gefahr.
Wichtig: Kausnacks sollten immer unter Aufsicht gegeben werden, da sich der Hund auch mal daran verschlucken und im schlimmsten Fall ersticken kann.
Noch ein Tipp für die Mitmenschen
Getrocknete Kausnacks für Hunde haben häufig einen intensiven Geruch – vor allem Ochsenziemer oder Pansen. Während Vierbeiner davon gar nicht genug bekommen können, empfinden Zweibeiner den Geruch als regelrechten Gestank. Deshalb sollten die Snacks nach dem Füttern am besten in einer luftdichten Verpackung verschwinden.
Im Büro oder gar im Restaurant sollte man als rücksichtsvoller Hundehalter ganz auf die Gabe von solch getrockneten Kausnacks verzichten oder auf Alternativen zurückgreifen, die weniger geruchsintensiv sind, etwa Hühnerfüße.