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Warum Hunde so interessiert an entsorgten Weihnachtsbäumen sind

Redaktionshund Yumi schnuppert an entsorgtem Weihnachtsbaum
Entsorgte Weihnachtsbäume scheinen Hunde magisch anzuziehen – auch Zwergspitz Yumi ist sehr interessiert Foto: PETBOOK/Saskia Schneider
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

7. Januar 2026, 6:16 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Nach den Feiertagen verschwinden die Tannenbäume aus den Wohnzimmern – und landen auf den Straßen. Für viele Hunde ist das ein echtes Highlight. Der Spaziergang dauert plötzlich deutlich länger, denn der Vierbeiner hängt minutenlang schnüffelnd am Straßenrand. Was ist dran an der Faszination für ausrangierte Weihnachtsbäume?

Da wird teilweise minutenlang geschnüffelt

Im Januar brauche ich mit meiner Hündin Yumi immer sehr viel mehr Zeit auf den Gassirunden. Gefühlt alle fünf Meter muss ausgiebig geschnuppert werden, denn in dieser Zeit werden in der Regel die Weihnachtsbäume entsorgt. Sie scheinen auf Hunde eine unwiderstehliche Anziehungskraft auszuüben. Da wird teilweise minutenlang geschnüffelt und markiert. Liegt das am Geruch von „fremder Wohnung“, den die Bäumchen an sich tragen? Aber warum interessiert sich meine Hündin dann nie für die zahllosen „Zu Verschenken“-Kisten, die in Berlin zuhauf auf den Gehwegen landen?

Yumi ist nicht die einzige – fast jeder Hundebesitzer aus meinem Bekanntenkreis klagt darüber, dass sein Vierbeiner den entsorgten Weihnachtsbäumen regelmäßig kleben bleibt – und das hat verschiedene Gründe.

Bäume als Geruchsfänger

Der Hauptgrund, warum entsorgte Weihnachtsbäume für unsere Hunde so spannend sind, ist der Geruch. Oder besser gesagt: viele spannende Gerüche. Zum einen trägt der Baum die Düfte aus dem Zuhause, aus dem er stammt, mit sich. Befinden sich neben Menschen auch noch Tiere wie Katzen oder Hunde im Haushalt, werden auch ihre Gerüche dem Baum anhaften.

Dazu kommt, dass nicht nur unsere Vierbeiner, sondern auch andere Tiere die entsorgten Weihnachtsbäume spannend finden. So ist es denkbar, dass auch Füchse und Marder das neue Objekt mit Urin markieren oder sich daran reiben. Aber auch, wenn sie den Baum nur untersuchen, hinterlassen sie Duftspuren am Ort, die unsere Hunde noch wahrnehmen.

Innerhalb kurzer Zeit sammelt sich so ein ganzes Potpourri an Gerüchen. Für unsere Hunde werden die entsorgten Weihnachtsbäume so zu einem wahren „Geruchs-Highlight“. Manche Vierbeiner sind dann so ins Schnüffeln vertieft, dass sie alles um sich herum vergessen.

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Weihnachtsbäume als „schwarzes Brett“

Wer seinen Hund aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass er nach dem Schnüffeln mit hoher Wahrscheinlichkeit am oder in der Nähe des Baumes Urin absetzt. Bei diesem Markierverhalten hinterlassen Tiere Duftstoffe – sogenannte Pheromone. Diese sind wie eine Art Personalausweis. Sie enthalten Informationen über Geschlecht, Gesundheitszustand und Paarungsbereitschaft. 1

Alle diese Informationen können Hunde aus dem Urin ihrer Artgenossen „lesen“. Sie können zudem wahrnehmen, ob es sich um einen bekannten Hund aus der Nachbarschaft oder einen neuen Kontakt handelt. Man kann oft beobachten, dass Hunde in der Nähe markieren, in der sie einen spannenden Geruch entdeckt haben. So werden die entsorgten Weihnachtsbäume zum „schwarzen Brett“ für unsere Hunde, an dem die gesamte tierische Nachbarschaft ihre Informationen hinterlässt. 2

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Der liegt sonst nicht hier

Ein weiterer Grund, warum Hunde die vielen Weihnachtsbäume an der Straße so gründlich inspizieren, ist, dass sie dort sonst nicht liegen. Vor allem wachsame Rassen wie Spitze merken sofort, wenn etwas Neues auf ihnen sonst bekannten Wegen auftaucht. Manche Vierbeiner markieren auch Gegenstände oder Dinge, die ihnen im Vorfeld gruselig waren, nach dem Erkunden mit Urin. Man vermutet, dass das Aufbringen des eigenen Geruchs dem Wiedererkennen dient. 3

Fazit: Entsorgte Weihnachtsbäume sind für Hunde spannend

All diese Faktoren führen zu einer Ansammlung an verschiedenen Gerüchen, die auf Hunde eine magische Anziehungskraft ausüben. Je länger der Baum liegt, desto stärker kann der Effekt werden. Denn markiert erst einmal ein Tier den Baum, animiert dies andere Artgenossen dazu, ebenfalls ihren Geruch oder Urin dort zu hinterlassen.

So finden sich auf und um den entsorgten Weihnachtsbäumen viele Informationen dicht gepackt an einer Stelle. Für manche Besitzer ist es dann gar nicht so einfach, den tief ins Schnüffeln vertieften Hund zum Weitergehen zu bewegen. Aber keine Sorge: In ein paar Wochen sind die Bäume wieder verschwunden. So lange sollte man seinem Vierbeiner den Spaß gönnen und einfach mehr Zeit für den Weg einplanen.

Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

Zur Autorin

Dr. Saskia Schneider ist promovierte Biologin. In ihrem Studium an der Freien Universität Berlin widmete sie sich vor allem der Zoologie und dem Verhalten von Tieren.

Quellen

  1. derdogscoach.de, „Körpersprache & Kommunikation - Das Markieren (Teil 1)“ (aufgerufen am 06.01.2026) ↩︎
  2. sprichhund.de, „Markierverhalten – und was da alle hinter steckt (aufgerufen am 06.01.2026) ↩︎
  3. petmd.com, „Marking in Dogs“ (aufgerufen am 06.01.2026) ↩︎

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