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Mit 30 Jahren

Blind und zerzaust! Papillon Lazare ist der älteste Hund der Welt

Lazare, ein Papillon, mit heraushängender Zunge auf einer blühenden Wiese
Papillon-Senior Lazare könnte mit stolzen 30 Jahren der älteste Hund der Welt sein – altersbedingt hängt dem kleinen Vierbeiner dauerhaft die Zunge aus dem Maul Foto: JEFF PACHOUD / Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

15. Mai 2026, 11:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Zerzaustes Fell, riesige Ohren und die Zunge locker aus dem Maul – auf den ersten Blick wirkt Lazare wie ein liebenswerter kleiner Kauz. Doch der Papillon aus Frankreich verblüfft aktuell Tierfreunde weltweit: Mit angeblich 30 Jahren könnte der Kontinentale Zwergspaniel der älteste Hund der Welt sein. Seine Geschichte ist außergewöhnlich und emotional.

Papillon Lazare soll bereits 1995 geboren worden sein

Laut seiner Geburtsurkunde wurde Lazare am 4. Dezember 1995 im Osten Frankreichs geboren, wie die „BILD“ (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. Für einen Papillon ist das ein beinahe unglaubliches Alter. Die kleine Hunderasse erreicht normalerweise eine Lebenserwartung von etwa 13 bis 16 Jahren. Lazare hätte diese damit inzwischen nahezu verdoppelt.

Nachdem seine ursprüngliche Bezugsperson verstorben war, kam der betagte Hund ins Tierheim von Villy-le-Pelloux. Französische Medien berichteten darüber, wie die Mitarbeiter alles daransetzten, für den Senior noch einmal ein liebevolles Zuhause zu finden.

Über die Tierschutzorganisation Société Protectrice des Animaux (SPA) wurde schließlich eine Anzeige veröffentlicht – mit Erfolg. Der kleine Hund eroberte schnell zahlreiche Herzen.

Neue Halterin ist jünger als ihr Hund

Besonders gerührt zeigte sich Ophelie Boudol, die Lazare schließlich adoptierte. Bemerkenswert: Die Französin wird erst im Oktober 30 Jahre alt und ist damit sogar jünger als ihr neuer Hund.

Gegenüber der Zeitung „Le Parisien“ erklärte sie, dass sie sich weniger für einen möglichen Rekord interessiere. Viel wichtiger sei ihr, dem alten Hund Geborgenheit und Ruhe zu schenken.

Trotz Arthrose und Katarakt noch erstaunlich fit

Ganz spurlos ist das hohe Alter an Lazare allerdings nicht vorbeigegangen. Der kleine Hund leidet unter Arthrose, sieht wegen eines Katarakts (Grauer Star) kaum noch etwas und hat keine Zähne mehr. Deshalb hängt seine Zunge dauerhaft aus dem Maul.

Tierärzte attestierten dem Senior nach Untersuchungen dennoch einen überraschend guten Allgemeinzustand. In seinem neuen Zuhause bekommt Lazare spezielles Futter, besonders langsame Spaziergänge und viele Ruhepausen.

Seine Halterin berichtet außerdem, dass der Hund trotz seines Alters neugierig geblieben sei und der Familie aufmerksam durch die Wohnung folge.

Guinness-Rekord für Lazare?

An Lazares Geburtsdatum gebe es laut der SPA „keinen Zweifel“. Sein Alter sei sowohl über den Mikrochip als auch über das französische Zuchtregister „Livre des Origines Français“ (LOF) überprüft worden.

Nach Angaben der Organisation wurde bereits Kontakt zu Guinness World Records aufgenommen, damit Lazare offiziell als ältester Hund der Welt anerkannt werden kann.

Bislang galt der portugiesische Rafeiro-do-Alentejo-Rüde Bobi als ältester Hund der Welt. Sein Rekord sorgte allerdings später für Diskussionen, da sein Alter nicht vollständig dokumentiert werden konnte. Bobi starb im Oktober 2023 angeblich im Alter von 31 Jahren und 165 Tagen.

Warum kleine Hunde oft deutlich älter werden

Dass ausgerechnet kleine Hunde wie Papillons, Chihuahuas oder Dackel besonders alt werden, beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Denn eigentlich gilt im Tierreich häufig das Gegenteil: Größere Tiere leben meist länger als kleine. Bei Hunden ist das anders.

Während ein Chihuahua oft 15 bis 18 Jahre alt wird, erreichen sehr große Hunderassen wie Deutsche Doggen häufig nur ein Alter von sieben bis zehn Jahren. Der Grund dafür liegt vermutlich im extrem schnellen Wachstum großer Hunde.

Auch interessant: Die ältesten Hunde der Welt – darum leben sie so lange

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Schnelles Wachstum setzt den Körper unter Stress

Welpen großer Hunderassen wachsen innerhalb kurzer Zeit enorm. Eine Deutsche Dogge kann später bis zu 90 Kilogramm wiegen, ein Chihuahua dagegen oft nur zwei bis drei Kilogramm. Dieses rasante Wachstum verlangt dem Stoffwechsel viel ab.

Dabei entstehen sogenannte freie Radikale – aggressive Moleküle, die Zellschäden verursachen können. Wissenschaftler vermuten, dass große Hunde dadurch schon früh unter sogenanntem „oxidativem Stress“ leiden. Dieser beschleunigt wiederum die Zellalterung.

Eine 2017 im Wissenschaftsmagazin „Science“ vorgestellte Studie zeigte, dass besonders junge, große Hunde deutlich mehr freie Radikale in ihren Zellen aufweisen als kleine Hunderassen. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Zellschäden dazu beitragen, dass große Hunde schneller altern und früher sterben.

Kleine Hunde wie Lazare wachsen deutlich langsamer und produzieren dabei offenbar weniger dieser schädlichen Moleküle. Dadurch altern ihre Zellen vermutlich langsamer – und die Tiere haben bessere Chancen auf ein besonders langes Leben.

Liebevolle Haltung bleibt entscheidend

Trotz genetischer Vorteile spielt natürlich auch die Haltung eine wichtige Rolle. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, tierärztliche Versorgung und ein stressarmes Zuhause gelten als wichtige Faktoren für ein langes Hundeleben.

Bei Lazare scheint genau das nun zusammenzukommen: viel Ruhe, liebevolle Fürsorge – und vielleicht auch außergewöhnlich gute Gene.

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