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Verbraucher müssen reagieren

Europaweiter Rückruf von Wolfsblut-Hundefutter – Fressnapf und Hersteller warnen

Hund wartet auf seinen gefüllten Napf
Achtung! Aktuell sollten Halter besonders gucken, welches Trockenfutter im Napf landet Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

23. Oktober 2025, 11:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Ein bei Hundehaltern beliebtes Trockenfutter ist derzeit Gegenstand eines europaweiten Rückrufs – mit potenziell ernsthaften Konsequenzen für die Gesundheit von Tieren. Die Details und was betroffene Kunden jetzt wissen müssen, lesen Sie bei PETBOOK.

Rückruf wegen Verletzungsgefahr – Fremdkörper entdeckt

Das europäische Schnellwarnsystem RASFF hat eine Warnmeldung veröffentlicht: In dem Trockenfutter „Wolfsblut Wide Plain Adult Large“ in der 12,5 kg-Packung können sich Fremdkörper befinden, die beim Verzehr zu Verletzungen führen können. Unabhängig vom Kaufort oder Händler rät das System dringend von der weiteren Verfütterung ab.

Betroffen ist ausschließlich folgende Charge:

  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 26.06.2028
  • Charge: FA2507291
Wolfsblut
Das betroffene „Wolfsblut“-Produkt Foto: Healthfood24 GmbH

Rückruf erfolgt aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes

Zunächst reagierte Fressnapf mit einer Mitteilung vom 22. Oktober. Dort hieß es, der Rückruf sei eine Vorsichtsmaßnahme aufgrund eines Qualitätsmangels. Die betroffene Ware, die beim großen Tierfutterhändler unter der Artikelnummer 1377416 verkauft wurde, wurde umgehend aus dem Verkauf genommen. Wörtlich teilt das Unternehmen weiter mit: „[I]m Zuge einer transparenten und offenen Kommunikation und unserem Fokus auf die bestmögliche Gesundheit von Mensch und Tier informieren wir über einen aktuellen Rückruf.“

Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes habe Fressnapf die betroffenen Artikel unverzüglich aus dem Verkauf genommen. Käufer können das Produkt in jeder Fressnapf-Filiale zurückgeben, der Kaufpreis werde erstattet. Abschließend bittet das Unternehmen um Entschuldigung: „Wir bedauern den Vorfall und bitten für etwaige Unannehmlichkeiten um Entschuldigung.“

Europaweite Warnung – weitere Länder informiert

Vom Verbraucherportal „Produktwarnung.eu“ wurde jedoch deutlich kritisiert, dass sich auf der Website des eigentlichen Herstellers „Healthfood24 GmbH“ bislang keine Information zum Rückruf finde. Für Hundehalter sei dies sehr unbefriedigend.

Update, 23.10.2025 – 11:43 Uhr: Hersteller bestätigt Fremdkörperrisiko

Nun meldet sich auch der Hersteller mit einer Mitteilung zu Wort: Ein Vorfall in der Produktion sorgte beim Hundefutterhersteller für einen Rückruf – im Fokus steht ein technischer Defekt, durch den Kunststoffteile ins Produkt gelangt sein könnten. Der Hersteller ruft zur Rückgabe des Produkts auf.

Produktionsfehler am Trockner – Kunststoffsplitter möglich

Nach eigenen Angaben hat der Hersteller „Healthfood24 GmbH“ im Rahmen interner Qualitätskontrollen festgestellt, dass es „während der Produktion zu einem Vorfall an einer Anlage gekommen ist“. Konkret handelte es sich um ein Sichtfenster aus Hartplastik an einem Trockner, das kurz vor der Produktion der betroffenen Charge einen Bruch aufwies.

Als Reaktion sei das beschädigte Bauteil durch ein bruchsicheres Edelstahlblech ersetzt, die Anlage gründlich gereinigt und die direkt betroffene „Spülcharge“ verworfen worden.

Trotz dieser Maßnahmen bestehe die Möglichkeit, dass sich „vereinzelt Kunststoffsplitter im Inneren des Trockners“ befanden, die in das Produkt der betroffenen Charge gelangt sein könnten.

Qualitätskontrollen ohne Auffälligkeiten – dennoch Rückruf

„Alle regulären Qualitätskontrollen – einschließlich der Verpackungs- und Rückstellmusterprüfungen – verliefen ohne Auffälligkeiten, dennoch können wir eine mögliche Fremdkörperkontamination nicht vollständig ausschließen.“

Aus Gründen der Vorsicht ruft „Healthfood24“ daher zur Nichtverfütterung des betroffenen Produkts auf. Verbraucherinnen und Verbraucher werden gebeten, das Produkt zu entsorgen und sich zwecks Rückerstattung an den Kundenservice zu wenden.

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Kaufpreis wird auch ohne Bon erstattet

„Da uns das Wohlergehen Ihres Hundes sowie der Schutz der Verbraucher im Rahmen unseres verantwortungsvollen Handelns besonders am Herzen liegen, bitten wir Sie, das betroffene Produkt nicht weiter zu verfüttern und zu entsorgen.“

Für die Rückerstattung heißt es weiter: „Verbraucher, die den betroffenen Artikel bereits gekauft haben, erhalten auch ohne die Vorlage des Kassenbons eine Erstattung des Kaufpreises über unseren Kundenservice unter service@wolfsblut.com.“

Für Rückfragen von Verbrauchern, die das entsprechende Produkt bei Fressnapf erworben haben, steht der Kundenservice unter folgender E-Mail-Adresse zur Verfügung:
kundenservice@fressnapf.de.

Mehrere europäische Länder betroffen

Die Warnung wurde zunächst am 20. Oktober 2025 von Deutschland im Rahmen des EU-Warnsystems veröffentlicht (Referenznummer 2025.8057) und betrifft zahlreiche Länder, darunter Österreich, Polen, Luxemburg, Schweiz, Niederlande und Tschechien. Die Gefahreneinschätzung lautet: „potenziell schwerwiegendes Risiko“.

Konkrete Symptome oder Krankheitsfälle sind bislang nicht bekannt, jedoch ist die Meldung als „Alert notification“ klassifiziert – höchste Warnstufe im EU-Meldesystem für Futtermittel.

Wer das betroffene Hundefutter gekauft hat, sollte es nicht mehr verfüttern. Wenn das Futter bei Fressnapf erworben wurde, solle man es zur nächstgelegenen Filiale zurückbringen. In allen anderen Fällen solle man es beim jeweiligen Hersteller zurückgeben. Eine Rückerstattung des Kaufpreises erfolgt meist überall recht unkompliziert.

Verbraucher sollten bei Futtermitteln generell auf aktuelle Rückrufe achten – besonders, wenn Fremdkörper im Spiel sind.

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