27. September 2025, 8:21 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Beim Spaziergang scheint es oft, als würden Hunde mehr stehen bleiben als laufen – denn überall gibt es etwas zu erschnüffeln. Doch dieses Verhalten hat einen stichhaltigen Grund: Für Hunde ist das Schnüffeln weit mehr als bloße Neugier. Es ist ein elementares Bedürfnis, das nicht nur ihre Sinne schärft, sondern auch zur Kommunikation mit Artgenossen beiträgt. Wie Halter ihre Vierbeiner beim Schnüffeln gezielt unterstützen können, zeigt dieser Überblick.
Schnüffeln ist ein Grundbedürfnis
Hunde erkunden ihre Umwelt mit der Nase – und das in einer Intensität, die für Menschen kaum vorstellbar ist. Deshalb sollte Schnüffeln beim täglichen Spaziergang nicht nur erlaubt, sondern aktiv gefördert werden. Für den Freund auf vier Pfoten ist Schnüffeln ein Grundbedürfnis. „Halter sollten es beim Gassigehen nicht nur zulassen, sondern auch fördern“, rät Peta-Fachreferentin Jana Hoger.
Das gilt für alle Hunde – unabhängig von Alter, Größe oder Rasse. Selbst kleinere oder ältere Tiere, die nicht mehr lange laufen können, sollten deshalb nicht dauerhaft in Taschen getragen werden. Besser ist es, ihnen regelmäßig die Möglichkeit zum Erkunden und Riechen zu geben. Quasi, beim Gassigehen die „Hundezeitung“ zu lesen.
Schnüffelrouten in der Natur wählen
Wälder, Wiesen oder ruhige Wege bieten Hunden besonders viele olfaktorische Eindrücke – hier lassen sich unter anderem Spuren von Wildtieren entdecken. Wer die Route für den Spaziergang bewusst auswählt, schafft zusätzliche Anreize. Besonders gut eignen sich ruhigere Strecken, die auch bei anderen Hundehaltern beliebt sind.
Zusätzlich lassen sich kleine Suchspiele in den Spaziergang integrieren. Eine einfache Möglichkeit: aus Leckerchen eine Fährte legen. Die Nasenarbeit wird besonders herausfordernd, wenn die Snacks in Baumrinden, unter Blättern, hinter Büschen oder auf Parkbänken versteckt werden.
Nasenarbeit in der Stadt
Auch in städtischer Umgebung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dem Hund schnüffelintensive Erlebnisse zu bieten. Gerade dort, wo keine Wiesen oder Wälder in der Nähe sind, können Halter kreativ werden. Es lassen sich aber auch bei Spaziergängen Leckerchen gezielt in Mauerritzen, unter Parkbänken oder zwischen Pflastersteinen platzieren.
Auch das Gehen auf verschiedenen Untergründen – etwa Kies, Beton oder Holz – regt die Sinne des Hundes an. Wer regelmäßig neue Wege wählt, sorgt zudem für ständig wechselnde Geruchseindrücke. Selbst kurze Runden lassen sich so in ein spannendes Schnüffeltraining verwandeln, das den Hund geistig auslastet.
Allerdings sollte nicht jede Runde für Nasenarbeit genutzt werden. Geht man mit dem Hund zum Lösen immer neue Runden anstatt der gehabten Standard-Gassirunde, können zu viele neue Schnüffeleindrücke zu Stress führen.
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Nasentraining für drinnen
Auch in der Wohnung lässt sich der Geruchssinn gezielt fördern. Im Fachhandel gibt es spezielle „Schnüffelteppiche“, in denen kleine Leckereien versteckt werden können. Alternativ lässt sich ein ähnliches Spiel mit einfachen Mitteln selbst basteln – zum Beispiel eine „Such-Box“ aus Karton, in der Lieblingssnacks oder Spielzeuge versteckt werden. Eine Videoanleitung hat PETBOOK dazu hier für Sie parat: So stellt man einen Schnüffelteppich ganz leicht selbst her.
Ausreichend Wasser bereitstellen
Schnüffeln ist nicht nur spannend, sondern auch anstrengend – vor allem, wenn es konzentriert und über längere Zeit erfolgt. Daher sollten Halter darauf achten, ihren Tieren jederzeit frisches Nass anzubieten. Denn intensives Schnüffeln ist für Hunde anstrengend. Halter sollten ihren Tieren immer frisches Wasser bereitstellen, denn ihre Nasenschleimhäute trocknen bei Suchspielen schnell aus.
Hat der Hund eine intensive Schnüffelrunde hinter sich, ist er wahrscheinlich völlig erschöpft. Daher sollten die Tiere dann nicht noch weiter gefordert werden, sondern sich hinlegen und auch ein wohlverdientes Nickerchen machen dürfen.
Mit Material der dpa
